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Gänsehaut beim zehnten Mal

Bühne für unkonventionelle Musik: Heike Rädeker und Maryna Russo (l.) von "LeVent" bearbeiten ihre Gitarren, während das Abendrot den Burghof in ein stimmungsvolles Licht taucht.
Bühne für unkonventionelle Musik: Heike Rädeker und Maryna Russo (l.) von "LeVent" bearbeiten ihre Gitarren, während das Abendrot den Burghof in ein stimmungsvolles Licht taucht. © Foto: Hermine Kühl
Hermine und Anselm Kühl / 06.08.2017, 19:31 Uhr - Aktualisiert 07.08.2017, 18:37
Friedland (MOZ) Das diesjährige Benefiz-Musikfestival Jenseits von Millionen hat Hunderte Fans unkonventioneller Musik nach Friedland gelockt. Auf der Bühne im Burghof, auf dem Zeltplatz und in der Kirche herrschte zwei Tage lang Woodstock-Atmosphäre.

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In diesem Jahr ging es auf der Bühne im Friedländer Burghof etwas heftiger zur Sache, als man es sonst vom "Jenseits" gewohnt war. Bands, wie "Oum Shatt", "Karies" und "Heim" präsentierten einen Sound, der stellenweise als punkig empfunden werden konnte. Das junge Publikum wurde zum Tanzen gebracht durch wilde Bands, wie "Isolation Berlin" und "Odd Couple" mit ihren energiegeladenen und erfrischenden Auftritten. Die Ehre, den ersten Festivalabend zu beenden, bekamen "Die Sterne" die ihr 25-jähriges Jubiläum feierten. Deren Hit "Was hat dich bloß so ruiniert" wurde von Hunderten vor der Bühne mitgesungen.In diesem Jahr gastierte das Benefizfestival zum zehnten Mal in Friedland. 2007, bei der Premiere, hieß es noch "mamallapuram", Seit 2008 "Jenseits von Millionen".

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Wie in den Vorjahren war auch diesesmal die Kirche ein Auftrittsort für die eher ruhigeren Töne. "Albertine Sarges" beeindruckte mit ihrer Stimme, die über drei Oktaven reicht, "Highest Sea" brachten sogar ein Schlagzeug in das Gotteshaus mit und "Hello Piedpiper" schritt zum Ende seines Soloauftritts mit seiner Gitarre durch die Sitzreihen, während das Publikum den Refrain andächtig mitsummte: Gänsehaut pur.

Die Besucher kamen größtenteils aus Berlin und Brandenburg, aber auch aus anderen Teilen Deutschlands. Neben weit gereisten Gästen waren auch Fans aus der näheren Umgebung beim Festival. Philipp Konzack, Nils Katzur und John-Steven Dahlitz aus Lieberose sowie Daniel Preu aus Groß Muckrow, Steve Dittmer aus Falkenberg und Louis Rischkau aus Görzig hatten auf dem Zeltplatz eine richtige Burg gebaut. Die Gruppe hatte im Vorfeld des Festivals einen Laternenfisch gebastelt, der an einer langen Angel befestigt war. 30 Stunden Arbeit stecke in dem Maskottchen, erzählt Nils Katzur. "Damit wollen wir einen Kult begründen", ergänzt Phillipp Konzack.

"Ein nettes kleines Festival. Schön dass es hier so familiär ist", fand Johannes Thiele. Der Eisenhüttenstädter war schon das dritte Mal beim Festival in Friedland und zeigte sich nicht nur von den Menschen, sondern auch von der Musik begeistert: "Dies ist eine gute Gelegenheit, neue Musik kennenzulernen."

Auch für Oliver Knabe war das Festival so etwas wie ein Heimspiel. Der Altranfter hatte sieben Jahre in Pieskow gelebt. "Ich habe einige Leute, die ich von früher kannte, wiedergetroffen."

Das Festival wird familiärer. Immer häufiger erscheinen eingefleischte Fans von Jenseits von Millionen mit ihren kleinen Kindern. In diesem Jahr sah man besonders viel Festival-Nachwuchs mit buntem Gehörschutz am Bühnenrand stehen. Auch die Mitbegründer des Festivals, Josef Lewe und Luise Eckner haben ihre einjährige Tochter Elisabeth mitgebracht: So wächst allmählich die zweite Festival-Generation heran.

Das Bühnenprogramm des Festivals endete Samstagnacht mit den Auftritten von "Isolation Berlin" und "Oum Shatt". Nach der Aftershow-Party sah man ein müdes Partyvolk in die Zelte fallen.

Am Sonntag wurden die Zelte abgebaut, die Festivalbesucher machten sich auf den Heimweg nach Hause. Bei vielen machte sich Wehmut breit, dass das Festival schon wieder Geschichte ist. "Wir sind nächstes Jahr garantiert wieder dabei", sagte Nils Katzur, während seine Kumpels die Luft aus der aufblasbaren Wasserrutsche, die sie schon im vorigen Jahr dabei hatten, abließen.

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