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Eberswalder Hochschule und Unternehmerverband Barnim bringen regionale Firmen mit potenziellen Mitarbeitern zusammen

Hochschule
Besonderes erstes Date

Seltene Einblicke: Alexandra Walter, Geschäftsführerin von umetec, zeigt HNE-Studierenden und Professor Jörn Mallok (2. v. l.) die Produktionshalle.
Seltene Einblicke: Alexandra Walter, Geschäftsführerin von umetec, zeigt HNE-Studierenden und Professor Jörn Mallok (2. v. l.) die Produktionshalle. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Julia Lehmann / 08.11.2017, 06:44 Uhr
Eberswalde (MOZ) Beim ersten Date herrscht ja oft Anspannung. Nicht so, wenn die Eberswalder Hochschule und der Unternehmerverband Barnim Studierende mit regionalen Unternehmen zusammenbringen. Zwei Betriebe aus Eberswalde und Finowfurt öffneten am Montag ihre Werkhallen.

Studierende suchen früher oder später einen Job, Unternehmen der Region brauchen Mitarbeiter. Die Hochschule für nachhaltige Entwicklung und der Unternehmerverband Barnim wollen an dieser Stelle eine Brücke schlagen und arrangieren dabei nun in Regelmäßigkeit das sogenannte Unternehmer-Date. Mit dem Linienbus der Barnimer Busgesellschaft (BBG) geht es am Montag vom Stadtcampus los. 12 Studierende, zumeist im fünften Semester nachhaltige Unternehmensführung, nehmen das Angebot an, Unternehmen einen Besuch abzustatten.

Bei umetec Umwelt- und Metalltechnik im Eberswalder TGE wartet bereits Alexandra Walter. Die Geschäftsführerin hat selbst in Eberswalde studiert, BWL, damals noch an der Fachhochschule. Ihr Unternehmen hat in dem Windkraftanlagenhersteller Senvion seinen größten Auftraggeber gefunden. Aber auch für die Automobil-, Fahrzeug oder Solarindustrie fertigt der Betrieb Bauteile aus Aluminium, Edelstahl oder Stahl. Bei einem Rundgang durch die Fertigungshallen bekommen die Studierenden vor allem eine Idee davon.

Und die 43-Jährige kann dabei mit jeder Menge Detailwissen überzeugen. Wie sie sich das alles aneigne, will im späteren Gespräch ein Student wissen. "Ich lese viele Fachzeitschriften", sagt sie. Und das sei wichtig: Neugierig bleiben und sich weiterbilden. Das Unternehmen engagiert sich außerdem in der Forschung. Im Augenblick läuft ein gefördertes Projekt für eine Recyclinganlage alter Windradblätter. Alexandra Walter schwebt da ein riesiger Schredder vor, der es möglich macht, verwendete Materialien in den Wertstoffkreislauf zurückzuführen. Bauteile für Windparks sind der wichtigste Zweig von umetec. Die ständige Weiterentwicklung der Technik erfordere kontinuierliche Optimierungs- und Modernisierungsprozesse im Unternehmen. Genau das könnte für die Studierenden ein Anknüpfungspunkt sein. Etwa im Rahmen für das studiuminterne Praktikum oder aber die Abschlussarbeit, sagt Professor Jörn Mallok vom Lehrgebiet Unternehmensführung und Produktionsmanagement, der das Dating mitorganisiert.

Einen Betrieb mit 38 Mitarbeitern und sechs Auszubildenden spricht für Sven Rathmann, Geschäftsführer des Unternehmerverbandes Barnim, für ein erfolgreiches mittelständisches Unternehmen. Und genau an diese soll das Treffen die Studenten heranführen, die häufig nicht aus der Region kommen und nach dem Studium meist auch nicht bleiben. Hakon Reddmann (25) will sich lieber in Wohnnähe nach einem Betrieb umsehen. "Für mich als Berliner ist der Standort schon wichtig", sagt er. Ähnliche Stimmen gibt es auch von anderen Studierenden. Wer nicht in Eberswalde lebt - was auf die meisten zutrifft -, für den scheinen Betriebe der Region weniger interessant. "Wir wollen die Leute aber in der Region behalten", sagt Sven Rathmann und will deshalb mit modernen Betrieben überzeugen. Jetzt würden sich Unternehmer und Studierende schon mal kennen, sodass ein erneuter Kontakt unkomplizierter verlaufe, ergänzt Jörn Mallok.

Zwar nicht global, aber immerhin in einem festen Gebiet im Norden Brandenburgs bis Cottbus ist die Firma L. Dietze & Sohn mit Sitz in Finowfurt vertreten. Zwei weitere Niederlassungen befinden sich in Eisenhüttenstadt und Cottbus. Bereits seit 137 Jahren vertreibt das Unternehmen Fördertechnik. Größter Vertragspartner ist seit 1991 die Premiummarke Linde, die für ihre rot-schwarzen Stapler bekannt ist. Das Unternehmen ist von Beginn an familiengeführt. In fünfter Generation stehen seit mehreren Jahren die Geschwister Claudia und Matthias Dietze ihrem Vater Klaus zur Seite.

Die wichtigste Säule des Betriebs sei der Vertrieb (etwa 300 im Jahr), erklärt der 34-jährige Matthias Dietze. Dem folgen Vermietung, Service und der neueste Bereich Intralogistik, die für die Digitalisierung und Automatisierung von Transportsystemen steht. "Wir erweitern unser Spektrum immer mit", sagt die 37-jährige Claudia Dietze. Industrie 4.0 ist auch im Staplergeschäft ein Thema, so das Geschwisterpaar. Sie sehen hier Möglichkeiten für Studierende.

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