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Landrat entschuldigt sich bei Polen für den Abschuss, dort ist man erfreut über seinen Brief

Abschuss
Wisent-Tod wird zur Staatsaffäre

Der in Lebus erlegte Wisent auf einer früheren Aufnahme bei Küstrin.
Der in Lebus erlegte Wisent auf einer früheren Aufnahme bei Küstrin. © Foto: Pawel Baranowski
Ines Weber-Rath, Andreas Wendt / 21.09.2017, 21:45 Uhr
Seelow/Gorzów (MOZ) In einem Brief an seine polnische Amtskollegin in Gorzów hat sich der Landrat von Märkisch-Oderland, Gernot Schmidt (SPD), für den Abschuss eines aus dem Nachbarland stammenden Wisents vor einer Woche in Lebus entschuldigt. Auch im Kreistag musste sich Schmidt rechtfertigen.

In dem zweiseitigen Brief an die Landrätin Malgorzata Domagala begründet Schmidt die Entscheidung des Amtes Lebus, welches das ausgewachsene Tier zum Abschuss freigegeben hatte. Er wisse, dass mit dieser Entscheidung viele Menschen auf polnischer Seite verletzt wurden, schreibt Schmidt und bittet um Nachsicht. "Wir bedauern den Ausgang dieses Ereignisses sehr und hoffen, dass sich hierdurch kein Schatten über unsere gemeinsamen Beziehungen legt."

Der Wisent war über Monate im polnischen Nationalpark Warthemündung und in dessen umliegenden Dörfern gesichtet, fotografiert und gefilmt worden. Umso entsetzter hatte man auf polnischer Seite auf die Nachricht vom Abschuss des geschützten Tieres reagiert. Besonders der Fakt, dass dem Tier von einem Jäger der Kopf als Trophäe abgetrennt worden war, sorgte für Aufregung. Die Naturschutzorganisation WWF stellte unmittelbar nach dem Vorfall Strafanzeige.

Der Sprecher des Landkreises Gorzów, Wieslaw Ciepiela, bestätigte am Donnerstag den Eingang des Schreibens aus Seelow und sagte, dass man sich darüber gefreut habe. "Der Brief zeugt von unserer vertrauensvollen Zusammenarbeit und dem ehrlichen Umgang", sagte Ciepiela. Es sei verständlicher geworden, weshalb der 900 Kilo schwere Bulle abgeschossen wurde. "An dem Angebot aus Seelow, gemeinsame Regelungen zu erarbeiten, um ähnliche Vorfälle künftig auszuschließen, sind wir sehr interessiert", sagte Ciepiela.

Der Abschuss des Bullen war am Mittwochabend auch Thema im Kreistag von Märkisch-Oderland. Der Abgeordnete Jan Sommer (B90/Grüne), der am Sonntag auch für den Bundestag kandidiert, sagte, er sehe in der Vorgehensweise eine "Ermutigung zur Selbstjustiz". Er forderte die lückenlose Aufklärung des Geschehens und Schlussfolgerungen auf Landkreisebene. Zum Beispiel, was die Verfügbarkeit eines Betäubungsgewehrs betrifft.

Landrat Schmidt bat seinerseits eindringlich darum, die Verantwortlichen im Amt Lebus nicht vorzuverurteilen und verwies auf die Interessenkollision, unter der sie die Entscheidung treffen mussten: "Da stand das Naturschutzrecht gegen die Pflicht zum Schutz von Leib und Leben", sagte Schmidt. Im Landtag wollen die Grünen die Angelegenheit ebenfalls zur Sprache bringen.

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Ignaz Koslowski 29.09.2017 - 00:08:52

Die Mär vom scheuen Wolf

http://www.t-online.de/leben/familie/id_82322940/woelfe-kommen-immer-naeher-an-den-menschen.html

Ignaz Koslowski 28.09.2017 - 11:17:31

@Herrn Lang:

Ich weiß nicht was Sie auf meinem Namen herumzuhacken haben bzw. was Ihre kindischen Verdächtigungen sollen, daß ich mich angeblich hinter einem Nick / Fake verstecken würde, das wird ja langsam beleidigend. Hinsichtlich der Wölfe ist bisher nicht bekannt, daß sich deren Rudel an die Grenzen der Bundesländer halten und diese nicht überqueren würden. Wir werden daher die Wolfspopulation in größeren Gebieten, etwa in Mitteleuropa, in den Blick zu nehmen haben. Das gilt auch für die Schäden an Nutztieren; ein Problem das heute in Polen, Sachsen oder Mecklenburg besteht, kann und wird morgen auch unseres werden. Eine Betrachtung allein der märkischen Schadensbilanz ist nicht sachgerecht, wenn es um die Folgen der Wölfe geht., da diese auf unser Landesgebiet ebensowenig festgelegt sind, wie die Wölfe angrenzender Länder dort. Oder beurteilen Sie die Frage einer Mückenplage allein danach, wieviele Mücken in Ihrem Schlafzimmer sind?

Lang Klaus-Dieter 28.09.2017 - 09:06:18

Noch (und letzmalig an einen Herren mit dem Namen (Nick-Namen??!!)Ignaz Koslowski

Sie werfen mir etwas vor was Sie selber mit Bravour machen (Weiß nicht wie man so was nennen soll) und verstecken sich wahrscheinlich auch noch hinter einem Nick/Fake Namen) Feigheit??Tarnen und Täuschen?? Oder was sonst?? Erkenntnis, dass nicht nur Ihre Meinung der Wahrheit entsprechen kannn, vielleicht wahr ist?? Leben nach dem 2 Paragraphen-Prinzip?? Und ich glaube (weiß??) die paar Wölfe (~200??) hier in Brandenburg haben bestimmt noch keinen "tausende" von Haustieren gerissen (Vielleicht auch mal unter Wolfsnachweis in Brandenburg LfU nachsehen; Allein im Landkreis Oder-Spree Leben ~60 Wölfe, zu Gesicht habe ich noch keinen bekommen!! Warum wohl?? Normalerweise gehen Wölfe dem Menschen aus dem WEGE!!) . Und ich weiß nun bald auch gar nicht mehr was Wölfe mit dem Wisent (Grasfresser kein Raubtier) zu tun haben. Als nächstes kommen die paar Luchse im Harz, als wilde "Bestien" an die Reihe usw., usw.,usw. Und um diesen Schäferhund zu helfen (und anderes) hätte vielleicht nämlich auch eine einfache Anzeige beim zuständigen Ordnungsamt, Amtstierarzt usw. gereicht. Dazu müsste man aber 1. einen Hintern in der Hose haben (kann einem dann nämlich auch mal passieren, dass das Auto 4 Platten hat oder dass man einem ankündigt ihm den "roten Hahn auf´s Dach" zu setzen) und 2. auch die Tierschutzgesetze in dem jeweiligen Bundesland genau kennen Stehen halt in diesen Gesetzen und Verordnungen viele Dinge drin die nicht nur einem "Tierschützer" sonder fast jedem normalen Menschen mehr wie zu denken geben (z.B Ketten-/Zwingerhaltung unter bestimmten Umständen bei Hunden erlaubt) Und andersherum stehen auch vieles darin, wenn man es konsequent zum Wohle der /des Tieres durchsetzen würde....(z.B.Ausssetzen von Tieren etc.pp) Oder was glauben/denken Sie, warum sind Tiere hier und heute immer noch eine Sache?? (Und ein Tier vorsätzlich zu quälen und auch aus Jux und Dallerei zu töten ist halt immer nur eine "Sachbeschädigung"; siehe auch das töten von Katzenwelpen, "ersäufen") Mal drüber nachdenken. Werde aber auf Ihre Anwürfe und ähnliches nicht mehr antworten/reagieren, ist mir irgendwie zu .....

Hasso Isenhagen 28.09.2017 - 07:33:12

also das mit den Wölfen

da in Griechenland wird wie so vieles aus Griechenland eine Ente sein. Und außerdem, es ist ja wohl fast schon "weit draußen in der Türkei" und im übrigen, das haben sie nun vom Brexit.......

Ignaz Koslowski 27.09.2017 - 23:43:56

Mal für die Fans der Wölfe

http://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_82318720/vermisste-britische-touristin-vermutlich-opfer-von-woelfen.html

Ignaz Koslowski 24.09.2017 - 19:51:13

@Herr Lang:

Meine Familie besaß in Schlesien einen großen Bauernhof mit über 265 ha Land. Aber da waren Tiere Tiere, und daß die auch geschlachtet wurden, war für uns die normalste Sache der Welt. Ganz sicher benötige ich von Ihnen auch keine Agitation zum Umgang mit Tieren. Das Schizophrene an den selbsternannten "Tierschützern" ist deren inkonsistente Argumentation. Reißen Wölfe tausende Haustiere, dann ist das für die sogenannten "Tierschützer" völlig in Ordnung, aber wehe jemand krümmt dem nutzlosen und wirtschaftlich schädlichen Wolfsgeschmeiß ein Härchen, dann bricht gleich der Zwergenaufstand aus. Ich kenne eine dieser vermeintlichen "Tierschützer" aus meiner Nachbarschaft, die hat jahrelang einen Schäferhund in einem engen Zwinger gehalten, ohne jedweden Auslauf oder nennenswerte Beschäftigung mit dem Tier. Nach einiger Zeit entwickelte das bedauernswerte Tier gravierende Verhaltensstörungen, jedoch waren bei der Madame "Tierschützerin" keine Einsichten zu fördern und das Leiden des Hundes setzte sich bis zu seinem Ableben fort. Hinter dem Grundstück der Dame gibt es eine verwilderte Wiese, die wird von der Dame regelmäßig beinhart niedergebrannt. Käfer, Würmer, Insekten oder die hier häufigen Weinbergschnecken interessieren die "Tierschützerin" nicht die Bohne. Ich mag diese Leute, die bei Anderen immer gleich mit dem erhobenen Zeigefinger schulmeistern, deren behaupteter Schutzgedanke aber an ihrer eigenen Haustür endet. Und noch mehr mag ich Menschen wie Sie, die mich zwar überhaupt nicht kennen, mir aber grenzenlose Dummheit unterstellen und mir jegliche Kompetenzen absprechen. Damit haben Sie aber nur Ihre eigene Unfähigkeit zur objektiven Bewertung und zur sachlichen Einschätzung unter Beweis gestellt und sich für Diskussionen selbst disqualifiziert.

Lang Klaus-Dieter 24.09.2017 - 19:04:35

An die Herren Ignaz Koslowsk Und Seppel Kokoschinski Nick-Namen??

Wenn/falls ich mich mal verschrieben habe sollte kommt vor, mit einer "angeschlagenen" rechten Hand ansonsten sollte man es ihnen gegenüber mit einem Zitat von einem Herrn Albert Einstein halten, zur Unendlichkeit usw. Und wenn man von Tieren und Tierschutz keine Ahnung hat sollte man doch bitte besser den Mund halten (Tiere kenne doch die meisten nur aus/von der Fleischtheke im Supermarkt??). Gilt dito für Bauen und Bauausführung. Dass beim BER vieles im Argen ist, liegt wohl auch mit daran, dass dort die Politik und Politiker "FEDERFÜHREND" waren und sind (gleitende Projektierung, Unklare Zielstellung etc.). Und Herr Ignaz K,Sie würden ja wohl nicht einen Hausbau am Dach , ohne konkrete Vorstellungen usw., beginnen , oder etwa doch?? Welche "Kompetenzen" ich bei Ihnen des weiteren bezweifle, darüber schweige ich doch lieber

Ignaz Koslowski 24.09.2017 - 17:04:54

@Herr Lang:

Beim Flughafen BER, bzw. dem was angeblich mal ein Flughafen werden soll, sollen dem Vernehmen nach nach auch Bauleiter und Diplom-Ingenieure tätig sein. Die trafen und treffen auch täglich unzählige Entscheidungen, das Ergebnis sehen wir. Allgemein bezweifele ich auch die juristische Kompetenz von Personen, die schon an der deutschen Sprache und Rechtschreibung scheitern.

Hans-Joachim Strauss 24.09.2017 - 15:36:18

Das Vieh zog

hunderte Kilometer weit durchs Nachbarland und hat wohl keinen Schaden angerichtet; jedenfalls wurde darüber nichts bekannt. Auch nicht darüber, dass sich Bewohner der Orte durch die der Wisent zog, sich vor Angst in die Hose machten.

Seppel Kokoschinski 24.09.2017 - 14:17:12

@ Lang

Ein Baudiplom macht Sie zum Experten in Sachen Tierschutz und Entwicklung von Mensch, Gesellschaft und Natur. Sie werden es noch begreifen, dass das Hirngespinste sind, die Sie da von sich geben. Fragen Sie mal Leute die in Kassel unter Waschbären zu leiden haben. Hinterher sind auch die Optimisten immer der Meinung gewesen, dass die Tiere keine Menschen sind... Träumen Sie weiter.

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