Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Wahlforum mit Kerstin Kühn (Linke), Stephen Ruebsam (SPD) und Jan Sommer (B 90/Grüne)

Viele Gemeinsamkeiten

Stephen Ruebsam, Kerstin Kühn und Jan Sommer (v. l.) waren zum Wahlforum gekommen. Sie sind Direktkandidaten im Wahlkreis 59 (MOL und Teile des Barnim)
Stephen Ruebsam, Kerstin Kühn und Jan Sommer (v. l.) waren zum Wahlforum gekommen. Sie sind Direktkandidaten im Wahlkreis 59 (MOL und Teile des Barnim) © Foto: MOZ/Gerd Markert
Detlef Klementz / 31.08.2017, 20:18 Uhr - Aktualisiert 01.09.2017, 11:50
Strausberg (MOZ) Die Direktkandidaten für die Bundestagswahl am 24. September haben in diesen Tagen und Wochen einen voll gestopften Terminkalender. Am Mittwoch waren die Bewerber der im Bundestag vertretenen Parteien vom DGB-Kreisverband Märkisch-Oderland in die Aula der Anne-Frank-Oberschule eingeladen.

Eigentlich sollten vier Kandidaten im Podium sitzen. Aber Hans-Georg von der Marwitz, der für die CDU eine dritte Legislaturperiode im Bundestag anstrebt, war der Einladung nicht gefolgt. Das bedauerte auch Moderator Sven Rosig und fand: "Es wäre spannend gewesen, wenn die CDU mit am Tisch gesessen hätte". Oder andere Mitbewerber. So beklagte sich Winfried Dreger, dass er als Direktkandidat der Freien Wähler keine Einladung erhalten habe.

So blieben Kerstin Kühn (Linke), Stephen Ruebsam (SPD) und Jan Sommer (Bündnis 90/Grüne) unter sich. Vor gut 50 Besuchern - die meisten von ihnen jenseits der 50 - wollte der Moderator angesichts der "vielen Gemeinsamkeiten" schon daran erinnern, dass die Kandidaten "Konkurrenten" sind.

So waren sich beispielsweise alle einig, dass Wohnen bezahlbar werden bzw. bleiben muss. Jan Sommer, der einen Bio-Bauernhof in Müncheberg betreibt, plädierte da mehr für kommunales Wohnen. Rechtsanwältin Kerstin Kühn würde Mehrfamilienhäuser favorisieren, während sich der Grafikdesigner Stephen Ruebsam für eine "Durchmischung" stark machte. Man müsse eben auf die Mietentwicklung aufpassen, so Ruebsam, für den zehn Euro pro Quadratmeter "nicht mehr sozial" sind. Widerspruch gab es weder in diesem Punkt noch bei anderen Fragen.

Beispielsweise beim Thema Demokratie. Alle drei Bewerber waren sich einig, dass sie nicht nur zu bewahren, sondern aktiv gestaltet werden müsse. Als Politiker müsse man auf die Menschen zugehen, das Gespräch suchen, sich einbringen, hieß es übereinstimmend.

An einer Stelle wurde besonders deutlich, wie die Sympathien der Besucher verteilt waren. Konkret ging es da um Auslandseinsätze der Bundeswehr. Gleich mehrfach hatte Kerstin Kühn deutlich gemacht, dass sie Auslandseinsätze der Bundeswehr ablehne. Auch auf die Frage, wie schlimm denn ein Diktator oder ein Krieg sein müssten, um von diesem Prinzip zu lassen, bekräftigte sie ihr Nein zu Auslandseinsätzen und forderte: "Wir müssen die Fluchtursachen bekämpfen." In dem Augenblick gab es kräftigen Beifall - es war das einzige Mal während des Wahlforums.

Wo die einzelnen Kandidaten ihre Prioritäten setzen? Stephen Ruebsam nennt zuerst das Bildungssystem, für das er den Bund in Verantwortung sehen möchte: "Da muss sich etwas ändern." Zudem müsse der Nachholbedarf in der Breitband-Ausstattung endlich überwunden werden. Und dann ist ihm wichtig, bei Problemen "Leute an einen Tisch zu bringen".

Kerstin Kühn hat ihr "Lieblingsthema" Gesundheit ganz oben auf ihrer Liste. Sie wisse aber, dass es da in der Bundestagsfraktion schon andere Experten gebe, sagte sie. Dann sei da noch Ostdeutschland mit solchen wichtigen Unterpunkten wie Rentenangleichung und Verkehr. Schließlich nannte sie auch noch das Thema Kinder und Jugendliche.

Die Prioritätenliste von Jan Sommer schien etwas länger und und ist an seinen Beruf angelehnt. So will sich der studierte Agrarwirt dafür stark machen, dass den Spekulationen auf landwirtschaftliche Nutzfläche ein Riegel vorgeschoben wird. "Gift ist in der Landwirtschaft nicht akzeptabel", lautet ein weiterer Schwerpunkt. Die Tierhaltung müsse mehr in den Fokus gerückt werden und dann möchte der Grüne "in Menschen investieren", und so zu lebendigen Dörfern beitragen.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Harald Meier 01.09.2017 - 11:41:14

Überlesen?

Zitat aus dem Artikels: "Am Mittwoch waren die Bewerber -*- der im Bundestags vertretenen Parteien -*- vom DGB-Kreisverband Märkisch-Oderland in die Aula der Anne-Frank-Oberschule eingeladen.

Harald Meier 01.09.2017 - 11:38:48

Überlesen?

Zitat des Artikels: "Am Mittwoch waren die Bewerber --> der im Bundestags vertretenen Parteien

Alfred Kuck 01.09.2017 - 08:14:56

journalistisch unvollständige Information

zu sauberem journalistischem Arbeiten hätte gehört, dass der Leser auch erfährt, warum der Kandidat der AfD an der Veranstaltung nicht teilgenommen hat. War er auch nicht eingeladen ? Durch das Fehlen dieser Information entsteht der Eindruck, dass die MOZ tendenziell berichtet und ich glaube dass dies nicht nötig ist, denn auch in Strausberg und Umgebung leben mündige Bürger.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG