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"Genossin Rosi" auf Jungfernfahrt

"Genossin Rosi" heißt das Boot, das zum "Theaterschüff"-Projekt der gleichnamigen Genossenschaft gehört. Nach Bau und Taufe in Havelberg war Rathenow erste Station der mobilen Bühne.
"Genossin Rosi" heißt das Boot, das zum "Theaterschüff"-Projekt der gleichnamigen Genossenschaft gehört. Nach Bau und Taufe in Havelberg war Rathenow erste Station der mobilen Bühne. © Foto: weber
Simone Weber / 08.08.2017, 12:51 Uhr
Rathenow (MOZ) Das "Traumschüff" bietet außergewöhnliches Theater. Es wandert seit der Taufe am 29. Juli in Havelberg von einer Anlegestelle zur anderen. Inzwischen ist es auf dem Weg nach Brandenburg an der Havel, wo es am Samstag und Sonntag "Ufergeschichten" bietet. Weiter geht es dann über Brieselang und Oranienburg nach Berlin. Auf der Jungfernfahrt war Rathenow am vorigen Mittwoch die erste Station gewesen.

Um den Namen des ersten "Theaterschüffs" hatten die Macher vor der Taufe noch ein Geheimnis gemacht. Auf "Genossin Rosi" ist es getauft worden, weitere Exemplare sollen folgen. "Im Rahmen ihrer Studienarbeit haben zirka 15 Studenten der Bauhaus-Universität Weimar die Aufbauten für unser Theaterboot entwickelt. Der Bootskörper, ein Katamaran, entstand in der Werft Kiebitzberg in Havelberg", so David Schellenberg, Regisseur des 15-köpfigen festen Teams mit jungen Theaterschaffenden und Pädagogen und Initiator des Projekts, das eine gemeinnützige Genossenschaft ist. "Genossin Rosi" bietet nicht nur die mobile Bühne, sondern auch Lebensraum für die Schauspieler-Besatzung.

Am Abend des 1. August im Alten Hafen in Rathenow angekommen, spielte das Team am Mittwochabend eine kritisch-komische Geschichte über Mensch, Natur und Heimat. "Bibergeil" greift das Thema Natur und Heimat im Spannungsfeld zwischen Artenschutz und Eingriffen des Menschen in die Natur auf. Das komplexe Thema wird im Stück auf die Beziehung der umweltbewussten Tochter Kati, ihres Vaters und Landwirts, ihrer Mutter und ihrem neuen Lebenspartner und Jäger heruntergebrochen. "Wir haben das Stück, gemeinsam mit dem Oderbruch-Museum Altranft, entwickelt und bauen die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort ein", erklärte Nikola Schmidt, Autorin des Stückes. So schlüpften Jäger Uwe und Kati auf der Bühne auch in die Rolle der Optikparkbiber Havi und Opti.

Das Premierenpublikum am Kanu-Ausstieg am Alten Hafen, immerhin rund 125 Rathenower und Gäste, spendete nach dem knapp 70-minütigen Stück viel Applaus für die vier Schauspieler, die durch den Musiker Friedrich Bassarak am Akkordeon unterstützt wurden. "Tolle Sache - so ein Stück inIch bin begeistert", sagte Susanne Seeger. "Die Thematik Biber passte hierher."

Zum Konzept des Wandertheaters gehört die Zusammenarbeit mit Menschen vor Ort. So besuchten auch Kinder des Theaterprojekts des Bündnisses für Familie Westhavelland das "Traumschüff" am Donnerstag. Am Abend gastierte auf ihm das Rathenower Amateurtheater "Lichtblick". Auf der rund 15 Quadratmeter großen Bühne bot es "Eine Reise in Rathenows Vergangenheit". Am Freitag ging es auf der Havel weiter nach Premnitz, wo die Schauspielgenossenschaftler an der Promenade zu einem offenen Schauspielworkshop einlud. Am Abend spielte Jakob Plutte dort Joseph von Eichendorffs monologisches Stück "Aus dem Leben eines Taugenichts".

Kommunen an schiffbaren Gewässern oder andere Interessenten können sich als Gastspielstationen per E-Mail an ahoi@traumschueff.de bewerben. Von Oktober bis März wird für das "Traumschüff" noch ein Winterquartier gesucht, das an der Havel oder einem ihrer Nebengewässer liegen sollte. Mehr Infos zum Projekt gibt es im Internet auf www.traumschueff.de.

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