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Oderbruch-Museum Altranft weist Dorf aus / Bewerbung um Europäisches Siegel 2019

Neulietzegöricke jetzt Kulturerbe-Ort

Erstes Dorf mit Kulturerbe-Plakette: Ortsvorsteherin Marita Dolgener und Bürgermeister Horst Wilke
Erstes Dorf mit Kulturerbe-Plakette: Ortsvorsteherin Marita Dolgener und Bürgermeister Horst Wilke © Foto: MOZ/Steffen Göttmann
Steffen Göttmann / 04.09.2017, 06:20 Uhr
Neulietzegöricke (MOZ) Das Oderbruch-Museum Altranft hat am Sonntag Neulietzegöricke eine Plakette verliehen, die das älteste Kolonistendorf des Oderbruchs als Kulturerbe-Ort ausweist. Heike Schönherr, die zusammen mit Tobias Hartmann im Museum fürs Kulturerbe-Projekt verantwortlich ist, überreichte Bürgermeister Horst Wilke am Sonntag vor dem Gasthaus "Zum feuchten Willi" die türkisfarbene Emaille-Plakette auf der ein Drainagespaten zu sehen ist. Das Werkzeug symbolisiert die Trockenlegung des Oderbruchs.

Nach zehn Heimatstuben wiedie in Letschin und Buschdorf sowie das Fontane-Haus in Schiffmühle sei Neulietzegöricke der erste Ort im Oderbruch, dersich Kulturerbe-Ort nennen darf. Parallel dazu gibt es im Schloss Altranft eine Schaukastenausstellung. Orte, die das Besondere des Oderbruchs verkörpern und die Kulturerbe-Plakette haben, werden in dieser Dauerausstellung präsentiert.

Für jeden Ort gibt es ein kleines Schränkchen, der einen typischen Gegenstand aus dem jeweiligen Ort zeigt. Museumsbesucher, die neugierig geworden sind, können durch den Besuch des Ortes mehr über die Geschichte erfahren.

Als Kulturerbe-Orte ausgewiesen werden Orte, Denkmäler, Schöpfwerke oder Museen. Wenn ein Netzwerk von Kulturerbe-Orten entstanden ist, wolle sich das Oderbruch-Museum 2019 um das Europäische Kulturerbe Siegel bewerben, sagte Heike Schönherr. Welcher Ort nach Neulietzegöricke mit der Plakette rechnen kann, konnte Heike Schönherr nicht verraten. Es gebe zwar schon mehrere Nennungen, die aber weder entschieden noch abgestimmt seien. Horst Wilke freute sich über die Plakette, die auch eine Auszeichnung bedeutet und am Gemeindehaus angebracht werden soll. "Wir haben viel Mühe damit und auch schon einiges getan", erklärte der Bürgermeister von Neulewin, wozu Neulietzegöricke gehört.

Ziel sei es, den bestehenden Rundgang so zu verbessern, dass die Touristen den Weg auch ohne Führung selbst verfolgen können. Vor den Häusern werden Tafeln aufgestellt, die Fotos zeigen, wie die Häuser früher aussahen und in welch desolatem Zustand sie sich teilweise vor der Sanierung befanden.

"Die Tafeln enthalten nicht die Beschreibung aus der Denkmalliste, sondern Geschichten und Anekdoten", so Wilke. So waren bei einem Haus mehr Deckenbalken verbaut, als das gewöhnlich der Fall war. Die Menschen hatten damit vorgesorgt und die Traglast der oberen Stockwerke verbessert. Sie wussten, dass sie bei Hochwasser ihr Hab und Gut nach oben tragen mussten.

Anlässlich der Kulturerbe-Verleihung gab es einen kleinen Landmarkt vor der Gaststätte. "Wer in historischem Kostüm kommt, kriegt einen Verzehrbon", so Ortsvorsteherin Marita Dolgener.

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