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Polizei entdeckt im Bad Saarower Amtsgewerbepark einen professionellen Drogen-Anbau / Zwei Verdächtige festgenommen

Fahndungserfolg
2000 Cannabis-Pflanzen im Keller

Stundenlange Arbeit: In Kellerräumen im Bad Saarower Amtsgewerbepark wurden Cannabis-Pflanzen unter Wärmelampen aufgezogen. Am Dienstag suchte die Polizei überall nach verwertbaren Spuren - auch auf einem Ventilator, der zur Belüftung der Pflanzen diente.
Stundenlange Arbeit: In Kellerräumen im Bad Saarower Amtsgewerbepark wurden Cannabis-Pflanzen unter Wärmelampen aufgezogen. Am Dienstag suchte die Polizei überall nach verwertbaren Spuren - auch auf einem Ventilator, der zur Belüftung der Pflanzen diente. © Foto: MOZ/Bernhard Schwiete
Bernhard Schwiete und Manja Wil / 26.09.2017, 20:34 Uhr
Bad Saarow/Spreenhagen (MOZ) Im Bad Saarower Amtsgewerbepark sind zuletzt nicht nur legale Geschäfte betrieben worden: Die Polizei hat dort am Dienstag etwa 2000 Cannabis-Pflanzen entdeckt. Tags zuvor hatte sie bereits in Spreenhagen einen - allerdings deutlich kleineren - Drogenfund gemacht.

Am Dienstagvormittag, gegen 11 Uhr, schlugen die Ermittler zu. Mit zahlreichen Mannschaftswagen und einem Durchsuchungsbeschluss rückte die Polizei im Bad Saarower Amtsgewerbepark an. Sie fand dort die vermutete Hanfplantage und nahm gleichzeitig zwei des Handels mit den illegalen Drogen verdächtige Männer fest. Sie sind 42 und 38 Jahre alt und wohnen im Landkreis Oder-Spree; genauere Angaben wollte die Polizei zunächst nicht machen.

Der Zugriff wurde möglich, nachdem die Kriminalisten im Vorfeld einen Tipp bekommen hatten. "Es gab Hinweise von Kollegen aus einem anderen Bundesland, die uns auf die Spur nach Bad Saarow brachten", berichtete Polizeisprecherin Bärbel Cotte-Weiß vor Ort. Dann sei es gelungen, die Suche einzugrenzen, und im Amtsgewerbepark an der Fürstenwalder Chaussee wurden die Beamten schließlich fündig. In Kellerräumen unter Gewerbehallen und in einem weiteren Raum im Obergeschoss entdeckten sie insgesamt etwa 2000 Cannabis-Pflanzen, die Hälfte davon im ausgewachsenen, erntereifen Zustand. Mit Beleuchtung, Wärmeversorgung, Kohlefiltern und Belüftung war die Aufzucht der Gewächse offensichtlich professionell betrieben worden.

Bärbel Cotte-Weiß verbuchte den Verlauf des Einsatzes als vollen Erfolg. Der Verdacht, im Amtsgewerbepark könne es eine derartige Plantage geben, habe schon seit einigen Tagen bestanden. Man habe aber auch der Verantwortlichen habhaft werden wollen; dies gelang am Dienstag. Die Verdächtigen werden nun in der Polizeidirektion Ost in Frankfurt vernommen.

Nach der Festnahme zog sich der Einsatz in Bad Saarow noch über mehrere Stunden hin. Bis in den Nachmittag hinein waren die Ermittler mit der Sicherung von Spuren beschäftigt. "Auch die Pflanzen werden noch extra untersucht, um ihren THC-Gehalt zu ermitteln. Dann werden sie vernichtet", sagte Bärbel Cotte-Weiß. THC (Tetrahydrocannabinol) ist der rauschbewirkende Bestandteil der Pflanzen.

Bereits am Montagnachmittag hatten Kriminalisten und Beamte der Bereitschaftspolizei auf einem Grundstück in Spreenhagen drogenähnliche Substanzen, Aufzuchtutensilien für Hanfpflanzen, eine 1,40 Meter hohe Cannabispflanze mit Blütenständen sowie zwei Einhandmesser gefunden. Auch dort waren der Durchsuchung Ermittlungen vorausgegangen. Gegen den 20-jährigen Tatverdächtigen wird nun wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz und das Betäubungsmittelgesetz ermittelt. Ob letzteres zum Tragen komme, richte sich auch nach dem THC-Gehalt der Drogen.

Auch der Großfund in Bad Saarow ist unterdessen kein Einzelfall in der Region. Vor dreieinhalb Jahren entdeckte die Polizei auf einem Grundstück in Braunsdorf 800 Hanfpflanzen und außerdem mehrere Kilogramm verkaufsfertig verpacktes Marihuana, das Endprodukt. Bereits für den Handel vorbereitete Drogen fand die Polizei nach Angaben ihrer Sprecherin in Bad Saarow nicht. Angaben zum möglichen Wert der 2000 Pflanzen auf dem illegalen Markt waren zunächst nicht zu erhalten.

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