Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Grundlagenplan für 2017 bis 2021 legt Prioritäten fest / Neuerungen auf mehreren Linien ab Dezember

Nahverkehrskonzept
Mehr Barrierefreiheit als Ziel

Frank Groneberg / 03.11.2017, 07:30 Uhr - Aktualisiert 03.11.2017, 11:06
Frankfurt (Oder) (MOZ) Der Nahverkehrsplan für die Jahre 2017 bis 2021 legt die Grundlagen der Entwicklung des Bus- und Straßenbahnverkehrs in Frankfurt fest. Ein Ziel ist die Herstellung der Barrierefreiheit.

"Linientausch im Stadtverkehr", hatte der Stadtbote Mitte Juli getitelt und über mögliche Änderungen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), die im Entwurf des Nahverkehrsplans enthalten waren, berichtet. Inzwischen ist der Nahverkehrsplan von den Stadtverordneten beschlossen worden und die vorgesehenen Neuerungen werden mit dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember in Kraft treten.

Erstellt worden ist der Plan im Auftrag der Stadt durch die Proziv Verkehrs- und Regionalplaner GmbH & Co. KG in Berlin. Das Unternehmen untersuchte die Situation im Nahverkehr und stellte unter anderem fest, dass das Fahrplanangebot nach Neuberesinchen derzeit deutlich überdimensioniert ist. So sei das Fahrgastaufkommen auf der Linie 1 zwischen 2007 und 2013 um fast 47 Prozent zurückgegangen, was dem massiven Wohnungsabriss geschuldet ist. Als weitere nur mäßig genutzte Strecken werden die Abschnitte zwischen Zentrum und Lebuser Vorstadt bzw. Stadion angeführt.

Die Straßenbahn bilde in Frankfurt auch weiterhin das Rückgrat des Nahverkehrs, wird im Nahverkehrsplan festgestellt. "Die Straßenbahn bleibt Hauptträger im ÖPNV", da sie auf den am meisten nachgefragten Verkehrsachsen unterwegs ist. In Zahlen sieht das so aus: Die Busse fahren zwar insgesamt etwa 30 Prozent mehr Kilometer, aber 63,2 Prozent aller Fahrgäste des ÖPNV (Stand: 2013) nutzen die Straßenbahnen. Der Busverkehr werde auch künftig "die Funktion der Netzergänzung zur Straßenbahn haben".

Mit den im Nahverkehrsplan festgelegten Leitlinien bekennt sich die Stadt auch zur Herstellung der Barrierefreiheit bis zum 1. Januar 2022. Die entsprechenden gesetzlichen Anforderungen sollen "möglichst weitgehend erfüllt werden können". Die Proziv GmbH hat festgestellt, dass die Haltestellen "vergleichsweise gut" ausgebaut sind. Etwa 50 Prozent aller Richtungshaltestellen im Stadtgebiet seien bereits barrierefrei. In Frankfurt gibt es insgesamt 314 Richtungshaltestellen - das heißt im Umkehrschluss, etwa 150 Haltestellen sind noch nicht barrierefrei.

An Straßenbahn-Haltestellen, die nicht barrierefrei ausgebaut sind, haben Fahrgäste nicht nur große Mühe beim Ein- und Aussteigen. An etlichen dieser Haltestellen können sie auch durch durchfahrende Kraftfahrzeuge gefährdet werden. Laut Nahverkehrsplan sollen bis Ende 2021 etwa 1,2 Millionen Euro in den barrierefreien Ausbau von Straßenbahn-Haltestellen investiert werden. Eine Prioritätenliste - erstellt durch die Arbeitsgruppe "Barrierefreier ÖPNV" der Stadt - legt fest, welche acht Haltestellen zuerst ausgebaut werden sollen. Das sind in der Reihenfolge die Haltestellen Magistrale, Anger, Topfmarkt/Konzerthalle, Messegelände, Kleist Forum, Kantstraße, Witzlebenstraße und Westkreuz. An fast allen diesen Haltestellen befindet sich das Gleisbett in der Fahrbahnmitte statt am Straßenrand. An neunter Stelle wird der Ausbau der Bushaltestellen auf dem Gelände des SMC genannt.

Im Nahverkehrsplan wird aber auch betont, dass die Stadt nicht aus eigener Kraft in der Lage dazu ist, bis 2022 alle Haltestellen für Straßenbahnen und Busse barrierefrei auszubauen. Die Stadt gehe davon aus, "dass im Bereich der Haltestelleninfrastruktur - ungeachtet von einem konsequenten Hinwirken auf dieses Ziel - ohne eine verstärkte Förderung über Bund und/oder Land die Vorgabe aufgrund mangelnder Finanzierungskraft nicht in vollem Umfang realisierbar sein wird", heißt es. Strafen braucht die Stadt nicht zu befürchten: Paragraf 62 des Personenbeförderungsgesetzes legt fest, dass Ausnahmen festgelegt werden können, "wenn dies nachweislich aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen unumgänglich ist".

Änderungen ab dem 10. Dezember


■ Straßenbahn, Linie 1: neue Streckenführung Neuberesinchen - Stadion
■ Straßenbahn, Linie 2: verkehrt Mo-Fr, 9.30-16 Uhr, alle 10 statt bisher alle 20 Minuten
■ Straßenbahn, Linie 4: neue Streckenführung Markendorf - Lebuser Vorstadt
■ Straßenbahn, Linie 5: fährt nur noch Mo-Fr, 6-9.30 Uhr und 16-18 Uhr
■ Straßenbahn, Linien 3/4: bis Ende 2018 Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Kopernikusstraße und Markendorf, Ort
■ Bus, Linie 980: neue Streckenführung Bahnhof - Kopernikusstraße. Die Haltestellen Seefichten, Grubenstraße, Mozartstraße und Birnbaumsmühle entfallen. Keine Fahrten mehr zwischen Ziolkowskiallee und Bahnhof. Keine Fahrten mehr zwischen Rosengarten und Messegelände.
■ Bus, Linie 981: verkehrt zwischen Kopernikusstraße und SMC öfter als bisher
■ Bus, Linie 982: verkehrt öfter als bisher
■ Bus, Linie 985: Die Linie 985 wird eingestellt, die Linie 980 fährt dafür öfter.
■ Bus, Linie 987: weniger Fahrten als bisher
■ Nachtbus: Aufsplittung der Linie N 1 in neue N 1 und N 2; die bisherige N 2 über die Ortsteile wird eingestellt

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.
Hendrik Haucke 03.11.2017 - 11:10:20

Benutzt die SVV nicht Bus und Bahn (es kommt ein so vor)

Es bleiben doch so manche Fragen offen und diese hätten die Stadtverordneten noch stellen müssen bevor sie diesen Plan zugestimmt haben. Die erste Frage währe gewesen warum muß ein ortsunkundiges Unternehmen beauftragt werden, denn die SVF kann durch die tägliche Erfahrung genauso Vorschläge zur Komprimmierung des Angebot machen. Dieses Geld hätte man Sinnvoller ausgeben können. Die zweite Frage ist warum Experimentiert man mit der Linie 2 rum, denn früh am Morgen wo viele zur Arbeit fahren wollen ist doch nur ein 20 Minuten Takt vorhanden. Würde man schon früh am Morgen mit der Bahn als Linie 6 oder 5 von Neuberesinchen zur Uni fahren und dort ein Linientausch vornehmen zur Linie 2 hätte man seit früh ein 10 Minuten Takt nach Westkreutz und das den ganzen Tag. Selbst aus Neuberesinchen und Südring kommt man dann nach Westkreutz im 10 Minuten Takt, wenn man wie jetzt am Dresdner Platz umsteigt oder im Zentrum. Dies wäre alles ohne großen Aufwand möglich. Aber weil es ebend ein ortsunkundiges Unternehmen war wurde über so etwas garnicht nachgedacht und sie kennen auch garnicht die Verkehrströme der Fahrgäste. Sollte dieser Nahverkehrsplan so umgesetzt werden, wird so mancher Fahrgast zwischen 9.30 Uhr und 16.00 Uhr in Neuberesinchen manchmal nicht mehr in die Bahn passen. Dies kommt so weil nun sich alles auf ein Linie konzentriet und sollte eine alte Tatrabahn fahren hat sie nun nicht die Kapazität wie eine Niederflurbahn. Ich glaube das dieser Nahverkehrsplan auf Niederflurbahnen ausgelegt ist. Bloß sie sind ebend noch nicht da und das wäre die nächste Frage die man sich nicht gestellt hat. Wenn man dies nicht glaubt sollten die SVF Oberen ihre Fahrer mal Fragen wie Voll die Bahnen im Berufsverkehr sind und nicht nur nach Neuberesinchen. Ich könnte noch so manche andere Sache aufzählen, aber eine Verbessrung für die Fahrgäste sieht anders aus. Man sollte auf die hören für die man da ist, sonst kann der Schuß nach hinten losgehen.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG