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Diskussionsrunde zum Vorhaben auf dem Gelände des ehemaligen Kfz-Bereichs am Flugplatz Neuhardenberg

Protest
Bündnis macht gegen geplante Hähnchenmast mobil

© Foto: Johann Müller
Doris Steinkraus / 07.11.2017, 18:32 Uhr
Neuhardenberg (MOZ) Auf dem Areal des ehemaligen Technikstützpunktes der NVA im Süden des Flugplatzes will der Letschiner Landwirt Tobias Winnige einen Geflügelhof errichten. Die Gemeindevertretung hatte im Mai mit ihrem Beschluss den Weg freigemacht für ein Planverfahren. Winnige hat die Fläche von der Airport Neuhardenberg GmbH erworben. Noch sind keine Planungsunterlagen eingereicht. Das Genehmigungsverfahren wird ein langwieriges, gesetzlich vorgeschriebenes Prozedere durchlaufen.

Jetzt macht die Initiative Tierfabriken-Widerstand gegen das Vorhaben mobil. Am 14. November findet im Sportlerheim in Neuhardenberg eine Diskussionsveranstaltung statt. "Ein früher Widerstand kann hier ein deutliches Signal setzen", heißt es in einem Flugblatt, das in diesen Tagen in vielen Haushalten in und um Neuhardenerg landete.

Tobias Winnige will eine Hühnermast für 156 000 Tiere errichten. "Es gibt eine Fülle von Auflagen für solch eine Anlage", sagt der Landwirt, der in Kiehnwerder bereits eine Hühnermast betreibt. Sollten die Auflagen zu hoch werden, auch mit Blick auf die angrenzenden Schutzgebiete, könnte das Vorhaben scheitern, räumt er ein. Noch sei man aber nicht so weit. Winnige will auf alle Fälle nach Neuhardenberg fahren. Jede Seite habe ihre Argumente und Sicht. Das sei legitim, sagt er. Er wolle seine erläutern.

Dabei stellt der Landwirt klar, dass er keinen Bonus einfordert, weil von der neuen Anlage möglicherweise der Bestand des Unternehmens abhänge. "Es geht hier um eine Erweiterung, die ein Stück Sicherheit für unser Familienunternehmen brächte", erklärt er. Die Planungsunterlagen beinhalten eine konventionelle Mast am Standort Neuhardenberg. Dass Menschen die Großproduktion von Tieren ablehnen, sieht Tobias Winnige als völlig zulässig. "Letztlich entscheidet darüber der Verbraucher an der Fleischtheke", sagt er. Um am Markt vor allem gegen die Billigimporte bestehen zu können, hätten Tierhalter keine große Wahl, müssten in großen Mengen produzieren.

Dennoch werde er in seiner Anlage bei Kiehnwerder ab 1. Januar die Zahl der Tiere reduzieren, von derzeit 39 auf 35 kg je Quadratmeter. Wie andere Tierhalter beschäftige er sich durchaus mit Möglichkeiten der Tierwohlverbesserung. Käfige gebe es in seinen Ställen keine, vielmehr Bodenhaltung. Die sei auch in Neuhardenberg geplant. Winnige bedauert, dass es in Medien immer nur Bilder schwarzer Schafe gibt.

Öffentlicher Diskussionsabend, 14. November, 19 Uhr, Sportlerheim Neuhardenberg

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