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Vertreter von Stadt und Tourismus GmbH diskutieren in Bad Freienwalde über die Kurstadtentwicklung

Neues Moorheilbad von Berlin

Beim Foyergespräch: Bürgermeister Ralf Lehmann und Andreas Hensel, Geschäftsführer der Tourismus GmbH (von links)
Beim Foyergespräch: Bürgermeister Ralf Lehmann und Andreas Hensel, Geschäftsführer der Tourismus GmbH (von links) © Foto: MOZ/Birte Förster
Birte Förster / 13.01.2017, 07:30 Uhr
Bad Freienwalde (MOZ) Im Foyer der Konzerthalle debattierten Bürgermeister Ralf Lehmann (prteilos), Andreas Hensel, Geschäftsführer der Tourismus GmbH, und Bürger am Mittwochabend über die Zukunft der Kurstadt.

Um den Kurstadtstatus zu erhalten, muss Bad Freienwalde in den kommenden Jahren zeigen, dass sich etwas bewegt. Im Foyer fassten Ralf Lehmann und Andreas Hensel zusammen, wie es um die Kurstadt steht und wo dringender Handlungsbedarf besteht. "In den vier Jahren müssen wir dem Ministerium klar machen, dass wir den Kurstadtstatus wertschätzen", betonte der Geschäftsführer der Bad Freienwalde Tourismus GmbH. Der Gesundheitstourismus sei ein riesiger Markt, der ausgebaut werden müsse, so Hensel. Und ergänzte mit Blick Richtung Hauptstadt: "In Berlin gibt es viele Menschen, die nach Erholung suchen." Das Ziel solle daher sein, aus Bad Freienwalde - wie zu früheren Zeiten - das Moorheilbad Berlins zu machen. In Bad Freienwalde gebe es viele touristische Möglichkeiten, sagte er. "Man muss Schwerpunkte setzen."

Die Firma BTE, die ein Kurortentwicklungskonzept für Bad Freienwalde ausarbeitet, hat laut Andreas Hensel eine Analyse zu den Stärken und Schwächen der Kurstadt durchgeführt. Zu den Stärken zähle das breite Veranstaltungsangebot sowie die Stadtführungen, die künftig noch regelmäßiger stattfinden sollen. Geplant sei, jeden Sonntag thematische Stadtführungen anzubieten, "um Gäste nach Bad Freienwalde zu holen", so Andreas Hensel. Einer der Schwachpunkte der Kurstadt seien die Kultureinrichtungen, habe die Analyse der BTE ergeben. "Wir brauchen eine Kultureinrichtung, die eine größere Strahlkraft hat", betonte der Tourismus-Chef.

Die BTE habe zudem die Empfehlung ausgesprochen, sich stärker auf den Gesundheitstourismus und das Moorbad zu fokussieren, so Hensel. Im Gesundheitstourismus werde mehr Geld ausgegeben als in anderen touristischen Bereichen, das müsse man nutzen, sagte er.

Ein anderer wichtiger Punkt sei die Vermarktung. Derzeit arbeite die Tourismus GmbH an der Internet-Präsenz der Kurstadt, sagte Hensel. Außerdem habe das Reisejournal ein neues Layout bekommen und verfüge in der nächsten Ausgabe über zehn Seiten mehr.

Auch Bürgermeister Ralf Lehmann resümierte den aktuellen Stand in der Kurstadtentwicklung. So wie auch der Geschäftsführer setzt er sich für eine stärkere Konzentration auf das Moorbad mit einer entsprechenden Bandbreite an Angeboten ein. Auch für die stärkere Vermarktung des Moorbades in Berlin sprach sich Lehmann aus. Ziel sei es, die Unterbringungsmöglichkeiten auszubauen und Badeeinrichtungen zu schaffen. Auch ein Hotel mit Sport- und Wellnessbereich sei angedacht. Derzeit sei die Stadt zudem im Gespräch mit privaten Betreibern, um die gastronomischen Angebote sowie die Unterbringungsmöglichkeiten auszubauen.

Hermann Winking, der seit einem Jahr in Bad Freienwalde lebt, regte an, die Angebote vor allem auch auf ältere Menschen auszurichten. "Man muss mit dem Rollator durch die Stadt kommen", sagte er. Wichtig seien verschiedene Wohnformen für Senioren oder Häuser, in denen jüngere und ältere Menschen zusammen leben. Man müsse die Stadt behindertengerecht gestalten, forderte Winking. "Auf kurz oder lang würden sich Familien und ältere Menschen hier ansiedeln", betonte er. Kritik übten er sowie auch andere Gäste an der Bahnverbindung nach Berlin und der fehlenden Direktverbindung.

Eine andere Besucherin kritisierte, dass man im Internet nur über eine längere Suche auf die Kurstadt und deren Angebote stoße. An der Suchmaschinenoptimierung arbeite die Tourismus GmbH derzeit, sagte Andreas Hensel.

Petra Leibner, ebenfalls Gast im Foyer, brachte noch einen anderen wichtigen Punkt zur Sprache: "Es ist wichtig, dass die Menschen, die hier leben, merken, dass die Kurstadtentwicklung etwas bringt", sagte sie. Dass durch die Kurstadtentwicklung neue Arbeitsplätze entstünden und "dass die Menschen mit eingebunden werden."

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