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Wahl
CDU-Bewerber setzen sich durch

Sabine Rakitin und Hans Still / 24.09.2017, 21:40 Uhr
Bernau (MOZ) Am Sonntagabend zu Redaktionsschluss gegen 20.45 Uhr waren im Wahlkreis 57 (Uckermark-Barnim I) 364 von 384 Wahllokale ausgezählt, im Wahlkreis 59 (Märkisch-Oderland-Barnim II) 336 von 364 Wahllokale. In beiden lagen die Direktkandidaten der CDU, Jens Koeppen (WK 57) und Hans-Georg von der Marwitz (WK 59) uneinholbar vorn.

Am Sonnabend war die Welt für Kerstin Kühn noch in Ordnung. Da wurde die Direktkandidatin der Linken im Wahlkreis 59 Siegerin. Beim Wettbewerb im Kartoffelschälen auf dem Regionalparkfest in Blumberg setzte sich die Schönowerin gegen ihre Mitbewerber Stephen Ruebsam (SPD) und Jan Sommer (Grüne) souverän durch. Alle drei erhielten Preise: jeweils einen Beutel Kartoffeln von einem ansässigen Bauern. "Das ist wie bei der Wahl. Am Ende haben alle gewonnen", kommentierte Torsten Jeran vom Regionalpark-Verein.

Am Sonntagabend war von dieser Euphorie bei den meisten etablierten Parteien nicht mehr viel zu spüren. Angesichts der sich abzeichnenden Verluste von CDU und SPD und dem Stillstand bei Bündnisgrünen und Linken gegenüber dem Wahlergebnis von 2013 mochte niemand mehr das Wort Gewinn überhaupt in den Mund nehmen.

Katerstimmung herrschte beispielsweise bei den Linken in Bernau, die im Bürgerbüro auf ihre Direktkandidatin Kerstin Kühn warteten. "Es geht gar nicht darum, wie wir abgeschnitten haben", sagte ein geschockter Michael Günther vom Bernauer Stadtparteivorstand. Die Ergebnisse, die die AfD einfuhr, machten ihn fassungslos.

Für Lutz Kupitz, Fraktionsvorsitzender der Linken im Kreistag, ist es "zwar gut, dass die Linke ihr Ergebnis von 2013 gehalten hat". Doch "einfach bedrückend, eigentlich erschreckend, ist das Ergebnis der AfD", stellte er fest. "Insofern müssen wir überlegen, was wir in unserer Partei ändern müssen", ist ihm klar.

Für die AfD stellte sich im Wahlkreis Uckermark/Barnim I der Panketaler Steffen John zur Wahl. Er zeigte sich gegen 20.30 Uhr hoch zufrieden, als er mit 20,8 Prozent der Erststimmen deutlich von dem SPD-Kandidaten Stefan Zierke auf Platz Zwei lag. CDU-Kandidat Jens Koeppen befand sich zu diesem Zeitpunkt uneinholbar vorn. "Der Wahlkampf hat mir gezeigt, die Bürger wollten ein Umschwenken der etablierten Partei beziehungsweise eine andere Politik. So darf es im Bund nicht weiter gehen, das hörten wir immer wieder", resümierte John den Wahlkampf.

Da war Detlef Klix, Direktkandidat der Freien Wähler im Wahlkreis 57, schon längst unterwegs, um seine Wahlplakate einzusammeln. Unterstützt von seinem Landesvorsitzenden Péter Vida war er unter anderem in den Gemeinden von Biesenthal-Barnim und in Wandlitz zu Gange. Auch darin würde sich BVB/Freie Wähler von anderen Bewerbern um Bundestagsmandate unterscheiden, bemerkte Vida. "Wir setzen den üblichen Wahlpartys etwas entgegen."

"Ich bin enttäuscht, dass wir es nicht geschafft haben, den Leuten den Wandel schmackhaft zu machen", sagte SPD-Bundestagskandidat Stephen Ruebsam nach den ersten Hochrechnungen im SPD-Bürgerbüro von Jutta Lieske in Bad Freienwalde. Auch Landtagspräsidentin Britta Stark (SPD) aus Bernau erlebte dort die Auszählung der Stimmen.

Jubel hingegen gab es bei der CDU. Bereits als die Hälfte der 384 Wahlbezirke von Barnim und Uckermark ausgezählt waren, lag Jens Koeppen schon deutlich deutlich vor den Mitbewerbern und wurde als erfolgreicher Verteidiger des Direktmandats für den Bundestag gefeiert. "Ich sehe das als eine Bestätigung meiner Arbeit, dass mir die Wähler so viele Erststimmen gegeben haben. Das ist eine Anerkennung und ein Wählerauftrag. Gleich morgen geht die Arbeit weiter. Es geht um die Uckermark und den Barnim, wir müssen die Kreisgebietsreform verhindern und die Infrastruktur verbessern", gab Koeppen die Linie vor.

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