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Zukunft des Waldhofes ungewiss

Schullandheim
Flüchtlinge verlassen Waldhof Zootzen

Was aus dem früheren Schullandheim wird, ist noch unklar. Der Waldhof-Verein würde es gern wieder nutzen.
Was aus dem früheren Schullandheim wird, ist noch unklar. Der Waldhof-Verein würde es gern wieder nutzen. © Foto: GZ/Burkhard Keeve
Tilman Trebs / 23.10.2017, 11:58 Uhr
Oberhavel (GZ) Der Waldhof Zootzen wird ab November nicht mehr als Flüchtlingsunterkunft gebraucht. Zurzeit sind in dem früheren Schullandheim noch 14 unbegleitete minderjährige Asylbewerber untergebracht. Sie sollen auf andere Einrichtungen verteilt werden. Im Landkreis leben zurzeit 52 unbegleitete jugendliche Flüchtlinge. Die Zukunft des Waldhofes ist unklar.

Der Waldhof Zootzen war in den vergangenen zwei Jahren zunächst als Notunterkunft für Asylbewerber und ab Februar 2016 als Bleibe für bis zu 50 unbegleitete jugendliche Ausländer genutzt worden. Verlassen musste dafür das Grundstück der Förderverein Waldschule Zootzen, der dort seit 1992 Feriencamps und Projekte für Kinder und Jugendliche im Bereich der Umweltbildung und Erlebnispädagogik angeboten hatte.

Ob der Verein nun wieder in den Waldhof zurückkehren kann, ist aber unklar. "Eigentlich hatte uns das Landrat Ludger Weskamp im vergangenen Jahr zugesagt", sagt Rafael Noster vom Waldhof-Vereinsvorstand. Auch Ex-Bildungsdezernent Dieter Starke (SPD) habe sich bis zu seinem Abgang im Sommer für den Weiterbetrieb ausgesprochen.

Sein Nachfolger Matthias Kahl (SPD) ließ vergangene Woche im Kreistag die Zukunft des Waldhofes aber offen. Man werde sich nach der Schließung der Einrichtung zunächst einen Überblick über den Zustand des Gebäudes verschaffen und dann sehen, wie es perspektivisch weitergehe. Kreisverwaltungssprecher Ronny Wappler erklärte auf Nachfrage, es gebe noch keine Planungen. Nach der Bestandsaufnahme des Gebäudes werde ein Konzept für die weitere Nutzung erarbeitet.

Rafael Noster sagte, er sei enttäuscht, dass der Landkreis den Waldhof-Verein über dieses Vorgehen bislang nicht informiert habe. "Wir werden aber das Gespräch suchen und geben die Hoffnung nicht auf, den Waldhof wieder nutzen zu können." Bereits Ende September habe er Dezernent Kahl schriftlich um ein Gespräch gebeten. Eine Antwort stehe allerdings noch aus.

Noster sagte, der Verein habe seine Projekte in den vergangenen Jahren weiter verfolgt, wenn auch unter erschwerten Bedingungen. So werde weiterhin jeden Monat die Naturschutz AG angeboten, an der jeweils 25 Kinder teilnehmen. Ebenso gebe es regelmäßige Exkursionen und das alljährliche Feriencamp mit Erste-Hilfe-Kurs, Naturschutztagen, Spiel und Spaß.

In diesem Jahr musste das Camp nach Menz ausweichen. Auch für die übrigen Angebote, die früher in Zootzen konzentriert waren, müsse der Verein Alternativen suchen. "Die Bedingungen sind nicht optimal." Auf die Frage, ob der Landkreis die Weiternutzung des Waldhofes durch den Förderverein bereits ausschließe, sagte Kreissprecher Wappler: "Wir schließen gar nichts aus." Tiefer lässt sich das Landratsamt bisher nicht in die Karten gucken.

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