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Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg informiert über neue Dauerbaustelle zwischen Bernau und Berlin-Gesundbrunnen

Neue Gleise für den Regionalexpress 3

Hochbetrieb: Der RE 3 - hier mit Halt in Bernau - gehört zu den ausgesprochen schnellen und deswegen viel genutzten Verbindungen nach Berlin. Im Februar 2017 beginnt der Ausbau der Strecke zwischen Bernau und Karow.
Hochbetrieb: Der RE 3 - hier mit Halt in Bernau - gehört zu den ausgesprochen schnellen und deswegen viel genutzten Verbindungen nach Berlin. Im Februar 2017 beginnt der Ausbau der Strecke zwischen Bernau und Karow. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Olav Schröder / 12.07.2016, 20:15 Uhr
Bernau (MOZ) Der Schienenverkehr in der Region wird auch in den kommenden Jahren durch Bauarbeiten geprägt sein. Ab Februar 2017 wird die Bahnstrecke zwischen Bernau und Berlin-Gesundbrunnen auf durchgehend zwei Gleise ausgebaut. Betroffen sind vor allem Fahrgäste des RE3.

Die bevorstehenden Bauarbeiten bildeten einen Schwerpunkt der öffentlichen Fachkonferenz "VBB im Dialog" im Bernauer Treff 23. Zwar stehen zum nächsten Fahrplanwechsel im Dezember diesen Jahres keine wesentlichen Änderungen im Bereich des VBB bevor, die Fahrgäste der Linie RE3 zwischen Berlin, Bernau, Eberswalde und Angermünde müssen sich jedoch aufgrund der Bauarbeiten auf längere Fahrzeiten von etwa zehn Minuten einstellen. Wie der VBB informierte, wird die Linie über Berlin-Lichtenberg umgeleitet. Die Anschlüssen in Eberswalde und Angermünde bleiben jedoch erhalten. Die Linie RB27 könne zwischen Berlin-Karow und Berlin-Gesundbrunnen nicht bedient werden. Auch würden Einzelfahrten der Linie RB60 zwischen Eberswalde und Berlin-Gesundbrunnen entfallen. Ersatz biete die S-Bahnlinie 2 ab beziehungsweise bis Bernau. Die S2, so der VBB, fahre während der Bauzeit unverändert.

Der Gleisausbau teilt sich in zwei Komplexe. Beginnen sollen die Arbeiten am 9. Februar 2017 mit dem mehrjährigen Ausbau des Karower Kreuzes für rund 130 Millionen Euro, informierte Helge Schreinert von der Deutschen Bahn Netz AG, Regionalbereich Ost. Der Abschnitt ist 3,1 Kilometer lang. Er umfasst neben fünf Eisenbahnüberführungen auch den geplanten Turmbahnhof Karow als Umsteigemöglichkeit zwischen S- und Regionalbahn. Außerdem gehört der Bau bis zu sechs Meter hohen Lärmschutzwänden dazu, so Helge Schreinert.

Der zweite Komplex umfasst den Abschnitt zwischen Karow und Bernau. Hier sollen rund 200 Millionen Euro investiert werden. In diesem Abschnitt stehen in den kommenden Jahren allein elf Brückenerneuerungen zwischen Buch über Panketal bis Bernau auf dem Plan. Das gesamte Ausbauvorhaben erstreckt sich bis in die 2020er-Jahre hinein. Die Inbetriebnahme des Elektronischen Stellwerks ist im November 2016 vorgesehen.

Für viele Besucher der Konferenz - darunter Bürgermeister, Kommunalpolitiker, Vertreter von Bürgerinitiativen - war vor allem die Frage von Bedeutung, ob die Züge im Bernauer Abschnitt künftig mit bis zu 160 Stundenkilometer die Strecke durchfahren können. Der Ausbau für diese Maximalgeschwindigkeit war vor mehreren Jahren vorgesehen worden. Wie Helge Schreinert sagte, handele es sich bei den Bauarbeiten lediglich um eine Erneuerung. Der Abschnitt werde aber so ausgebaut, dass durch eine Ertüchtigung wie beispielsweise eine neue Oberleitung 160 Stundenkilometer möglich werden. Er verwies darauf, dass im bestehenden Bundesverkehrswegeplan der Abschnitt noch mit Tempo 160 geführt werde. Es sei jedoch fraglich, ob dies bei der Überarbeitung des Plans so bleibt. Sollte die Strecke dennoch für eine maximale Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h ausgebaut werden, so sei dafür noch ein Planfeststellungsverfahren erforderlich.

Grundsätzliche Kritik an dem Umleitungsmanagement übte der Panketaler Heinz-Joachim Bona für den Bahnkundenverband Berlin-Brandenburg. Die Umleitung der Züge des RE3 über Lichtenberg nach Gesundbrunnen gehe auf Kosten der Bahnreisenden. Eine Alternative, so Bona, wäre die Schaffung eines Regionalbahnhofs Buch gewesen. Ein solcher wird seit langem von Bürgerinitiativen gefordert. Silke Langmacker aus Berlin-Buch untermauerte in der VBB-Veranstaltung ihre Forderung mit der besseren Erreichbarkeit des Wissenschafts- und Klinikstandorts Buch ebenso wie der Panketaler Dietrich Peters von der Bürgerinitiative "Gesund leben an der Schiene". Der Platz für den erforderlichen Bahnsteig eines Regionalbahnhofs sei vorhanden. Die Frage sei nur, wann Berlin die Flächen zur Verfügung stelle. Helge Schreinert wies darauf hin, dass die Einbeziehung eines Regionalbahnhofs Buch aufgrund der seit Jahren unklaren Finanzierung nicht möglich war.

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Carsten Zinn 13.07.2016 - 09:24:18

Brief der Landräte in der Uckermark, im Barnim, in Märkisch-Oderland, der hauptamtlichen Bürgermeister von Bernau, Angermünde, Schwedt/ Oder sowie der Direktoren der Amtsgemeinden Britz-Chorin-Oderberg und Biesenthal-Barnim zu Kundenverbesserungen/ halbs

Die Mitglieder des Hauptausschuss in der Stadtverordnetenversammlung Eberswalde haben in ihrer letzten offiziellen Sitzung vor der kommunalen Sommerpause am 23. Juni 2016 sehr pathetisch und heldenhaft og. Brief an die Brandenburger Infrastruktur- und Verkehrsministerin Kathrin Schneider durch die federführende Baudezernentin Anne Fellner zellibriert bekommen. Im Wesentlich geht es im Brief darum die Reduzierung bzw. Verdichtung der Taktzeiten auf 30 Minuten für den ganzen Tag zu sichern. Bereits in der folgenden Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 30. Juni 2016 hat ein Stadtverordneter der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen auf gravierende redaktionelle Mängel dieses Briefes aufmerksam gemacht. Lese ich die neusten BOTSCHAFTEN zu den bevorstehenden kundenunfreundlichen Entwicklungen im Bereich des RE -3- steht scheinbar jetzt schon fest daß es erhebliche Einschränkungen und Belastungen für die relevanten insbesondere beruflich bedingten NutzerInnen bzw. BahnkundInnen geben wird. Die avisierte längere Reisezeit nach Berlin von ca 10 Minuten einschließlich die Umleitung zum Bahnhof Lichtenberg und dies bis vorr. 2020 kann für den betreffenden Bahnkunden insbesondere für diejenigen die zu den täglichen beruflichen Ein-und AuspendlerInnen gehören schnell in 20-30 Minuten in nicht wenigen Fällen sogar noch länger, umschlagen. Wozu als diesen Brief? Die UnterzeichnerInnen dieses Briefes wissen scheinbar absolut nicht was sich wirklich auf den betreffenden Bahnlinien abspielt. Dies ist bestimmt der Tatsache geschuldet daß der relevante Personenkreis im täglichen Leben insbesondere im beruflichen Alltag in einer staatstragenden Limousinie chauffiert wird oder ggf. selber am Steuer sitzt. Mit dem täglichen Leben auf der Bahnlinie RE 3 und den weiteren Verlauf der relevanten Streckenführung(en) sind sie scheinbar wenig oder überhaupt nicht konfrontiert bzw. vertraut.

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