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Kabarettist Lothar Bölck überzeugt gewohnt spitzfindig mit "Dummerland" in Fürstenwalde

Kabarett
Zu Besuch in seiner Heimatstadt

Wortgewandter Pförtner des Kanzleramtes: Kabarettist Lothar Bölck (64) bei seinem Auftritt in Fürstenwalde
Wortgewandter Pförtner des Kanzleramtes: Kabarettist Lothar Bölck (64) bei seinem Auftritt in Fürstenwalde © Foto: Cornelia Link-Adam
Cornelia Link-Adam / 23.10.2017, 06:11 Uhr - Aktualisiert 23.10.2017, 12:51
Fürstenwalde (MOZ) Ein für viele guter Bekannter kam am Freitagabend in die Fürstenwalder Kulturfabrik. Lothar Bölck, 1953 in der August-Bebel-Straße geboren, gastierte mit seinem Kabarett-Programm "Dummerland" in seiner Heimatstadt.

Bölck musste oder wollte schon vor Beginn des Programms viele Gäste im Publikum begrüßen und deren Hände schütteln. Viele alte Bekannte saßen im fast ausverkauften Musikkeller und erlebten das Programm "Dummerland oder Was weiß ich denn", das zwar schon ein etwas älteres ist, aber an Aktualität nichts verloren hat, passt Bölck es doch aktuellen Anlässen an. So nahm er sich natürlich auch die jüngste Bundestagswahl vor. "Ich habe ja nicht gewählt", erzählte er als "Pförtner des Kanzleramtes" - als der er auch eine TV-Sendung im MDR hat. "Gauland, da ist der Name ja Programm, ein Wolf im Wolfspelz." Angela habe verloren und werde weiter ihre Partner auffressen, die SPD sei in die Opposition gegangen. "Und der Dorfschulze, der Martin, hofft immer noch, dass in der Merkel nur der Kerkeling steckt."

Nun werde man "reaggiert", meinte in Bezug auf eine mögliche Jamaika-Koalition. "Wenn ich gewählt hätte, dann die Sahra von den Linken, denn die hätte gleich einen Oskar mitgebracht." Das Publikum bog sich vor Lachen, sparte nicht mit Applaus. Gekonnt nahm Bölck sich - mit passender Sprache und Mimik - auch Politiker früherer Tage wie Pofalla oder Schröder vor, zog über die Zustände in der Türkei her, aber auch über die Jugend, die er als "Generation Wisch und weg" wegen ihres Handywahns abkanzelte. Zwischendurch trank er schlückchenweise Blasentee, dann wetterte er treffsicher weiter gegen NSA-Überwachung, Flüchtlingskrise und Bundeswehr, aber auch die TV-Landschaft.

In der Pause stand Bölck draußen bei den Rauchern. "Ich hab aufgehört, aber rieche es noch so gerne", gab der Frankfurter zu. Am Ende des Abends warb er unter stehenden Ovationen noch für sein Abschieds-Programm "Pfortissimo oder Rest of Pförtner", mit dem er ab Januar, dann 65 Jahre alt, auf Tour geht. "Im April bin ich damit auch gerne wieder hier."

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