Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Gelungenes Straßentheaterfest "Tag der deutschen Einsicht" im Herzen von Buckow / Auch Bundestagskandidaten im Gespräch

Acht "Babys" und ein buntes Ende

Thomas Berger / 04.09.2017, 06:00 Uhr
Buckow (MOZ) In der Buckower Innenstadt fand am Freitag und Sonnabend das zweite Theaterfestival "Tag der deutschen Einsicht" statt. Höhepunkte waren der Abschluss des Förderprojekts Legislative und die Bundestags-Kandidatenshow.

Seit 2010 liefen die beiden Vorläuferprojekte TheaterWerkStadt und Kulturkutsche, die vergangenen zwei Jahre nun die Legislative - ebenfalls mit Mitteln des Theaters, standen dabei allerdings noch mehr als bisher Formate zur jugendlichen und Bürgerbeteiligung im Mittelpunkt. Der große Reigen mit einer Vielzahl von Einzelaktionen und Projekten ist nun zu Ende, wie das Leitungsduo Carolin Schönwald und Mario Paolini am Freitagabend im Saal der "Linde" betonte. Und bei dieser Gelegenheit den zum Teil anwesenden Teilnehmern und Partnern dankte.

Gemeinsam wurde Rückschau gehalten. Das Booklet (Broschüre), dessen Erscheinen mit der Party in Retro-Atmosphäre - der etliche Gäste in ihrem Outfit folgten - gefeiert wurde, erzählt zwar in Wort und Bild, digital auf dem Smartphone sogar noch mit Hintergrundmaterial, allerdings von den zurückliegenden Aktivitäten. Ganz live und real hatten aber auch noch einmal auf dem langen Podium jeweils ein bis zwei Vertreter der Projekte Platz genommen, um persönlich Bilanz zu ziehen.

Acht "Babys" sind in den zwei Jahren aus dem Verbund heraus geboren worden, wie es die Projektleiterin ausdrückte. Einige wie das Theater-Zirkusprojekt "Flucht nach vorn" unter Einschluss jugendlicher Geflüchteter oder die Inszenierung "Königskind hat immer Recht" mit Buckower Grundschülern machten 2016 Schlagzeilen. Für "hierzulande(n)" mit Alt- und Neubürgern der Stadt sowie Rückkehrern wird im Januar Premiere sein. Die Stammtischjugend hat wie die Jugendwiese bei den Rosentagen einiges auf den Weg gebracht, das Inklusionstheaterprojekt, erinnerten Barbara Frenzel und Gunnar Seling, hatte erst kürzlich in Strausberg zwei umjubelte Auftritte. Von der Bürgerbühne wird es Ende des Monats die nächste Auflage mit gewohnt szenischem Anstoß und Debatte zu lokalpolitischen Themen Buckows geben. Im "lokal.", jenem Familiencafé und Kulturtreff als weitere "Geburtshilfe" der Legislative, der als Zweckbetrieb unter dem Dach des Jugendfördervereins Chance gesichert weiterläuft. Ohne dass da ein Ende absehbar sei, wie Mitgründer Fabian Brauns sagte.

Farbenfroh und einfallsreich wie der Vorabend im Saal, bei dem noch das Duo RealDeal aufspielte, ging es auch Sonnabend Open Air im Königskiez zu. Musiker von Anna Zeller bis zur australischen Band Other Animal und den Münsteraner Soundnomaden spielten auf, serviert wurden Grillwurst, Kuchen, Gemüsespieße und Fischsuppe. Zur Erste-Wa(h)l-Bühne, auch mit Gastauftritten der Verkörperungen von Angela Merkel und Wladimir Putin, wurde die große Bühne mittendrin bei der "Kandidatenshow". Bedauert wurde, dass der im Ort lebende AfD-Kandidat Andreas Schuffenhauer die Einladung ausgeschlagen hatte. So moderierte Christian Raschke souverän-charmant die Runde aus "Amtsinhaber" Hans-Georg von der Marwitz (CDU) sowie den Herausforderern Stephen Ruebsam (SPD), Jan Sommer (Grüne) und Kerstin Kühn (Linke).

Letztere betonte ihre Kernthemen Frieden sowie Jugend- und ostdeutsche Interessen. Für Sommer steht der Kampf um eine gerechte und allseits gesunde Landwirtschaft. Wie bei Kerstin Kühn beim Stichwort Frieden erhielt auch er bei seiner Forderung nach einem Verbot mit Ansage bei Ackergiften Szenenapplaus. Beim Einsatz gegen Bodenspekulation oder bessere Bildung zeigen sich die vier zwar in der Zielrichtung einig. Die Ansätze indes variieren. von der Marwitz betonte, weiter für die Chancen der ländlichen Räume in Zeiten des Strukturwandels um Mehrheiten ringen zu wollen. Das sei ebenso wie anderes "das Bohren dicker Bretter". So hält er auch die massiven Bundes-Investitionen in Schulstandorte, die Ruebsam ganz vorn auf seiner Agenda hat, beim Widerstand der Länder für schwer umsetzbar. "Volkes Stimme" repräsentierten fünf Vertreter aus dem Publikum mit ihren kritischen Zwischenfragen. Einig waren sich alle vier, dass Politik besser erklärt werden müsse. Die Beifalls-Lautstärkemessung am Schluss, wer denn am überzeugendsten war, gewann Sommer - vor Kühn und von der Marwitz, die fast gleichauf lagen.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG