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Alina Herbing stellte ihren Debütroman "Niemand ist bei den Kälbern" vor

Debüt
Nichts außer Gras und Lehmboden

Feinsinnige Beobachterin: Romanautorin Alina Herbing bei der Leseprobe
Feinsinnige Beobachterin: Romanautorin Alina Herbing bei der Leseprobe © Foto: Matthias Wagner
Matthias Wagner / 07.11.2017, 05:56 Uhr
Eberswalde (MOZ) Alina Herbing weiß, wovon sie spricht. Die in Lübeck geborene und heute in Berlin lebende Autorin ist in Mecklenburg-Vorpommern aufgewachsen und kennt sich mit dem Landleben bestens aus. Was könnte eine Erzählung glaubwürdiger machen, als eigene Erlebnisse und Erfahrungen? Am Sonntagvormittag stellte sie im Gewächshaus des Forstbotanischen Gartens ihr Romandebüt "Niemand ist bei den Kälbern" vor. Zirka 30 Gäste waren gekommen, um daran teilzuhaben. Präsentiert wurde die Lesung von der Stiftung WaldWelten.

"Wir freuen uns immer literarische Entdeckungen zu machen, die sich mit den Herausforderungen in unserer Region beschäftigen oder thematisch passen", sagte Karin Siegmund von der Stiftung WaldWelten. Die engagierte Mitarbeiterin der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNE) übernahm für die erkrankte Bärbel Wichmann kurzfristig auch die Moderation des Vormittags.

Mit "Niemand ist bei den Kälbern" gibt Alina Herbing ihren viel beachteten Romaneinstand. Erzählt wird die Geschichte der Mittzwanzigerin Christin, die sich aus der empfundenen Enge ihres winzigen Heimatdorfes Schattin in Norddeutschland befreien will. Die mit dem Melker Jan liierte junge Frau träumt vom Leben in der Großstadt und einem Job im Büro. Christin hält sich für eine der Unbedeutendsten der Welt. Entstanden ist eine feinkörnige und genau beobachtete Milieustudie, die weder richtet noch wertet. Der Alltag auf dem Lande wird fern jeder idyllischen Schilderung beschrieben. "Hier ist nichts, außer Gras und Lehmboden", stellt die Protagonistin in einer Passage der Erzählung ernüchternd fest. Beim genauen Lesen ist darin aber auch ein wenig Schönheit zu entdecken. Christin sucht jedoch einen Fluchtweg in die Hamburger Metropole, der sich ihr scheinbar durch den Windkrafttechniker Klaus eröffnet. Das Ende bleibt offen.

Alina Herbing stellt das im Arche-Verlag erschienene Werk in diesem Jahr mit etwa 30 Lesungen vor. "Bisher waren alle Veranstaltungen gut besucht und die Gäste immer sehr interessiert", zieht die Autorin eine positive Zwischenbilanz. Zufrieden sind offenbar auch ihre Zuhörer. "Wir lieben so etwas!", fasst Barbara Vitense, die mit einer Freundin gekommen war, ihre Eindrücke zusammen. Im Übrigen lobte sie das breite und vielseitige Kulturangebot in Eberswalde.

Die Stiftung WaldWelten ist gemeinsam von der Stadt Eberswalde und der HNE ins Leben gerufen worden und seit Oktober 2010 als gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts vom Land Brandenburg anerkannt.Die Lesung fand in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Mahler statt. "Die Reihe mit dem Titel Heimatkunde wird im kommenden Jahr fortgesetzt", verspricht Karin Siegmund.

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