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Sozialer Hilfeverband Strausberg hofft auf Stadtförderung für sein Kinder-Kunst-Atelier

Kinder-Kunst-Atelier
Viel Zustimmung, aber kein Geld

Engagiert: Seit Jahren kümmert sich Claudia Jasnoch vom Kinder-Kunst-Atelier auch um Ferienkurse.
Engagiert: Seit Jahren kümmert sich Claudia Jasnoch vom Kinder-Kunst-Atelier auch um Ferienkurse. © Foto: MOZ/Gerd Markert
Detlef Klementz / 29.09.2017, 07:15 Uhr
Strausberg (MOZ) Seit 25 Jahren ist das Kinder-Kunst-Atelier in Trägerschaft des Sozialen Hilfeverbands Strausberg (SHS). Nachdem andere Quellen versiegt sind, hat sich der Verein nun an die Stadt gwandt, um die Teilstelle von Leiterin Claudia Jasnoch zu fördern. Bislang ohne Erfolg.

Das Kinder-Kunst-Atelier ist als Teil der kulturellen Bildung aus Strausberg nicht mehr wegzudenken. Seit der Gründung vor 35 Jahren hat sich Gudrun Gärtner mit viel Engagement große Verdienste erworben und das Kinder-Kunst-Atelier zur erfolgreichsten Einrichtung auf dem Gebiet der Bildenden Kunst im Land Brandenburg entwickelt. Im Rahmen der Begabtenförderung erhielten die Bilder der jungen Künstler auf Ausstellungen rund um den Globus zahlreiche Auszeichnungen.

Mit dem Leitungswechsel an Claudia Jasnoch wurde der Schwerpunkt der Arbeit verschoben. Neben der Förderung im Begabtenbereich können sich inzwischen auch Kinder und Jugendliche im Alter zwischen sechs und 16 oder 17 Jahren mit weniger künstlerischen Ambitionen im Malen und Zeichnen ausprobieren. Zudem ist die Angebotspalette erweitert worden. Dazu zählen beispielsweise ein Inklusionskurs "Künstlerisches Gestalten" und die Ferienkunstwerkstatt. Claudia Jasnoch plant zudem noch einen offenen Kieztreff.

In der Vergangenheit sei die Leiterinnenstelle aus verschiedenen Fördertöpfen gespeist worden, zuletzt über die "Aktion Mensch", berichtet Vereinsvorsitzende Christiane Hanczuch. Doch diese Möglichkeiten seien nunmehr erschöpft. Darum habe sich ihr Verein nun erstmals wegen der Personalkosten an die Stadt gewandt. "Wir schaffen es nicht aus eigener Kraft über unsere Beiträge", sagt die Vereinschefin.

Im ersten Anlauf habe es im Ausschuss für Bildung, Jugend, Kultur, Sport und Soziales auch "viel Zustimmung gegeben". Letztlich sei der Antrag aber abgewiesen worden. "Unsere Förderlandschaft gibt das nicht her", bedauert sie und setzt fort: "Wir gehören leider nicht zu den Vereinen, die über Arbeitnehmerüberlassung personell unterstützt werden." Sie listet in dem Zusammenhang acht Vereine auf, angefangen von der Arbeiterwohlfahrt über den Jugendsozialverbund bis zum Sozialpark MOL. Deren Förderung betrage im kommenden Jahr insgesamt gut 160 000 Euro. Auch ihr SHS wird von der Stadt gefördert - mit 6000 Euro an Sachkosten für die diversen Projekte des Vereins.

Jetzt aber geht es um das Kinder-Kunst-Atelier. Bei den Sachkosten kann sich der Verein allein helfen. "Uns drücken die Personalkosten", erklärte Christiane Hanczuch und spricht konkret von 13 000 Euro für eine 20-Stunden-Stelle von Claudia Jasnoch.

Und die Leiterin wird mit ihren vielen Ideen gebraucht, wie im Verein immer wieder betont wird. Wenn die Sanierungsarbeiten am Anbau der Vorstadt-Grundschule beendet sind, kann das Kinder-Kunst-Atelier neben dem SHS-Domizil am Mühlenweg auch wieder die alte Wirkungsstätte nutzen. Leider hätten sich in der Zwangspause einige Kinder umorientiert.

Bildungsausschussvorsitzender Gregor Weiß (Linke) ist hoffnungsfroh, dass sich eine Lösung findet, und wartet auf einen entsprechenden Vorschlag der Verwaltung. Dort ist man allerdings noch nicht so weit, wie am Donnerstag zu hören war.

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