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Abschusszahlen der Jäger in Oberhavel gestiegen

Mächtiger Keiler: In Oberhavel sind die Abschusszahlen bei Wildschweinen in dieser Saison gestiegen.
Mächtiger Keiler: In Oberhavel sind die Abschusszahlen bei Wildschweinen in dieser Saison gestiegen. © Foto: dpa
Burkhard Keeve / 12.10.2017, 19:21 Uhr
Oberhavel (OGA) Auch in diesem Jagdjahr ist Oberhavels Jägern kein einziges Kaninchen vor die Flinte gekommen, dafür erlegten sie aber 5 084 Wildschweine. Das geht aus dem sogenannten Streckenbericht vom Landesbetrieb Forst für den Landkreis Oberhavel hervor.

Insgesamt wurden im Landkreis im Streckenjahr 2016/2017 genau 19498 Tiere gezählt. Übrigens knapp 200 mehr als im Jagdjahr 2015/2016. In der Statistik tauchen aber nicht nur die von Jägern erlegten Tiere auf, sondern auch Totfunde und Unfallwild.

Dass fast keine Kaninchen auf Brandenburgs Feldern und Wiesen zu finden sind, liegt vor allem an der Kaninchenpest (Myxomatose) und an den vielen Raubtieren, wie Rotfuchs, Marderhund und Wolf, bei denen Kaninchen auf dem Speiseplan stehen.

Aber auch die Monokulturen der Landwirtschaft mit ihren großen Mais-, Getreide- und Spargelflächen verdrängen das Kaninchen. Um überleben zu können, brauchen die Tiere Abwechslung zwischen Wiesen und Gebüsch, in dem sie sich verstecken können.

Während also das Niederwild wie Hasen, Enten, Rebhühner und Fasane aus Brandenburgs Landschaft langsam verschwindet, fühlt sich zum Beispiel das Schwarzwild in der Mark pudelwohl. Auch dabei hat die Landwirtschaft mit ihren Riesenfeldern einen hohen Anteil daran. Diese bieten den Wildschweinen ausreichend Futter, Nahrung und Schutz.

Ein weiteres Problem sind die Waschbären. Obwohl deren Population schwankt und die Abschüsse hoch sind, steigt die Zahl weiter an. In Oberhavel erwischten die Jäger 2131 Tiere, 273mehr als in der Jagdsaison davor. Damit starben in Oberhavel umgerechnet nahezu sechs Tiere am Tag. 77 Waschbären sind es - so gerechnet - durchschnittlich in Brandenburg.

Waschbär, Marderhund und Mink gelten in der Region als eingeschleppte Tierarten. Muffelwild gehört auch dazu. Mufflons stammen aus Sardinien. Sie kamen vor weniger als 200 Jahren nach Deutschland und wurden als Jagdwild ausgesetzt. Oberhavel zählt zu den Gebieten, in denen sich Mufflons halbwegs zu Hause fühlen. Denn die meisten Tiere (241) und damit nahezu 38Prozent, wurden landesweit in Oberhavel erlegt.

Im Land wurden im zurückliegenden Jagdjahr insgesamt 168756 Stück Schalenwild (Rot-, Dam-, Muffel-, Reh- und Schwarzwild) erlegt. Das sind vier Prozent mehr als im Vorjahr und die dritthöchste bislang in Brandenburg erfasste Schalenwildstrecke. Sie liegt mit sechs Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen zehn Jagdjahre.

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