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Polizei findet weitere Knochen und Kleidungsstücke des Toten im Polder / Todesursache nach wie vor unklar

Totenfund
Akribische Suche nach Leichenteilen

Leichenspurhund im Einsatz: Polizeihündin "Fräulein Peiker" führt ihren Hundeführer von der Landespolizei Berlin zu einer Stelle im Polder, an der sie eine Witterung aufgenommen hat.
Leichenspurhund im Einsatz: Polizeihündin "Fräulein Peiker" führt ihren Hundeführer von der Landespolizei Berlin zu einer Stelle im Polder, an der sie eine Witterung aufgenommen hat. © Foto: MOZ/Michael Dietrich
Michael Dietrich / 25.10.2017, 19:45 Uhr - Aktualisiert 25.10.2017, 22:52
Schwedt (MOZ) Die Polizei hat erneut die Stelle im Polder abgesucht, an der vergangene Woche Teile eines menschlichen Skeletts gefunden wurden. Der Tote ist sehr wahrscheinlich der seit vier Jahren vermisste Martin Zettier. Aber wie er zu Tode kam, das ist bisher immer noch ein Rätsel.

Am Dienstag rückten eine 25-köpfige Einheit der Bereitschaftspolizei und mehrere Ermittler der Mordkommission in Schwedt an und durchkämmten die Fundstelle sowie das Umfeld nach weiteren menschlichen Überresten oder Fundstücken. Die Polizei fand dabei weitere Knochenteile der Leiche sowie eine Hose mit einem metallischen Gegenstand in der Tasche, vermutlich ein Schlüsselbund.

Der Einsatz von drei Leichenspürhunden am Mittwoch brachte keine weiteren Funde zu Tage. Die Polizei beendete gegen Mittag die Suchaktion in den Poldern. Die Fundstücke wurden wie schon der Schädel, mehrere Knochen und Bekleidungsgegenstände zuvor der Gerichtsmedizin zur Untersuchung überstellt.

"Alles, was wir bisher gefunden haben, deutet eindeutig darauf hin, dass es sich bei dem Toten um Martin Zettier handelt", bestätigt der leitende Ermittler Peter Köhnen von der Eberswalder Mordkommission. "Wir werden schon bald Gewissheit haben, wenn die Gerichtsmedizin den DNA-Abgleich durchgeführt hat. Die Ermittlung der Todesursache allerdings wird ungleich schwieriger. Aus heutiger Sicht ist sehr wahrscheinlich, dass dies ein ungeklärter Fall bleibt", gesteht der Beamte.

Der Kommissar ermittelt seit mehr als drei Jahren in der Vermisstensache Martin Zettier. Er ist vielen Zeugenaussagen nachgegangen, dass der damals 34-Jährige angeblich in Gramzow, an einem See, in Westdeutschland oder im Ausland gesehen worden sein soll. Er hat mit vielen Ermittlerkollegen aus anderen Bundesländern zusammengearbeitet, die Vermisstensuche im RBB und in Sat 1 betreut. "Heute können wir davon ausgehen, dass der Vermisste höchstwahrscheinlich seit dem 5. Dezember 2013 hier liegt, dem Tag, an dem er das letzte Mal in Schwedt gesehen und an dem sein Handy ausgeschaltet wurde", erklärt Peter Köhnen.

Mit diesem Tag vor vier Jahren hatte sich der Ermittler ausgiebig befasst. Ein Orkan wütete damals, die Temperaturen fielen in Richtung Gefrierpunkt, später setzte Schneetreiben ein. Wenn Martin Zettier, aus welchen Gründen auch immer, hier unterwegs war, kann es durchaus sein, dass er die Orientierung verlor oder stürzte, unterkühlte und daran starb. Bei diesem Wetter war keiner unterwegs. Die sogenannten Gerichtswiesen wurden seit Jahren nicht mehr gemäht, sondern beweidet. Rinder oder Schafe sind dann auf der Weide, natürlich auch Wildschweine, Füchse. Menschen, welche die Überreste sehen könnten, haben allenfalls am Rand mit den Weidezäunen zu tun oder, wie Landwirt Dietmar Frenzel vergangene Woche zufällig, um einem ausgebüxten Kalb genau an dieser Stelle nachzueilen.

Die Polizei hat nur etwa ein Drittel der Knochen der Leiche gefunden. Gefunden wurde zudem die Jacke, ein Personaldokument, die Hose, ein Pullover, Schal, eine Unterhose, ein Nokia-Handy und vermutlich das Schlüsselbund in der Hose. Die Polizei hat akribisch versucht, weitere Knochen zu finden, die möglicherweise Rückschlüsse auf die Todesursache zulassen könnten. Der Schädel soll keine auffälligen Spuren aufgewiesen haben. Die Hose war bis zu fünf Zentime-ter in den Boden eingewachsen.

Laut Köhnen gibt es bisher keinen Hinweis darauf, dass der junge Arbeitslose verschwinden oder sich selbst das Leben nehmen wollte oder dass ihn jemand umbringen wollte. Ein Unfall, sagt er, sei momentan am wahrscheinlichsten. Warum aber Martin Zettier dort war und was passiert ist, bleibt bisher ein Rätsel.

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