Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Unter großem Interesse Kunstinteressierter wurde am Montag in Trebnitz das Gustav-Seitz-Museum eröffnet

Brandenburgs neue Kultur-Adresse

Ines Weber-Rath / 12.09.2017, 07:30 Uhr
Trebnitz (MOZ) Brandenburg ist um einen kulturellen Anziehungspunkt reicher: Am Montagnachmittag wurde im Müncheberger Ortsteil unter großer Anteilnahme der kunstinteressierten Öffentlichkeit das Gustav-Seitz-Museum eröffnet. Es wird vom Verein Bildungs- und Begegnungszentrum Schloss Trebnitz betrieben.

Christoph Berendt war von der großen Gästeschar, die sich vor dem sanierten einstigen Waschhaus am Schloss versammelt hatte, angenehm überrascht. Die Besucher waren aus der Region und Berlin, aber auch aus Gustav Seitz' Geburtsstadt Mannheim, aus Hamburg und Polen ins Oderland gekommen. Das Interesse zeige, wie bedeutend das neue Museum sei, "das wir als Zentrum für Kunst- und Kulturpädagogik betreiben wollen", erklärte der Vorsitzende des Schlossvereins zur Begrüßung.

Kultur-Staatssekretär Martin Gorholt sprach von einem neuen Brandenburger Schatz: Das Museum mit dem Nachlass des Bildhauers Gustav Seitz, der am Montag 111 Jahre alt geworden wäre, sei ein "kultureller Anziehungspunkt, der über die Grenzen unseres Landes hinaus ausstrahlen wird", so Gorholt.

Bevor Architekt Ralf Meier vom Seelower Planungsbüro Pro3 den symbolischen Schlüssel für das mit rund 600 000 Euro, darunter 75 Prozent Fördermittel, sanierte ehemalige Waschhaus übergab, in dem das Museum eingerichtet ist, dankte Bernd Schälicke vom Vorstand der Hamburger Gustav-Seitz-Stiftung den Projekt-Partnern aus Märkisch-Oderland, darunter Landrat Gernot Schmidt. Sie hätten deutlich gemacht, dass der Nachlass des 1969 verstorbenen Bildhauers in Trebnitz willkommen und gut aufgehoben ist.

Besondere Anerkennung zollte Bernd Schälicke Darius Müller. Dem Leiter der Trebnitzer Bildungs- und Begegnungsstätte sei es durch unermüdliches Engagement gelungen, Sanierungsmittel zu beschaffen, um sodann Kunst und Pädagogik zusammenzuführen, so der Vertreter der Seitz-Stiftung, der "mit fröhlichem Herzen" den gesamten Nachlass des Bildhauers übergab. Zu ihm gehören 170 Bronze-Skulpturen, zahlreiche Modelle, rund 4500 Zeichnungen und Grafiken sowie Notizen und Möbel wie Schreibtisch und Sessel des Künstlers. Letztere befinden sich im abschließbaren gläsernen Büro im Obergeschoss.

Die "ruhige und heitere Ausstrahlung" der Seitzschen Figuren und Schönheit seiner Kunst gelte es vor allem jungen Menschen nahe zu bringen, wünscht sich nicht nur Bernd Schälicke. Auch Landrat Schmidt sieht darin einen besonderen Auftrag für das Museum. Dass dies ein Verein und "kein staatlich subventionierter Kulturbetrieb" bewerkstellige, hob der Landrat ausdrücklich hervor.

Als sich die Museumstür für die Besucher öffnete, zeigten sich diese tief beeindruckt von der Ausstellung: Die Skulpturen verschiedener Größe, zumeist Akte, die 45 großen Köpfe von Persönlichkeiten der Weltgeschichte, Fotos, Abdrücke und mehr erstrahlen im vollen Tageslicht. Dafür haben Architekt Meier und die Bauleute aus der Region vor allem durch große Dachfenster und eine gläserne Galerie im Obergeschoss gesorgt. In dem gibt es auch einen kleinen Lese- und Archivbereich, der mit originalen Möbeln aus Seitz' Hamburger Haus und Atelier ausgestattet ist.

Für Staatssekretär Martin Gorholt steht das sinnlich-lebensfrohe Werk von Gustav Seitz nicht zuletzt auch für Frieden und Toleranz. Das verbinde es aufs Engste mit Schloss Trebnitz. Denn hier ist seit Beginn der 90er-Jahre ein Bildungs- und Begegnungszentrum entstanden, in dem sich junge Menschen verschiedener Nationalitäten kennenlernen und Freundschaften schließen. Deutsche und Polen, aber auch Jugendliche aus anderen Ländern erleben Trebnitz seit 25 Jahren als Ort des Austauschs. "Die uns am Herzen liegende deutsch-polnische Freundschaft wird in Trebnitz mit Leben erfüllt. Das Umfeld ist ein wunderbarer Ort für Kunst", so Gorholt.

Das Museum ist ab sofort mittwochs bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet drei Euro, für Kurs-Teilnehmer im Schloss ist er frei. Informationen unter Tel. 033477 5190 oder E-Mail info@gustav-seitz-museum.de.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG