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Siegerentwurf für Neubau an der Großen Oderstraße vorgestellt / Realisierung bis 2021 geplant

Wettbewerb
Zeitloses Ensemble fürs Zentrum

Sonja Jenning / 18.10.2017, 19:29 Uhr - Aktualisiert 19.10.2017, 09:20
Frankfurt (Oder) (MOZ) Am Mittwoch wurde im Rathaus der Siegerentwurf des Architekturwettbewerbs zum Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses an der Großen Oderstraße 25 bis 28 vorgestellt. Auf seiner Grundlage will die Wohnungswirtschaft (Wowi) das Bauvorhaben bis 2021 realisieren.

Der Siegerentwurf vom Büro Architekten BKSP Grabau Leiber Obermann und Partner mbB aus Hannover sieht neue fünf Wohn- und Geschäftsbauten vor, die in geschlossener Bauweise an das Bolfrashaus anschließen. Während die vier Obergeschosse ausschließlich für Wohnungen vorbehalten sind, bietet das Erdgeschoss Platz für flexibel teilbare Gewerbeflächen. Die im südlichen Haus vorgesehene gastronomische Einrichtung soll den Neubau Richtung Audimax/Universität öffnen und den Platz beleben. Dieses Eckgebäude ist etwas höher als die vier Nachbarhäuser und wirkt dadurch als Pendant zum Bolfrashaus. In der Mitte des Ensembles ist der sogenannte Bischofsgang angeordnet, der zu den Parkplätzen auf der Ostseite führt.

Der Entwurf füge sich in den Kontext der mittelalterlichen Marienkirche und des originalgetreu wiedererrichteten Bolfrashauses ein, ohne ihnen Konkurrenz zu machen, lobte der Juryvorsitzende, Professor Bernd Huckriede, Inhaber des Lehrstuhls Entwerfen, Wohn- und Sozialbauten an der BTU Cottbus-Senftenberg. "Wir sind der Wowi dankbar, dass sie sich auf diesen Wettbewerb eingelassen hat", sagte Baudezernent Markus Derling. Ziel sei es, die Stadt von ihrer Mitte her zu vitalisieren und attraktiver zu machen. Der Siegerentwurf zeige, dass es möglich sei, moderne Architektur mit Respekt vor der historischen Substanz, Qualität und Wirtschaftlichkeit zu verbinden. "Ich bin mir sicher, dass dieser zeitlose Entwurf vielen Frankfurtern gefallen wird", sagte Wowi-Geschäftsführer Jan Eckhardt und fügte hinzu: "Ich gehe davon aus, dass wir den Neubau in spätestens vier Jahren betreten werden können." Das Bauvorhaben werde sich am Entwurf orientieren, auch wenn an der einen oder anderen Stelle mit Änderungen und Überarbeitungen zu rechnen sei, beispielsweise bei den Wohnungsgrundrissen oder der Anzahl der Gauben.

Laut Jan Eckardt werde die derzeitige Bebauung, die nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet wurde, im ersten Quartal 2018 abgerissen. Danach stehe die archäologische Untersuchung des Baugrundes an. Die Baugenehmigung für den Neubau erwartet der Wowi-Geschäftsführer für Mitte 2019, so dass zum Jahresende die Grundsteinlegung erfolgen könne. Als Bauzeit seien dann etwa zwei Jahre veranschlagt.

Die Ausstellung der Wettbewerbsbeiträge kann noch bis zum 10. November im Rathaus (2. Etage) besichtigt werden.

Kommentar

Zwischen Marienkirche und Bolfrashaus wirken die grauen, größtenteils leer stehenden Zweckbauten an der Großen Oderstraße 25 bis 28 trist und unansehnlich. Ihre Zeit ist abgelaufen.Der Siegerentwurf des Architekturwettbewerbs zeigt, wohin die Reise gehen kann. Es ist kein historisierender Nachbau einst vorhandener Gebäude. Dennoch lässt er ein weiteres Stück des im Zweiten Weltkrieg zerstörten historischen Frankfurter Zentrums wieder sichtbar werden.Der Neubau wird zweifellos ein großer Fortschritt für die Innenstadt, dem weitere folgen müssen: Auf dem Grundstück zwischen Stadtbibliothek und Bolfrashaus ebenso wie auf dem Schulhof an der Bischofsstraße.Sonja Jenning

Fortschritt für die Innenstadt

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Roland Totzauer 19.10.2017 - 10:46:09

Erinnerung an Kleist?

Ich würde mich - sicher mit vielen anderen Frankfurtern - darüber freuen, wenn am südlichen Eckgebäude wieder jene Erinnerungstafel angebracht wird, die jetzt noch am ehemaligen Standort von Kleists Geburtshaus zu sehen ist. Die Tafel gehört mit zur deutsch-polnischen Kleist-Route und informiert die Betrachter darüber, dass dort bis 1945 einst jenes Haus stand, in dem Heinrich von Kleist 1777 geboren wurde. Die geplante gastronomische Institution an dieser Stelle könnte eventuell "Kleist-Eck" heißen und so seine Gäste anregen, das Kleistsche Schicksal beim Kaffeetrinken noch näher kennen zu lernen. Auch Kleist trank gern Kaffee.

Hendrik Haucke 18.10.2017 - 19:57:23

Schön mit ein Fehler

Man kann gegen den Entwurf nicht viel aussetzen, bis auf eins dieser hat zwar neue Gebäude geplant, aber der Versatz zum Bolfrashaus der so hässlich ist wird weiter bestehen. Gedacht war eiinmal die jetzigen Häuser nach vorne zu verlängern, wie bei den sieben Raben. Dies geschar aber aus kostengründen nicht. Nun hat man die Chance dies zu korrigieren und laut dem Bild sieht dies nicht so aus.

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