Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Friderun Lübken betreut in den Räumen des Hebewerkvereins jeden Mittwoch eine offene Nähwerkstatt

Guter Rat beim gemeinsamen Rattern

Friderun Lübken (r.) zeigt Monika Lange, wie das Nähen mit Zwillingsnadel funktioniert. Christoff Gäbler vom Vorstand des Hebewerkvereins schaut zu.
Friderun Lübken (r.) zeigt Monika Lange, wie das Nähen mit Zwillingsnadel funktioniert. Christoff Gäbler vom Vorstand des Hebewerkvereins schaut zu. © Foto: Andreas Gora
Marco Marschall / 15.08.2017, 19:10 Uhr
Eberswalde (MOZ) Immer mittwochs rattert es in den Räumen des Hebewerkvereins. Friderun Lübken (65) schaut vor einer Woche Monika Lange auf die Finger. Sie näht an diesem Tag zum ersten Mal mit sogenanntem Zwillingsstich. Ihre Maschine hat sie mitgebracht. Die kann schon etwas mehr als die zum Teil historisch anmutenden Modelle, die in den Räumen der Havellandstraße 15 zur Verfügung stehen. Darunter auch eine "Adler" aus den 1960er-Jahren. "Eine Traummaschine", sagt Friderun Lübken. Die nähe so schön. "Natürlich habe ich vorher auch mit ihr geredet. Wie man das mit Nähmaschinen so macht", fügt sie hinzu und lacht. Manchmal müsse man ihnen eben gut zureden. Wenn es noch etwas taugt, sollte man das Gerät nicht wegschmeißen. Schließlich gehe es dabei auch um Nachhaltigkeit. Betagtere Modelle könnten zwar meist keine raffinierten Stiche, aber sie nähen.

"Zwei linke Finger sollte man vielleicht nicht haben", sagt Friderun Lübken. Ansonsten aber helfe sie auch Anfängern an der Maschine weiter. Erst seit etwas mehr als einem Monat betreut sie die Offene Nähwerkstatt des Vereins, immer mittwochs von 10 bis 13 Uhr. Zu jener Zeit würde sie zuhause sowieso nähen. Warum sich dabei nicht mit anderen austauschen?

Noch habe sich das Angebot auf Spendenbasis nicht im ganzen Viertel herumgesprochen. Friderun Lübken ist überzeugt, dass auch die Flüchtlingsfrauen die Handarbeit beherrschen. Möglicherweise bestehen aber noch Berührungsängste. Zu Unrecht. Jeder sei willkommen. Nur Ideen und Stoff müssten die Gäste mitbringen.

"Wir helfen gern, sind aber keine Änderungsschneiderei", darauf weist Friderun Lübken ausdrücklich hin. Nähen müssten die Leute am Ende selbst. Inspirationen können sie sich untereinander holen. So hängen in der Nähwerkstatt zum Beispiel eine Babyhose und ein Täschchen. Beides hat die Leiterin der Werkstatt gefertigt. Kleine Geschenke für Freunde und Verwandte. "Zum Glück haben die meisten von ihnen mit dem Nähen nichts am Hut. Sonst würden sie es selbst machen", stellt Friderun Lübken fest.

Sie hat den Umgang mit der Maschine von Kindesbeinen an gelernt. "Bei Oma unter der Nähmaschine groß geworden", sagt sie. Beruflich hatte sie später nichts damit zu tun. Mittlerweile sei auch das Internet ein gutes Hilfsmittel. Dort könne man sich alle Schritte ansehen - vom Zuschnitt bis zum Fertignähen. Jeder Stoff sei dabei anders. Deshalb werde auch viel experimentiert. Gut, wer da auf Erfahrung anderer zurückgreifen und gemeinsam mit ihnen drauflosrattern kann.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG