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Fliegerhorst: Verkaufsgespräche beginnen bald

Zwei Flugzeughangars stehen unter Denkmalschutz, ansonsten könnten alle Objekte abgerissen werden.
Zwei Flugzeughangars stehen unter Denkmalschutz, ansonsten könnten alle Objekte abgerissen werden. © Foto: privat
Patrik Rachner / 06.02.2017, 22:11 Uhr
Schönwalde-Glien (MOZ) Das erneute Bewerberverfahren zum möglichen Kauf der ehemaligen Kaserne Fliegerhorst Schönwalde ist beendet. Laut Angaben von Bürgermeister Bodo Oehme (CDU) seien offensichtlich zahlreiche Angebote eingegangen. Das für die Vermarktung zuständige landeseigene Unternehmen Brandenburgische Boden Gesellschaft für Grundstücksverwaltung und -verwertung mbH (BBG) wollte nach der jüngsten Ausschreibung allerdings weder Einzelheiten zu den Kaufpreisangeboten noch zur konkreten Anzahl der Interessenten bekanntgeben.

"Solche Informationen unterfallen den Bereichen von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen. Wir sind auch in diesem vorvertraglichen Stadium verpflichtet, die Interessen der übrigen Beteiligten mit Blick auf die anstehenden Sondierungsgespräche zu beachten", so die Begründung von BBG-Geschäftsführerin Andrea Magdeburg.

Bodo Oehme hofft indes auf einen erfolgreichen Abschluss, schließlich soll das seit 25 Jahren ungenutzte und rund 67 Hektar große Grundstück, das allerdings unter anderem munitionsbelastet ist, endlich entwickelt werden. Vorschläge und Versuche hat es beinahe unzählige gegeben, doch bislang ohne jeglichen Erfolg. Bei Betrachtung der reinen Angebotseinholungen hatten bis zu sechs Investoren in der jüngeren Vergangenheit ihr Interesse angemeldet. Entstehen sollte einst etwa eine sogenannte Ökosiedlung der Schöner Wald GmbH. Die Pläne waren aber unter anderem aus finanziellen Gründen gescheitert.

BBG-Chefin Magdeburg geht nun zunächst davon aus, dass das Verkaufsverfahren "auf Grund der Komplexität der Liegenschaft einige Zeit in Anspruch nehmen" werde. "Sollte es zu einem Verkauf der Liegenschaft kommen, kann dieser frühestens Ende des Jahres 2017 erfolgen." Folglich könnten also die Interessenten Schlange stehen, ansonsten dürften Verkaufsgespräche in der Regel nicht so lang andauern.

Oehme selbst sei eigenen Angaben zufolge mehrfach von Kaufinteressenten kontaktiert worden, etwa vor dem Hintergrund zu Fragen zum rechtswirksamen Bebauungsplan, der eine Wohnbebauung für die gesamte Liegenschaft vorsieht, und zur möglichen Entwicklung des Areals mit Blick auf den Flächennutzungsplan.

Aber: Wegen des laufenden Verfahrens können laut BBG "leider keine weiteren Angaben zu den Nachnutzungsplänen von Interessenten" bekanntgegeben werden.

Indes steht das Interesse der Gemeinde Schönwalde-Glien natürlich im Vordergrund, schließlich hat diese die Planungshoheit für das Gebiet inne. Aus diesem Grund werde die Gemeinde auch eng in den Verkaufsprozess mit eingebunden, um die Konzepte der Interessenten und deren Umsetzungsmöglichkeit zu besprechen. Oehme: "Wir selbst haben ohnehin schon mehrfach das Angebot unterbreitet, dass wir als Gemeinde gemeinsam mit der Brandenburgischen Boden das Gelände entwickeln. Leider ist das bislang nicht gewünscht."

Wie tief mögliche Investoren in die Tasche greifen müssen, um das Grundstück zu kaufen, dazu herrscht indes Stillschweigen. Vor Jahren war mal ein Mindestkaufpreis in Höhe von rund 900.000 Euro im Gespräch - das war 2011. Die jetzige Summe orientiert sich laut Magdeburg am im Vorfeld gutachterlich festgestellten Verkehrswert. In der jüngeren Vergangenheit entsprachen die Kaufpreisangebote nicht den Erwartungen, so dass keine weiterführenden Verkaufsgespräche aufgenommen wurden. Diesmal sieht das wohl anders aus.

Mit Blick auf mögliche Entwicklungskonzepte gibt es lediglich eine Bedingung: Zwei vor Ort befindliche Flugzeughangars stehen unter Denkmalschutz und müssen erhalten bleiben. Die anderen Miltärobjekte könnten bei Bedarf abgerissen werden. Die Brandenburgische Boden versucht seit der Übernahme der Liegenschaft durch das Land Brandenburg im Jahr 1994 die Konversionsfläche zu verkaufen - mehr als zwei Dekaden lang.

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