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Schüler der Produktionsschule MOL arbeiten Holzhütten der Stadt auf / Weitere Aufträge erwünscht

Produktionsschule
Wenn die Arbeit geschätzt wird

Detlef Klementz / 10.10.2017, 07:30 Uhr
Strausberg (MOZ) Auf dem Gelände des Kommunalservice Strausberg (KSS) am Flugplatz wird derzeit eifrig gesägt und gehämmert. Die Jugendlichen, die dort den in die Jahre gekommenen Holzhütten der Stadt wieder Stabilität verleihen, sind Schüler der Produktionsschule Märkisch-Oderland.

Fünf der Holzhütten, die die Stadt beispielsweise zum Weihnachtsmarkt einsetzt, haben die Schüler im vergangenen Jahr repariert. Weitere fünf haben sie sich nun vorgenommen. "Nach mehr als 15 Jahren sind die Hütten zwangsläufig instabil geworfen", sagt Projektleiter Uwe Gudlowski und weist auf besondere Schwachstellen. Die Schüler bringen unter anderem Winkelbretter an und kümmern sich auch um die Stabilität der Türen. Anleitung gibt ihnen Werkstattpädagoge Lars Schöttke.

Ob ihnen die Arbeit gefällt? "Ist hier voll okay", sagt Jan. Wenn man etwas nicht verstehe, werde das erklärt. Tobias nickt. Und der Erklärungsbedarf ist groß bei den Schülern. Fast alle der insgesamt 16 Schüler haben keinen Schulabschluss. "Inzwischen haben wir sogar eine Warteliste", sagt er. Die Jugendlichen hätten die Schule irgendwann abgebrochen und kämen durchweg aus schwierigen Verhältnissen. Sie hoffen, mit entsprechender Unterstützung den Abschluss der Hauptschule zu schaffen und dann vielleicht mal eine handwerkliche Ausbildung machen zu können. Dazu arbeitet die Produktionsschule MOL beispielsweise mit der Volkshochschule Strausberg zusammen.

Doch der Weg bis zum Schulabschluss ist alles andere als einfach. Die Teilnehmer an dem praktischen Projekt sind zwischen 15 und 21 Jahre alt. Sie sind in die drei Praxisbereiche Holzbau, Gartenlandschaftsbau und Renovierungsgruppe aufgeteilt. Dadurch könne sehr effektiv mit den einzelnen Teilnehmern gearbeitet werden, heißt es.

Gudlowski weiß um die Bedeutung der praktischen Arbeit. "Hier sehen sie, dass sie nützlich sind, dass man ihre Arbeit schätzt", sagt er. Das sei etwas ganz anderes als beispielsweise allein zu Übungszwecken Mauern zu errichten und diese später selbst wieder einzureißen.

In dem Zusammenhang erinnert er an den jüngsten größeren Auftrag für die Renovierungsgruppe. Die habe vor etwa drei Monaten das Haus der Generationen in Hoppegarten malermäßig instand gesetzt und auch die Fußbodenverlegearbeiten durchgeführt. Das sei eine sehr gute Erfahrung gewesen, die nicht zuletzt dem eigenen Selbstbewusstsein sehr gut tue.

Die Produktionsschule Märkisch-Oderland hat zwei Träger, am Standort Strausberg den Sozialen Hilfeverband (SHS) und in Wriezen die Firmaris GmbH der Stephanus Stiftung. Ziel ist es ganz allgemein, arbeitslosen Jugendlichen in einem geschützten Rahmen einen geregelten Arbeitsalltag zu geben. Die Teilnehmer werden vom Jugendamt zugewiesen und kommen aus dem gesamten Landkreis.

Mit etwas Glück und viel Engagement aller Beteiligten finden sich Unternehmen, die einzelnen Teilnehmern auch mal ein Schüler-Praktikum anbieten. Dass das für beide Seiten nicht immer einfach ist, räumt Uwe Gudlowski gerne ein. Um so stolzer sind er und seine drei Werkstattpädagogen, dass es inzwischen sogar erste Ausbildungsverträge gibt. Zeige das doch, dass die Teilnehmer Lehren aus ihrer Vergangenheit gezogen und der Mitarbeiterstab gute Arbeit geleistet hätten.

Angebote


■ Die Jugendlichen restaurieren Stühle, bauen Tische und Gartenmöbel, Hollywoodschaukeln und Picknickbänke.
■ Die Schüler sind keine gestandenen Handwerker. Sie würden aber die Produkte in guter Qualität herstellen, heißt es.
■ Vereine, Einrichtungen oder Privatpersonen, die den Jugendlichen konkrete Aufträge geben möchten, können sich an Uwe Gudlowski, Tel. 03341 359683, wenden.

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