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"Im Havelland brauchen wir den Diesel vorläufig noch"

Jan Kuipers / 18.08.2017, 21:51 Uhr
Havelland (MOZ) Der Dieselantrieb hat sich wahrlich schon größerer Beliebtheit erfreut. In der öffentlichen Debatte, wird er geradezu verschrieen, einige Bundestagsabgeordnete greifen sogar zu so drastischen Wörtern wie "Schrott". Da kommt es gerade jetzt etwas unerwartet, dass der Grüne Kreistagsabgeordnete Wolfgang Seelbach sagt: "Im Havelland brauchen wir den Diesel vorläufig noch." Doch dies lässt sich gerade auf ökologische Gründe zurückführen, meinte er.

So werden Seelbach zufolge dieselbetriebene Fahrzeuge in ländlichen Regionen, wie dem Havelland auch klimatechnisch mittelfristig noch eine entscheidende Rolle spielen. "Zwar verbessern wir derzeit den ÖPNV auch auf dem Land, aber wir werden nie eine mit Berlin vergleichbare Vollversorgung erreichen. Sie wäre auch nicht sinnvoll, denn die damit verbundenen Leerfahrten sind ökonomisch und ökologisch gesehen keine Alternative zum Individualverkehr", so der Grüne Abgeordnete.

Bei den ländlichen Anforderungen an das Automobil sieht er den Diesel im Vorteil. So haben Dieselmotoren beim Transport von schweren Gegenständen und Materialien, sowie dem Teillastbetrieb von Kurz- und Langstrecken, gerade hinsichtlich des Kraftstoffverbrauchs die Nase vorn.

Trotzdem sieht er die Politik in der Pflicht, Anreize und Regeln für eine Nachrüstung der Abgasreinigung zu schaffen. Doch langfristig sollen die Verbrennungsmotoren von den Straßen verschwinden. Auch hier liegen schon einige Konzepte in der Schublade. "Kleine Elektroautos als Zeitwagen wären für die Pendler interessant, die auf ihr Fahrzeug nicht verzichten wollen oder können. Eine Lade-infrastruktur wäre in Berlin und dem Speckgürtel relativ schnell herzustellen."

Den Diesel sieht Seelbach dabei als Brückentechnologie. Er warnt jedoch auch vor einem zu hastigen Umstieg auf Elektromobilität, da dies dem Klima mittelfristig eher schaden, als nutzen würde. "Bei der Produktion eines Elektrofahrzeugs inklusive Batterien entsteht mehr CO2, als bei der Herstellung eines Benziners oder Diesel. Es dauert in der Regel mehrere zehntausend Kilometer und mehrere Jahre, bis sich ein positiver Effekt einstellt", so der Kreistagsabgeordnete.

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