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Berlinische Galerie kritisiert Kunsthallen-Pläne

06.02.2011, 17:04 Uhr
Berlin (DPA) Die Debatte um eine Kunsthalle für Berlin geht in eine neue Runde. Im Sommer öffnet am Humboldthafen eine vom Senat geförderte Ausstellung mit jungen Künstlern. Die „Leistungsschau“ soll die Entscheidungsgrundlage für die seit langem diskutierte feste Kunsthalle sein, wie sie Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) forderte. Ein ähnliches Projekt gab es bereits mit der privat finanzierten Temporären Kunsthalle auf dem Schlossplatz. Fraglich ist, ob das klamme Berlin Geld für eine Kunsthalle hat und ob die an Museen und Galerien reiche Stadt sie überhaupt braucht.

Die Berlinische Galerie plädiert dafür, die Mittel lieber in die vorhandenen Einrichtungen zu stecken. „Um uns herum geht die Post ab, und ich kann praktisch unglaublich wenig überhaupt erwerben“, sagte Thomas Köhler, der Direktor des Landesmuseums für moderne Kunst, Fotografie und Architektur, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Köhler sieht die Kunsthallen-Pläne skeptisch. „Die bestehenden Institutionen so zu übergehen zugunsten eines Projektes, was im Grunde das machen wird, was die anderen auch machen, wäre eine falsche Entscheidung.“ Und das erst recht, so Köhler, wenn die Halle nach zwei Jahren auch unterfinanziert wäre und mit den anderen konkurrieren würde.

Für unrealistisch hält der Museumschef Zielgrößen von 250 000 Besuchern. „Mit welchen Künstlern soll das eigentlich erreicht werden?“ Aktuelle Kunst werde es immer schwer haben, auf derartige Zahlen zu kommen. Statt des Projekts im Humboldthafen findet Köhler die Idee aus New York reizvoll, Kunstschauen über vorhandene Institutionen in der Stadt zu verteilen.

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