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Gemischte Reaktionen in den USA auf Merkels Äußerungen

29.05.2017, 14:35 Uhr
Washington (dpa) Die kritischen Äußerungen von Kanzlerin Angela Merkel zu den transatlantischen Beziehungen stoßen in den USA auf ein geteiltes Echo. Der demokratische Abgeordnete Adam Schiff bedauerte ein Ende der besonderen Beziehungen zwischen den USA und Deutschland. "Wenn der Präsident der Vereinigten Staaten das einen großen Erfolg nennt, tut es mir leid", sagte Schiff.

Die "New York Times" zitierte den früheren US-Botschafter bei der Nato, Ivo Daalder, mit den Worten: "Dieses scheint das Ende einer Ära zu sein, in der die USA geführt haben und Europa gefolgt ist."

Richard Haas vom Think Tank Council on Foreign Affairs beschrieb Merkels Äußerungen als eine Wasserscheide in den Beziehungen beider Staaten. "So etwas haben die USA seit dem Zweiten Weltkrieg zu vermeiden versucht", sagte Haas.

Die Kolumnistin Anne Applebaum schrieb auf Twitter: "Seit 1945 haben erst die UdSSR und dann Russland versucht, einen Keil zwischen Deutschland und die USA zu treiben. Dank Trump hat Putin es geschafft."

Der New Yorker Medienwissenschaftler Jeff Jarvis kommentierte Merkels Ansprache auf Twitter: "Dieses ist eine bedeutende Rede in der Restrukturierung der Weltmächte. Wer bei Sinnen ist, muss ein starkes Europa unterstützen, um Russland zu kontern - und Trump."

Aus dem Lager der Trump-Unterstützer kamen sehr kritische Reaktionen auf Merkel. "Merkel, Heldin der Linken und Katastrophe für Europa, sagt, sie könne sich "nicht auf Trump verlassen". Fantastisch. Er steht Ihrer rasenden Dummheit entgegen", schrieb der konservative Kommentator Bill Mitchell auf Twitter.

Auf der rechtspopulistischen Seite "Breitbart News" kommentierten Tausende einen Agenturbericht über Merkels Rede. Tenor der kritischen und mitunter ausfälligen Anmerkungen: Merkel habe sich mit ihrer Flüchtlingspolitik bereits von einer gemeinsamen Politik mit den USA verabschiedet und habe ihr Land verraten.

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