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Grundschüler werden auf Gefahren im Straßenverkehr hingewiesen / Zwölf Barnimer Schulen nehmen teil

Schulbus
Das Einmaleins des Busfahrens

Patrizia Czajor / 19.09.2017, 06:44 Uhr
Grüntal (MOZ) Mit dem Start in ihre Schulkarriere besuchen Erstklässler aus Grüntal gleich zwei Schulen. Denn neben dem regulären Unterricht steht bei den Jungen und Mädchen auch die Busschule auf dem Programm. Sie sollen lernen, wie sie sich im Bus und an der Haltestelle korrekt verhalten.

Frank Preuß stellt sich mit beiden Füßen auf die Bordsteinkante. Auf diese Weise demonstriert der Beamte von der Barnimer Polizeiinspektion den Erst- und Zweitklässlern: "So nah an der Fahrbahn solltet ihr nicht stehen." Dann entfernt sich Preuß, der als Sachbearbeiter für den Bereich Prävention zuständig ist, mit zwei großen Schritte wieder von der Straße. Er steht jetzt unmittelbar vor einer Absperrung aus Pöllern, hinter der die Schüler der Grüntaler Grundschule versammelt zusammenstehen und ihm zuhören. Sie gehören zu den ersten von insgesamt zwölf Barnimer Klassen, die Preuß gemeinsam mit seinem Kollegen von der Verkehrs- und Service GmbH (VSG) in diesem Jahr einer Verkehrsschulung unterziehen wird.

Bereits zum 16. Mal führt die Kreisverwaltung in Zusammenarbeit mit der Barnimer Busgesellschaft, der Polizeiinspektion Barnim und der Verkehrswacht diese sogenannte Busschule mit neu eingeschulten Schülern durch. In den Augen von Preuß ist diese Maßnahme zwar "nur punktuell", jedoch gerade für Abc-Schützen unheimlich wichtig. Jeden Schüler, der nicht aufmerksam zuhört, straft der Beamte deswegen mit mahnendem Blick sowie strengem Unterton. Gerade im Übergang von der Kita zur Schule werden Kinder laut Preuß mit vielen neuen Situation konfrontiert. "Sie waren vorher in der Regel vorher sehr wohlbehütet", sagt er. Jetzt würden sie Freiräume bekommen, die sie vorher nicht gekannt hätten. Um die Schüler auf den sicheren Einstieg in den Bus vorzubereiten, erläutert ihnen Preuß zunächst einmal, wie sie zum Beispiel den Tornister sicher vor sich hertragen. Er schnappt sich einen der Ranzen am oberen Haltegriff und hält ihn seitlich neben seinem Körper. "So könnt ihr immer noch eure Füße sehen", erläutert er den Schülern, die nach der Einführung schließlich hintereinander in den Bus steigen dürfen.

Dort gibt es eigentlich keine feste Sitzordnung, doch was Jörg Raeck auf Anhieb im großen Rückspiegel entdeckt, gefällt dem 56 Jahre alten Busfahrer nicht. Er rät einem Mädchen, das in der hintersten Reihe auf dem mittleren Sitz Platz genommen, lieber weiter nach rechts zu rücken. "Du könntest bei scharfem Bremsen leicht nach vorne fliegen", wendet er ein. Mit der Aufforderung, "die Nase nach vorn" zu richten, fährt Raeck endlich los und führt zwischendurch immer wieder kontrollierte Notbremsungen durch. Kaum ist Raeck nach kurzer Übungsfahrt wieder am Ausgangspunkt angekommen, richten sich einige Grundschüler, die sich kurz zuvor noch an die Haltegriffe geklammert haben, auf den Knien hockend auf und blicken nach hinten zum Sitznachbarn herüber. Vor dem Ausstieg erläutert der Busfahrer den jungen Mitfahrern noch, wie sie im Notfall den Nothammer oder die Dachluke verwenden und gibt ihnen einen letzten Hinweis mit auf den Weg. "Vor dem Aussteigen umschauen", sagt er und weist die Schüler auf möglicherweise vorbeifahrende Radfahrer hin.

Schlimmere Unfälle hat der Busfahrer glücklicherweise noch nicht miterlebt, wie er nach der Fahrt erzählt. Es habe aber Schüler gegeben, die - anstatt auszusteigen - bis zum Betriebshof mitgefahren seien. Sein Resümee: "Ein Telefonkärtchen sollte jeder im Ranzen haben."

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