Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Bauausschuss besichtigt schadhafte Gebäude der Lenné-Oberschule und regt Überschlagsrechnung an

Lenné-Oberschule
Abriss und Neubau erwogen

Margrit Meier / 02.11.2017, 06:20 Uhr
Hoppegarten (MOZ) Die Mitglieder des Bauausschusses haben sich zu einem Vor-Ort-Termin getroffen. Ihr Thema: Welche Schäden gibt es an den Gebäuden der Lenné-Oberschule und was muss getan werden?

Von Unterspannbahnen, die sich aufgelöst haben. Zugbändern, die die Dämmung von 18 auf vier Zentimeter zusammengepresst haben. Einem Hydranten aus Frankreich, für den es keine Ersatzteile mehr gibt. Von Dachrinnen, die höher als die Traufe sind - was Mario Buchhorn, Chef des Bauhofes, den Mitgliedern des Bauausschusses bei der Besichtigung der Lenné-Oberschule berichtete, ließ so manchen nur noch den Kopf schütteln. Auch auf die Glaskonstruktionen in den Atrien der Schulgebäude verwies er. Die lassen Licht und Wasser durch. Einfach so ersetzen oder ausbessern, geht nicht. Denn auch da wurden spezielle Profile benutzt, die es heute nicht mehr oder nur schwer gibt.

Erst 20 Jahre alt sind die neuen Gebäude der Lenné-Oberschule. Aber derart kaputt, dass die Gemeinde Jahr für Jahr investieren muss. Im Sommer wurde der Anbau von Haus IV angepackt. Ziegel, Dämmung, Unterspannbahnen und Verkleidung - alles musste neu gemacht werden. Das Ganze für 35 000 Euro. Jetzt werden die Reparaturen für Haus I und II ausgeschrieben. Im Sommer 2019 sollen dann Haus V und III repariert werden. In diesen Wochen wird am Haus IV noch eine Schweißbahn auf dem Dach aufgebracht, um auch hier zu verhindern, dass es durchregnet.

Der Bauhofleiter deutete auch auf einige Fenster in den Schulgebäuden. Dabei handelt es sich um Kunststofffenster mit Hohlkammerprofil. Da gibt es in Haus I und II Probleme. Der Weichmacher ist raus, sie sind undicht. Auch sie müssen ersetzt werden. Dass eine Zwölf-Millionen-Mark-Investition keine 20 Jahre hält, darüber ärgerten sich viele Gemeindevertreter. Beim Rundgang besichtigten sie auch Haus III. Da hat es eine Probeschachtung am Giebel gegeben, um herauszufinden, warum der Keller komplett nass ist. Rund 15 Zentimeter hoch stand das Wasser in der ehemaligen Fahrradwerkstatt, die muffig riecht. Noch unangenehmer aber ist der Gestank in der Mattenhalle. Und auch den Schimmel am anderen Giebelende im Anbau beschauten sich die Gemeindevertreter. Einige von ihnen haben ihre Kinder in dieser Schule. Sie berichten von überlaufenden Regenrinnen, die regelmäßig für eine Riesenpfütze am Giebel sorgen, und von einem Pflasterweg, bei dem das Gefälle Richtung Anbau zeigt.

Thomas Scherler und Fraktionskollege Kay Juschka (CDU) fassten die Begehung so zusammen: "Man muss sich wirklich überlegen, ob hier weiter rumgemurkst wird wie früher in Hönow an der Grimm-Grundschule. Auch für die Lenné-Oberschule fehlt ein Konzept, wie es konkret auf Dauer weitergeht", sagte Scherler. Während Kay Juschka ganz deutlich nachfragte: "Hier sollte es eine Überschlagsrechnung geben, ob es sich lohnt, zu reparieren, oder ob es besser ist, abzureißen und neu zu bauen."

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG