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Verkaufsverhandlungen mit Unternehmensgruppe DESAG beginnen / Übernahme von 72 Beschäftigten angestrebt

Eisenbahnwerk steht vor Neustart

Funkenflug beim Eisenbahnwerk: In Eberswalde wird weiter produziert. Die Auftragslage hat sich laut Insolvenzverwalter verbessert.
Funkenflug beim Eisenbahnwerk: In Eberswalde wird weiter produziert. Die Auftragslage hat sich laut Insolvenzverwalter verbessert. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Sven Klamann / 08.11.2017, 20:25 Uhr
Eberswalde (MOZ) Das insolvente Eisenbahnwerk in Eberswalde (Barnim) steht vor dem Neustart. Zum Anfang kommenden Jahres soll die Deutsche Eisenbahn Service AG (DESAG) den Betrieb übernehmen. Mit den Verhandlungen zum Kaufvertrag ist begonnen worden.

Der designierte neue Eigentümer strebe an, die Eisenbahnwerk Eberswalde GmbH ab 1. Januar 2018 mit 72 Beschäftigten weiterzuführen, sagt Falk Eppert. Der Rechtsanwalt aus Templin (Uckermark) ist als Insolvenzverwalter bestellt und steht bereits seit August in engem Kontakt mit der DESAG, deren Vorstandsvorsitzenden Thomas Becken er damals als externen Berater gewinnen konnte. Dem Branchenkenner sei es wie erhofft gelungen, die Produktion in Eberswalde effektiver zu gestalten und die Auftragsbücher zu füllen. "Jetzt sieht alles danach aus, als ob die Zukunft des Eisenbahnwerkes gesichert wäre", betont Falk Eppert. Der im Insolvenzverfahren eingesetzte Gläubigerausschuss habe alle Angebote ausgewertet und dann dafür votiert, die Kaufvertragsverhandlungen mit der DESAG zu führen, informiert der Insolvenzverwalter.

Der designierte neue Eigentümer des Eberswalder Betriebes gehört zur ENON-Unternehmensgruppe, hat seinen Hauptsitz in Putlitz (Prignitz) und hält Beteiligungen an unterschiedlichen Unternehmen, die im Eisenbahnbereich tätig sind. Die DESAG war schon im Dezember 2015 als ein Bewerber um das Bahnwerk Eberswalde an die Öffentlichkeit getreten, das die Deutsche Bahn AG zum Jahresende 2016 schließen wollte.

Doch der Betrieb war im April 2016 für einen Euro an die Quantum Capital Partners AG mit Hauptsitz in München verkauft worden, die sich verpflichtete, mindestens 210 Mitarbeiter zu übernehmen, und eine Standortgarantie für fünf Jahre abgegeben hatte. Der Kaufvertrag trat zum 1. Januar 2017 in Kraft, doch bereits drei Monate später meldete die neugegründete Eisenbahnwerk Eberswalde GmbH wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenz an.

Als die Deutsche Bahn AG Ende 2014 öffentlich angekündigt hatte, ihr Werk in Eberswalde schließen zu wollen, hatten dort noch 500 Mitarbeiter in Lohn und Brot gestanden. Seither ist die Zahl der Beschäftigten kontinuierlich gesunken. Es gab mehrere Entlassungswellen. Und viele Mitarbeiter suchten sich andere Arbeitsstellen bei der Deutschen Bahn.

Im Eisenbahnwerk gehe es wieder aufwärts, kommentiert der Betriebsratsvorsitzende Andreas Hoffmann den Neustart.

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