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Säure läuft aus – Großeinsatz auf A 24

Feuerwehrleute in Schutzanzügen arbeiten auf der Zufahrt zur Raststätte Walsleben in Brandenburg an dem leckgeschlagenen Lkw. Ein defekter Behälter enthielt zwölf Tonnen Salpetersäure.
Feuerwehrleute in Schutzanzügen arbeiten auf der Zufahrt zur Raststätte Walsleben in Brandenburg an dem leckgeschlagenen Lkw. Ein defekter Behälter enthielt zwölf Tonnen Salpetersäure. © Foto: Paul Zinken/dpa
Dietmar Stehr / 15.08.2017, 10:31 Uhr - Aktualisiert 15.08.2017, 21:51
Neuruppin (MOZ) Wegen eines Lecks in einem Lkw mit Salpetersäure musste die A 24 (Berlin-Hamburg) in der Nacht zum Dienstag komplett gesperrt werden. Bei dem Großeinsatz wurden 27 Feuerwehrleute verletzt.

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Salpetersäure-Havarie an der A24

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Eine geisterhaft leere Autobahn und Feuerwehrleute in Schutzanzügen prägten am Dienstag das Bild auf der A 24 bei Neuruppin. Der Grund: Ein Laster hatte ein Leck, Salpetersäure lief aus. In der Folge wurde die Autobahn in der Nacht zu Dienstag voll gesperrt. Etwa 200 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Wie die Polizei mitteilte, war an der Raststätte Walsleben/Ost rund eine Tonne der ätzenden Säure ausgelaufen.

Säule-Alarm auf der Autobahn: Tanklaster verliert Salpetersäure an der Raststätte Walsleben.
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Säure-Unfall auf der A 24 bei Walsleben

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Das führte zu dem Großeinsatz der Feuerwehr und kilometerlangen Staus. „Der Grund für das Ausfließen der Salpetersäure ist ein kaputtes Ventil an dem Tanklaster“, sagte eine Pressesprecherin am Dienstag.

Bei der Rettungsaktion erlitten 27 Feuerwehrleute Verletzungen. Die Mehrzahl musste wegen Kreislaufzusammenbrüchen behandelt werden, bei zweien bestand der Verdacht auf eine Verätzung der Atemwege; drei wurden in eine Klinik gebracht.

„Der Fahrer hatte am Montagabend um 19 Uhr an der Zufahrt zur Raststätte Walsleben in Brandenburg gehalten, um essen zu gehen. Zu diesem Zeitpunkt soll noch keine Flüssigkeit ausgetreten sein. Als er um 21 Uhr zurückkam, wurde das Leck am Ventil entdeckt“, sagte die Sprecherin weiter. Die Raststätten auf beiden Seiten der Autobahn sowie zwei Wohnhäuser des Ortes Walsleben wurden zeitweise geräumt.

Die Autobahn, auf der viele Menschen von und zur Ostsee fahren, blieb zwischen Neuruppin und Herzsprung bis zum späten Nachmittag gesperrt. Für die Fahrbahn bestand die Gefahr, dass sich dort Rückstände der Salpetersäure finden. Dies hätte bedeutet, dass der Straßenbelag komplett entfernt und neu verlegt werden muss. Als nicht ausgeschlossen gilt weiter, dass die Zufahrt zur betroffenen Raststätte saniert werden muss. Auf der A 24 bildeten sich wegen der Sperrung im Raum Neuruppin kilometerlange Staus.

Laut Angaben der Polizei hatte der deutsche Laster insgesamt 23 Tonnen in zwei Tankbehältern geladen – ein Behälter war auf der Zugmaschine, der zweite in einem Anhänger. Der defekte Behälter im Anhänger enthielt rund zwölf Tonnen. Inzwischen ist er komplett leergepumpt und wurde von der Polizei beschlagnahmt. Inwieweit das Erdreich und angrenzende Felder durch die Säure und eine zeitweilige Gaswolke verseucht wurden, war zunächst noch unklar.

Salpetersäure (HNO3) ist eine farblose und stark riechende Flüssigkeit und wirkt stark ätzend. Bei Hautkontakt können schwer heilende Wunden entstehen. Mit anderen Stoffen kann Salpetersäure heftige Reaktionen auslösen. Es besteht Feuergefahr.

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