Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Ronja Gugelmann und Katharina Kowski absolvierten Freiwilliges Soziales Jahr

"Ronja macht das schon"

Margrit Meier / 17.08.2017, 06:00 Uhr
Neuenhagen (MOZ) Mit einem weinenden und einem lachenden Auge schauen nicht nur Ronja Gugelmann und Katharina Kowski auf die vergangenen Monate, sondern auch ihre Betreuer. Jetzt endet für die beiden das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ).

Die zehnte Klasse war zu Ende und für die damals 16-jährige Katharina Kowski nicht klar, in welche berufliche Richtung es gehen soll. "Ich habe so viele Interessen und brauchte einfach Zeit, um mein Ziel zu finden", erzählt sie. Im Internet wurde sie fündig. Ein Freiwilliges Soziales Jahr, das wollte sie machen. Und in der Altenpflege. Der Internationale Bund in Neuenhagen stand ihr. In der PHN-Seniorenresidenz Neuenhagen gab es die passende Stelle. Dort hat sie die vergangenen Monate in der Küche beim Aufwärmen und Ausgeben der Speisen, bei den Toiletten- und Pflegerunden für die Bewohner geholfen. "Ich habe so viel gelernt, musste mich in zwei verschiedenen Abteilungen einfuchsen und mit den Kollegen klarkommen", zählt sie auf. Beeindruckend für sie waren die Gespräche mit den älteren Bewohnern, die von den Entbehrungen im und nach dem Krieg, von Einsamkeit und dem Mangel an Aufgaben erzählten. "Das war ein Jahr, das ich nicht missen möchte. Ich war sehr schüchtern und es gab Dinge, die ich mir vorher nie zugetraut hätte. Doch ich habe alles gepackt", sagt die Neuenhagenerin. Und hängt noch ein FSJ in einer anderen Senioreneinrichtung dran. Was sie beruflich werden möchte, ist nun auch klar: "Ich habe einen Ausbildungsvertrag als Bankkauffrau unterschrieben. Im Herbst 2018 geht es los", freut sie sich.

"Ronja macht das schon" - dieser Spruch von Daniela Paul ist als dickes Lob zu verstehen. "Sie war eine unserer bisher besten FSJler. Sie hat Aufgaben selbst gesehen und zugepackt. Einfach toll", schwärmt die Arche-Mitarbeiterin von Ronja Gugelmann. Den Pressespiegel hat sie betreut, Konzerte vor- und nachbereitet, Backstage-Pässe hergestellt, Interessenten durch die Räume, die mietbar sind, geführt und, und, und. 40 Stunden jede Woche und das ein ganzes Jahr. "Mir war nach dem Abitur klar, dass ich nicht studieren, aber mich noch ein Jahr ausprobieren wollte", erzählt die 19-Jährige. Über die Arbeitsagentur ist sie auf das FSJ aufmerksam geworden. Dass es nur 260 Euro im Monat gab, war für Ronja nicht entscheidend. "Das Ganze heißt ja Freiwilliges Soziales Jahr, ist also ein Ehrenamt und das Geld nur eine Aufwandsentschädigung. Was unbezahlbar ist, ist das, was man hier lernt." Am 1. September beginnt sie ihre Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten in Berlin. Und ihr Rat: "Wer sich nach der Schule noch finden muss, der sollte sich Praktika suchen oder sich für das FSJ entscheiden. Das ist eine Schule des Lebens. Und der IB hilft, wenn die Einsatzstelle mal nicht so das Richtige ist, auch rasch weiter."

Rund ums FSJ


■ Gibt es noch freie Plätze für FSJler?Wir können noch einige Stellen besetzen und freuen uns auf Bewerbungen.
■ Welche finanzielle Unterstützung gibt es?Freiwillige erhalten ein Taschengeld zwischen 260 und 300 Euro. Zudem werden alle Sozialversicherungsleistungen gezahlt. Das Kindergeld gibt es weiter.
■ Was braucht man für eine Bewerbung? So sollte ein Anschreiben mit Angabe des gewünschten Einsatzgebietes und -ortes und einen Lebenslauf enthalten. Zeugnisse aus Praktika können mitgesandt werden. Man muss die Schulpflicht erfüllt haben und darf für das FSJ nicht älter als 26 Jahre sein. Für den Bundesfreiwilligendienst gibt es keine Altersbeschränkung nach oben. Es gibt Einsatzstellen in Kindergärten, Behinderten-, Senioren- und Flüchtlingseinrichtungen sowie Krankenhäusern.
■ Wo kann man sich schlau machen?Im Internet unter www.internationaler-bund.de/angebot/8360/ oder zu den Freiwilligendiensten des IB: generell ib-freiwilligendienste.de, oder bei Astrid Ahner, Referentin Freiwilligendienste des IB, Tel. 03342 253868.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2018 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG