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Denkmalbehörde schlägt Neubau hinter dem Gebäude vor / Antrag auf Fördermittel für "Luisenhof" gestellt

Anbau am Kurhaus abgelehnt

Das Kurmittelhaus von Bad Freienwalde: Einen Anbau am unter Denkmalschutz stehenden Langhans-Bau zur Angebotserweiterung für Kurgäste sieht das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum für nicht genehmigungsfähig. Stattdessen schlägt e
Das Kurmittelhaus von Bad Freienwalde: Einen Anbau am unter Denkmalschutz stehenden Langhans-Bau zur Angebotserweiterung für Kurgäste sieht das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum für nicht genehmigungsfähig. Stattdessen schlägt e © Foto: MOZ/Heike Jänicke
Heike Jänicke / 31.07.2017, 19:19 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) Mit einem Anbau hätte die Stadt das Angebot im Kurmittelhaus erweitern und eine der Auflagen des Gesundheitsministeriums zur endgültigen Anerkennung des Moorheilbad-Titels erfüllen können. Allerdings hat das Landesamt für Denkmalpflege einen Anbau abgelehnt.

Bad Freienwalde ist Brandenburgs ältester Kurort. Umgeben von wunderschöner Natur ist er eine Oase der Ruhe. Schon Könige und Königinnen, Politiker und Dichter fühlten sich im Laufe der Geschichte von dem kleinen Städtchen nahe Berlin angezogen. Erst Anfang Juli feierte die Stadt 333 Jahre Gesundbrunnen. Die Fachklinik und Moorbad erfreut sich regen Zuspruchs. Vor allem Patienten aus Berlin und Brandenburg finden hier Genesung. Und doch fehlt der Stadt das, was einen Kurort ausmacht. Dieser Auffassung jedenfalls ist das Gesundheitsministeriums. Es vermisst eine Kurort-Infrastruktur mit Boutiquen, die zum Bummeln einladen, Restaurants, die regionale Spezialitäten anbieten, Gesundheits- und Wellnessangebote, Hotels und einen auf die Bedürfnisse einer Kurstadt abgestimmten Verkehr. Entsprechend hat das Ministerium Forderungen aufgemacht. Diese muss die Stadt erfüllen, will sie den Kurortstatus mit dem höchsten Prädikat "Moorheilbad" auf Dauer behalten. Bis 2020 müssen die Hausaufgaben erledigt sein.

Einen ersten Haken kann Bad Freienwalde hinter dem geforderten Flächennutzungsplan setzen. Der hat bereits Rechtskraft. Auch der Beschluss zum Rückbau der Brücke entlang der Bundesstraße 158 ist erfolgt. Ebenso konnte die auf Gesundheitstourismus orientierte Kurortentwicklungskonzeption inzwischen erstellt und dem Ministerium in Potsdam überreicht werden. Beauftragt worden war damit die Firma BTE Berlin. Die hatte im Vorfeld in einem mehrmonatigen Prozess Akteure der Kurstadt in die Erarbeitung des Konzepts eingebunden - von der Tourismus GmbH über Gastronomen und Betreiber von Pensionen bis hin zu Stadtverordneten und Vereinen. Herausgearbeitet wurden dabei zwölf Schlüsselmaßnahmen, die es jetzt gilt umzusetzen.

Dazu gehört die Erweiterung des Angebots im Kurmittelhaus, sowohl inhaltlich mit mehr Gesundheits- und Wellnessangeboten als auch personell. Zurzeit ist das Haus am Wochenende geschlossen. Allerdings reichen auch die vorhandenen Räumlichkeiten in dem Gebäude nicht aus. Deshalb hatte es unter anderem im Rahmen des "Kurstadt-Dialogs" den Vorschlag gegeben, das Problem mit einem Anbau zu lösen. Wie Ralf Lehmann (parteilos) in seinem Bürgermeisterbericht in der Stadtverordnetenversammlung in der vergangenen Woche sagte, sei ein solcher Anbau aus Sicht der Denkmalbehörde nicht genehmigungsfähig. Das nach den Plänen von Langhans 1790 fertiggestellte historische Gebäude steht unter Denkmalschutz. Allerdings wäre nach Meinung des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege alternativ ein Neubau hinter der Hangmauer mit unterirdischer Verbindung denkbar und besser noch die Nutzung der Gebäude der Villa Helene, Heilige Hallen 6 und 4, in unmittelbarer Nähe. "Wir haben die Stellungnahme des Landesamtes dem Architekten übergeben, so dass er seine Entwürfe bis Mitte August vorlegen kann und diese dann in den Ausschüssen diskutiert werden können, um weitere Schritte festzulegen", so Ralf Lehmann.

Mittlerweile gibt es zwischen dem Eigentümer der Gebäude Heilige Hallen 1 und 3, bekannt als frühere Pension Luisenhof mit Forsthaus, und der Fachklinik und Moorbad eine Kooperationsvereinbarung. Das Gebäude soll als Beherbergungsbetrieb für Patienten, Besucher von Patienten, Kurgäste, Wellnesskunden und Radtouristen ausgebaut werden. Die Stadt hat dafür beim Landesamt für Bauen und Verkehr einen Ausnahmeantrag auf Städtebaufördermittel gestellt. Ziel sei es, bis Jahresende eine gesicherte Finanzierung mit dem Eigentümer hinzubekommen, so Lehmann.

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