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2013 verschwand Martin Zettier spurlos / Jetzt entdeckte ein Bauer vermutlich die Überreste des Vermissten

Polizei ermittelt
Grausiger Fund im Polder

Fundort: Abgesperrter Bereich auf einer Polderwiese im Nationalpark unweit von Schwedt. Am Mittwoch wurden hier menschliche Überreste gefunden, vermutlich von dem seit vier Jahren vermissten Martin Zettier aus Schwedt.
Fundort: Abgesperrter Bereich auf einer Polderwiese im Nationalpark unweit von Schwedt. Am Mittwoch wurden hier menschliche Überreste gefunden, vermutlich von dem seit vier Jahren vermissten Martin Zettier aus Schwedt. © Foto: MOZ/Michael Dietrich
Michael Dietrich / 19.10.2017, 19:25 Uhr - Aktualisiert 20.10.2017, 09:23
Schwedt (MOZ) Vier Jahre nach seinem spurlosen Verschwinden sind offenbar am Mittwoch die sterblichen Überreste von Martin Zettier entdeckt worden. Ein Landwirt fand den Schädel eines Toten und eine Jacke auf einer Weide im Polder. In der Jacke steckte ein Ausweis von Martin Zettier.

Offiziell spricht die Polizei noch von einem unbekannten Toten, dessen Überreste am Mittwoch auf den Polderwiesen nahe von Schwedt gefunden wurden. Die Untersuchungen zur Identität und zur Todesursache laufen noch. Bis keine Gewissheit herrscht, will die Polizei die Vermutung noch nicht bestätigen. Aber in der Jacke, die neben dem Knochenfund auf der Weide entdeckt wurde, fand man ein Dokument, das auf Martin Zettier ausgestellt ist. Außerdem wurde später auch ein Handy, das dem Vermissten gehört haben soll, gefunden.

Die Polizei bestätigte am Donnerstag, dass die Funde darauf schließen lassen, dass es sich um den seit 2013 vermissten Schwedter Martin Zettier handelt, der zum Zeitpunkt seines Verschwindens 34 Jahre alt war. Nach Martin Zettier war landesweit gesucht worden. Niemand konnte sich erklären, wohin er im Dezember 2013 ohne Ankündigung verschwunden war. Der junge Mann war leidenschaftlicher Hobbyfotograf. Gern zog er los, um die Landschaft rund um Schwedt zu fotografieren, auch im Nationalpark. Zeugen wollen ihn am 5. Dezember zum letzten Mal im Centrum Kaufhaus Schwedt zum Mittagessen gesehen haben. Am 10. Dezember will ihn ein Zeuge 30 Kilometer von Schwedt entfernt an einer Bushaltestelle gesehen haben. Die Polizei suchte damals vergeblich nach ihm, auch mit Fährtenhunden.

Seit dem 5. Dezember 2013 meldete sich der junge Mann nicht mehr bei seiner Mutter, die er zuvor fast täglich besucht hatte. Auch das Handy ist abgeschaltet. Die Polizei wollte nicht ausschließen, dass er einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen war. Seine Fotoausrüstung fand man bei ihm in seiner Wohnung, das Auto stand vor seinem Haus in der Gatower Straße. Im Fernsehen wird in der Sendung Täter, Opfer, Polizei - Vermisst" 2015 sein Fall beschrieben und landesweit um Mithilfe bei der Vermisstensuche gebeten.

Nach dem Fund im Polder muss nun davon ausgegangen werden, dass Martin Zettier schon vier Jahre tot im Polder lag. Auf einer Weide zwischen Schwedt und Zützen, zirka 80 Meter vom Uferradweg entfernt und 10 Meter von einem der vielen Gräben, die die Wiesen durchziehen, stieß Landwirt Dietmar Frenzel aus Zützen zufällig auf die Überreste. "Ich wollte ein ausgebüchstes Kalb wieder zur Herde holen und lief ihm nach. Da sah ich im hohen Gras neben mir einen Totenschädel", berichtet Dietmar Frenzel. Etwas weiter entfernt findet er die Jacke sowie weitere Knochen und alarmiert die Polizei. Die ordert die Mordkommission aus Eberswalde an den Fundort. Schnell stoßen die Beamten auf die Anzeichen, dass es sich um den seit vier Jahren Vermissten aus Schwedt handeln könne.

Die Überreste lagen auf einer zehn mal 20 Meter großen Fläche verteilt, die die Polizei abgesperrt hat. Sie plant, bis zum Wochenende mit einer größeren Einheit noch einmal das gesamte Umfeld der Fundstelle nach weiteren Bekleidungsgegenständen oder Überresten abzusuchen.

Die bisher gefundenen Überreste wurden zur Gerichtsmedizin in Frankfurt (Oder) überstellt, die sie zur Identifizierung und zur Ermittlung der Todesursache untersucht.

Möglich ist, dass Martin Zettier in der Nähe der Stelle ins Eis eingebrochen ist, oder anderswo und durch die Strömung im Flutungspolder dorthin getrieben wurde. Aber auch ein Verbrechen schließt die Polizei nicht aus.

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