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Vertreter erinnert gemeinsam mit 100 Besuchern an Zerstörung der Synagoge vor 79 Jahren / Mehrsprachige Tafel enthüllt

Gedenken
Isrealischer Gesandter dankt Eberswaldern

Rückblick auf die Pogromnacht: Gut 100 Besucher versammelten sich am Gedenkort "Wachsen mit Erinnerung".
Rückblick auf die Pogromnacht: Gut 100 Besucher versammelten sich am Gedenkort "Wachsen mit Erinnerung". © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Katrin Hartmann / 09.11.2017, 22:35 Uhr
Eberswalde (MOZ) Jetzt können auch ortsunkundige und polnischsprachige Besucher erkennen, welches Anliegen hinter dem Gedenkort "Wachsen mit Erinnerung" steckt. Am Standort der zerstörten Synagoge wurde am Donnerstagabend eine Gedenktafel enthüllt. Etwa 100 Eberswalder hatten sich zum 9. November versammelt, um der Opfer der Pogromnacht und der Zerstörung der Synagoge vor 79 Jahren zu gedenken.

Das Gebäude, welches in der heutigen Goethestraße stand, war 1891 als blau-weiß gekacheltes Gotteshaus mit drei Kuppeln gebaut worden. 1931 war das Gebäude infolge eines Brandes nach einem Blitzschlag beschädigt worden. Nach der Instandsetzung konnte die Synagoge ein Jahr später erneut eingeweiht werden.

Der Nationalsozialismus führte danach zu einer Ausgrenzung der jüdischen Bevölkerung aus dem öffentlichen Leben und zur Diskriminierung. Viele Juden verließen Eberswalde. In der Reichspogromnacht 1938 wurde die Synagoge in Brand gesetzt und brannte vollständig nieder. "Unter Beifall wurden die Menschen damals vertrieben", erinnerte Bürgermeister Friedhelm Boginski. "Sie wurden bewusst beleidigt", führte er fort. Dass die Gesellschaft vor ähnlichen Hasstiraden und rechtspopulistischer Gesinnung auch heute nicht verschont ist, darauf machte er aufmerksam und forderte jeden auf, deutliche und sachliche Worte zu sprechen. Gesellschaftlich müsse zudem die Frage gestellt werden, wie mit denen umgegangen wird, die sich nicht erhört fühlen.

Auch Ruben Metzke, Vertreter des Ökumenischen Arbeitskreises rief dazu auf, nicht die Achseln zu zucken, sondern Mut zu beweisen und gegen Hass anzusprechen.

Als Ehrengast konnte Avraham Nir-Feldklein, Gesandter der israelischen Botschaft, begrüßt werden. Er war von der Hoeck-Stiftung, die das Gedenken unterstützte, eingeladen worden. Nir-Feldklein dankte den Menschen, die jedes Jahr an die Pogromnacht erinnern. Für ihn seien Gedenkorte, wie dieser, sowie Bildung die entscheidende gewaltlose Waffe gegen Hass und Rechtspopulismus.

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