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Erst Nothilfe, nun Integration

Durch die Blume gesehen: Annalena Baerbock, Petra Budke, Kathleen Kunath.
Durch die Blume gesehen: Annalena Baerbock, Petra Budke, Kathleen Kunath. © Foto: Passow
Silvia Passow / 24.08.2017, 18:56 Uhr
Falkensee (MOZ) Die Willkommensinitiative Falkensee begrüßte am vergangenen Donnerstag Annalena Baerbock, die auch beim Nauener Pendant vorbeischaute. Die Bundestagsabgeordnete der Bündnisgrünen engagiert sich beruflich, wie auch privat für Flüchtlinge. Ihr Interesse galt der Arbeit der Willkommensinitiative in Falkensee, welche durch Kathleen Kunath vertreten wurde.

Zunächst einmal würdigt Baerbock die Arbeit aller Helfer vor Ort. "Ohne das zivile Arrangement wäre alles anders gelaufen. So etwas zeichnet eine Gesellschaft aus." Kunath führte in ihrer Begrüßung die Gäste drei Jahre zurück. Anschaulich vermittelte sie Entstehung und Arbeit der Initiative. Erfolgsgeschichte mit nachwachsenden Herausforderungen. Ging es zuerst nur um Aufnahme und Versorgung der Flüchtlinge, ist nun deren Integration gefragt. Wo liegen hier die Baustellen? Was läuft rund?In Sachen der Grundschulversorgung weiß Kunath nur Gutes zu berichten. Anders sieht es, aus ihrer Sicht, bei den weiterführenden Schulen aus. "Wir haben hier nur eine Oberschule aber drei Gymnasien", erklärt sie. Auch berichtet sie über einen Mangel an Praktika und Ausbildungsplätzen. Und nicht zuletzt wegen der bürokratischen Hürden würden viele Arbeitgeber vor einen Arbeitsvertrag mit einem Flüchtling zurückschrecken. "Es gibt aber auch Unternehmen, die würden gerne Flüchtlinge einstellen und finden keine", wendet Baerbock ein. Auch die Angebote für Deutschkurse hält Kunath für Ausbaufähig. Weiteres Problem: Der Mangel an bezahlbaren Wohnraum. "Und vor dem Problem stehen ja nicht nur die Flüchtlinge. Das betrifft alle Falkenseer die nach Wohnraum suchen", erklärt sie. Zur Frage des Familienzuzugs. "Wie soll hier jemand normal arbeiten oder lernen können, wenn der Rest der Familie sich im Kriegsgebiet aufhält? Da wird alle paar Minuten aufs Handy geschaut, aus Sorge die Familie könnte eben ums Leben gekommen sein", berichtet Bearbock. "Da entsteht ein dramatischer Druck auf die Leute", bestätigt auch Kunath. Baerbock setzt sich für den Familiennachzug der Geflüchteten ein. "Mir wurde mal gesagt, zwei Jahre ohne die eigenen Kinder wäre doch gar nicht so schlimm." Sie lässt den Satz kurz wirken. "Ganz ehrlich, da standen mir die Tränen in den Augen." Annalena Baerbock ist nicht nur Bundestagsabgeordnete. Sie ist auch Mutter.

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