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Alte Schule als Dorfzentrum

Ein Haus mit viel Potenzial: Der der alten Schule könnte, wenn denn alles klappt, bald ein neues Dorfzentrum entstehen mit Bäcker und Waren des täglichen Bedarfs.
Ein Haus mit viel Potenzial: Der der alten Schule könnte, wenn denn alles klappt, bald ein neues Dorfzentrum entstehen mit Bäcker und Waren des täglichen Bedarfs. © Foto: Marco Winkler/OGA
Marco Winkler / 03.08.2017, 08:49 Uhr
Sommerfeld (OGA) Kirche, Kita, Konsum. Auf drei Wörter lässt sich das Dorfleben in Brandenburg oft runterbrechen. In Sommerfeld haut das jedoch seit Jahren nicht mehr ganz hin. Einen kleinen Einkaufsladen gibt es schon lange nicht mehr.

Vor gut zehn Jahren machte auch der letzte Supermarkt der Handelskette Spar dicht. Das Geschäft lohne sich nicht mehr, hieß es damals. Damit wieder Leben, das heißt in dem Fall auch etwas heimische Wirtschaft, in die Ortschaft kehrt, wurde wie berichtet das Dorv-Projekt ins Leben gerufen. Die Abkürzung steht für "Dienstleistung - Ortsnah - Rundumversorgung". Etwas umständlich, doch Jürgen Kurth (UWG/LGU) ist optimistisch, dass es sich durchsetzen wird. "Es ist ein Wunsch der Einwohner", so der Ortsvorsteher.

Die Idee stammt von Heinz Frey. Er hat solche Projekte schon in anderen Gegenden Deutschlands erfolgreich umgesetzt. Bei Dorv geht es darum, das Konzept für ein Nahversorgungszentrum umzusetzen. "Die Bürger müssen dabei ins Boot geholt werden", so Jürgen Kurth. Deshalb wurden in den letzten Wochen Umfragebögen in Sommerfeld, Beetz und Hohenbruch verteilt. Mehr als 1000 Exemplare insgesamt. "Zwanzig freiwillige Helfer waren dafür im Einsatz", so Kurth.

Ein Großteil der ausgefüllten Bögen kam zurück. "Die Resonanz war relativ gut." Nun ist relativ ein dehnbarer Begriff, aber Jürgen Kurth ist zumindest zufrieden mit der Teilnahme der Bürger. Heinz Frey bekommt die Exemplare in den nächsten Tagen zugeschickt, im September wird in Sommerfeld eine Bürgerversammlung veranstaltet, auf der die erarbeitete Auswertung diskutiert werden kann.

Jürgen Kurth könnte sich gut vorstellen, dass die alte Schule, deren Fassade erst kürzlich erneuert wurde, hinter der Kirche als neues Dorfzentrum fungierten könnte. "Baulich müssten wir in Vorleistung gehen." Es gäbe auch die Möglichkeit, Fördermittel zu beantragen.

Ihm wäre es recht, einen privaten Betreiber zu finden, der sich der Umsetzung des Dorv-Konzeptes annimmt. Parallel plant ein Sommerfelder gerade eine Reihe Einfamilienhäuser und Seniorenwohnungen im Ort. "Auch hier könnte so ein Dorv-Zentrum entstehen", so Kurth. "Wir sind im Gespräch." Bisher sei die Bauvoranfrage jedoch nicht beantwortet worden.

Fleischer, Bäcker, Kiosk. Das alles gibt es in Sommerfeld genauso wenig wie in Beetz oder Hohenbruch - und genau das solle sich bald ändern. "Vor allem für unsere Senioren, die nicht mehr so mobil sind", so Jürgen Kurth. Es gehe um die allgemeine Grundversorgung auf dem Land. Sollte das Projekt scheitert, hätte man es wenigstens versucht. "Dann kann niemand mehr meckern, wir würden nichts machen für unseren Ort."

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