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Filmprojekt "Un-Gleich": Junge Flüchtlinge aus dem Heim Gusow bei Trainingswoche in Strausberg

Szenisches Üben mit und ohne Kamera

"Spiegelbild": Das ist eine der Übungen, mit denen Melanie Seeland (beobachtend rechts) für Lockerheit sorgt.
"Spiegelbild": Das ist eine der Übungen, mit denen Melanie Seeland (beobachtend rechts) für Lockerheit sorgt. © Foto: Thomas Berger
Thomas Berger / 14.08.2017, 19:55 Uhr
Strausberg (MOZ) Bevor es ernst wird mit dem Agieren vor der Kamera, müssen verschiedene Aspekte geübt werden. Nonverbale Ausdruckskunst in Form der Körpersprache, mit Mimik und Gestik, zum Beispiel. Das Reagieren aufeinander, auch das laute Sprechen. Immer wieder dirigiert Melanie Seeland die Gruppe, erklärt, gibt einzelne Hinweise. Und alle Teilnehmer hören ihr, die für das Schauspieltraining zuständig ist, aufmerksam zu.

"Un-Gleich" heißt das Filmprojekt mit jungen Geflüchteten, für das mit einer Trainingswoche in Strausberg der Auftakt war. Auf dem Gelände der Anderen Welt - das frühere Telekom-Areal in der Garzauer Straße, wo sich vor wenigen Jahren eine Gruppe Kulturschaffender niedergelassen hatte - ging es um erste Vorarbeiten. "Die drei Drehtage sind erst im September", erklärten Regisseur Matthias Merkle und Projektinitiator Matthias Michel. Er ist als Sozialarbeiter in der vom Internationalen Bund (IB) betriebenen Gemeinschaftsunterkunft tätig, weiß schon dort aus dem Arbeitsalltag, was es an kulturellen Missverständnissen geben kann. Lustige, kuriose, nachdenklich machende Szenen, die es für die aus vielen Ländern stammenden Asylbewerber auch im Supermarkt oder auf Ämtern gibt, sollen sich als Kurzgeschichten zu dem Film zusammenfügen. In der Auftaktwoche geht es darum, Material zu sammeln, damit daraus ein Drehbuch erstellt werden kann. "Es macht viel Spaß, denn es ist eine sehr lebendige, offenherzige Gruppe", lobt Merkle.

Für die Geflüchteten, in der Regel seit ein paar Monaten in Deutschland und erst seit wenigen Wochen in Märkisch-Oderland, ist es zugleich eine schöne Gelegenheit, einmal aus dem tristen Alltag zwischen Heim und Behördengängen auszubrechen. "Es gefällt mir sehr", sagt Ahmet aus dem westafrikanischen Tschad, mit seinen 30 Jahren Ältester der neun Teilnehmer. "Die Atmosphäre in der Gruppe ist gut", bestätigt auch Emanuel Encho (27) aus Kamerun. Und Maureen Awnor (25) aus Kenia ergänzt: "Es bringt uns auch untereinander enger zusammen." Zwar ist die Sprache noch ein Problem, räumt Zalmai Sediqi (25) aus Afghanistan ein. Seine Frau Gulchehra (22) strahlt aber, als sie sagt: "Schauspielern ist schön." Der einjährige Sohn der beiden schläft derweil im Kinderwagen, während Melanie Seeland zu nächsten szenischen Übungen ruft. Filmpremiere soll am 25. November im Schloss Trebnitz sein.

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