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Landesweit große Unterschiede bei Personal in Kitas und Krippen

Die Betreuungssituation in Brandenburger Kitas ist stark vom Wohnort abhängig.
Die Betreuungssituation in Brandenburger Kitas ist stark vom Wohnort abhängig. © Foto: dpa
28.08.2017, 13:55 Uhr - Aktualisiert 28.08.2017, 18:11
Potsdam (dpa) Wenn Kinder in die Krippe oder Kita kommen, interessiert die Eltern vor allem eines: Wie viele Erzieher stehen bereit? Landesweit ist das ganz unterschiedlich.

Die Betreuungssituation in Brandenburger Kitas hat sich laut einer Studie in den vergangenen Jahren leicht verbessert, ist jedoch stark vom Wohnort abhängig. Das ergab eine am Montag veröffentlichte Studie der Bertelsmann Stiftung. "Die Bildungschancen von Kindern hängen heute erheblich von ihrem Wohnort ab. Wir brauchen verlässliche Kita-Qualität in ganz Deutschland", sagte Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung.

Empfohlen wird von den Autoren ein Schlüssel von 1 zu 3 in den Krippen für bis zu Dreijährige und von 1 zu 7,5 in den Kitas. In Brandenburg müssten damit 8600 zusätzliche Fachkräfte eingestellt werden. Weitere Kosten in Höhe von 384 Millionen Euro sind fällig. Derzeit sind in den Kitas 14 900 Mitarbeiter pädagogisch tätig.

CDU-Bildungsexperte Gordon Hoffmann betonte, bisherige Verbesserungen beim Personalschlüssel seien nicht mehr als der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein. Die hohe Betreuungsquote dürfe kein Alibi für schlechte Personalausstattung in den Kitas sein. Die bildungspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion Bündnis 90/Grüne, Marie Luise von Halem, kritisierte die schlechte Strukturqualität in den Brandenburger Kitas. Das werde zunehmen zum Hindernis in der Fachkräftegewinnung.

Kamen im März 2012 noch im Durchschnitt 6,6 ganztags betreute Kinder auf eine vollzeitbeschäftigte Fachkraft in den Krippengruppen, waren es im März 2016 rein rechnerisch 6,1 Mädchen und Jungen. In den Kindergärten verbesserte sich der Schlüssel von 11,6 auf 11,3 Kinder pro Fachkraft.

In den Landkreisen ist es nach der Studie ganz unterschiedlich: Den besten Personalschlüssel bei bis zu Dreijährigen in Krippen hat Ostprignitz-Ruppin mit 1 zu 5,4, den schlechtesten Cottbus mit 1 zu 7,2. In den Kindergärten in Dahme-Spreewald werden mit 10,1 die wenigsten Kinder von einer Erzieherin betreut, in Cottbus hingegen mit 13,3 die meisten.

In Cottbus ließen Eltern ihre Kinder bis zu zehn Stunden in den Einrichtungen - bei allerdings gleichbleibenden Personaleinsatz, teilte die Stadt mit. Das Land müsse dafür sorge, dass die langen Betreuungszeiten auch im Personalschlüssel berücksichtigt werden.

Am besten bundesweit ist laut der Bertelsmann Studie die Betreuungssituation in Krippen in Baden-Württemberg: Dort ist ein Betreuer für drei Kinder zuständig. Schlusslicht ist Sachsen mit 6,5 Kindern. Auch bei Kindergärten belegt Baden-Württemberg den ersten Platz mit 7,2 Kindern, am Ende steht Mecklenburg-Vorpommern mit 13,7.

In Ostdeutschland werden gut die Hälfte der Dreijährigen in einer Krippe betreut, in den alten Bundesländern nur 29 Prozent. Brandenburg hat mit 57 Prozent die höchste Quote. Die Studie beruht auf Daten der Statistischen Landesämter und des Bundesamtes.

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