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Großes Interesse an dem Neuzeller Reformationsgottesdienst / Historische Predigt und gelebte Ökumene

Reformationsfeier
Die Sitzplätze in der Kreuzkirche reichten nicht aus

Christen vereint: Pfarrer Ansgar Florian (l.), Pfarrer Martin Groß (3.v.l.)sowie Zisterziensermönche beim Gottesdienst
Christen vereint: Pfarrer Ansgar Florian (l.), Pfarrer Martin Groß (3.v.l.)sowie Zisterziensermönche beim Gottesdienst © Foto: Gabriele Schelzke
Janet Neiser / 02.11.2017, 06:40 Uhr
Neuzelle (MOZ) Es war nicht nur ein außergewöhnliche Reformationsfeier, sondern auch eine außergewöhnlich erfolgreiche. Der ökumenische Gottesdienst in der evangelischen Kreuzkirche Neuzelle am Dienstagnachmittag hat mehr als 300 Besucher angezogen. "Die Leute haben gestanden, weil unsere Plätze nicht ausgereicht haben", sagt Pfarrer Martin Groß, der sich sehr über den großen Zuspruch gefreut hat.

Katholische sowie evangelische Christen und vielleicht auch so mancher neugierige Atheist lauschten gemeinsam dem Orgelspiel eines Zisterziensermönchs und auch der Predigt, die seit 200 Jahren erstmals wieder von einem Zisterziensermönch gehalten wurde. Pater Kilians Grundgedanke war: "Ich weiß  Christus in mir und ich sehe Christus in meinem Mitmenschen'", so Martin Groß.

Pater Kilian sagte ihm zufolge später über den Gottesdienst: "Es wurde ein freudiges Zeichen der Einheit, die kein Einheitsbrei, sondern lebendige Beziehung ist." Dies wurde auch dadurch unterstrichen, das 15.17 Uhr - die Uhrzeit steht symbolisch für das Jahr, in dem die 95 Thesen von Martin Luther angeschlagen wurden - für drei Minuten die Glocken der evangelischen und der katholischen Kirche läuteten. Zudem wurde gemeinsam gesungen.

"Zweifellos war dieser Gottesdienst auch ein beeindruckendes Zeichen dafür, wie sehr sich katholische und evangelische Christen in unserer Region darüber freuen, dass wieder Mönche im Kloster ein Zuhause finden", betont Pfarrer Groß. "Wir sind da sehr positiv gestimmt." Er selbst spricht von einer Schicksalsgemeinschaft im Guten und im Schweren, wenn er über die evangelische und die katholische Gemeinde in Neuzelle redet. Beide Gemeinden existieren in unmittelbarer Nachbarschaft auf dem Stiftsgelände. Eine Besonderheit in Brandenburg.

Der Reformationsgottesdienst war nicht der erste ökumenische in der Kreuzkirche. Und er wird auch nicht der letzte bleiben. "Sollte das Priorat in Neuzelle gegründet werden, dann wird das auch die ökumenische Arbeit hier stärken", glaubt der evangelische Pfarrer.

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