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Mitarbeiterteam des AWO-Seniorenzentrums Clara Zetkin kann sich auch auf ehrenamtliche Helfer stützen

Kegelspaß im Speisesaal

Irina Voigt / 12.11.2017, 07:30 Uhr
Petershagen-Eggersdorf (MOZ) Die Alltagsfacetten der reiferen Generation hat unsere Serie "Entspannt in die Zukunft - gut leben bis ins Alter" zum Thema. Freuden und Probleme der Brandenburger Senioren stehen im Mittelpunkt. Wir stellen Senioreneinrichtungen vor. Heute: AWO-Seniorenzentrum "Clara Zetkin" in Petershagen-Eggersdorf.

Nach dem Frühstück an der herbstlich dekorierten Tafel bleiben die Damen noch sitzen. Im Tagescafé Kleeblatt ist es gemütlich und außerdem wollen sie heute die Plätzchen backen. Die werden dann am 1. Advent auf dem kleinen Weihnachtsmarkt zum Kauf angeboten. "Wir haben für unsere Bewohner mit Demenz hier eine Oase geschaffen, wo sie sich besonders wohl fühlen und sich abwechslungsreich beschäftigen können", sagt Einrichtungsleiterin Sieglinde Rödl.

Im Seniorenzentrum, das auf eine lange Geschichte als Feierabend- und Pflegeheim seit 1951 und seitdem umfangreichen Veränderungen, Umbauten, Modernisierungen und Erweiterungen zurückblicken kann, leben derzeit 69 Bewohner in 39 Einzel- und 18 Doppelzimmern. 17 weitere Senioren haben sich in den acht Ein-Raum- und den sechs Zwei-Raum-Wohnungen eingemietet. Fast alle kommen aus der Umgebung. Seit vielen Jahren leitet Sieglinde Rödl die Einrichtung der AWO, an ihrer Seite Dagmar Dittberner als Pflegedienstleiterin. "Insgesamt sind wir 54 gut aufeinander eingespielte Mitarbeiter, darunter fünf Azubis", sagt Sieglinde Rödl. Seit zwei Jahren arbeite man für eine optimale Betreuung der Bewohner auch mit ausgewählten und so schon bewährten Zeitarbeitskräften zusammen.

Mehr Zeit für die Betreuung zu haben, sei sowieso das Wichtigste im Tagesablauf, sagt sie. Und gewonnen habe man die aktuell durch die Anwendung der neuen computergestützten Pflegedokumentation. "Sie bringt mehr Transparenz in die Vorgänge und die Kräfte werden von der bisher sehr aufwendigen Dokumentation entlastet", sagt Sebastian Gütschow, Abteilungsleiter Altenhilfe bei der AWO Brandenburg Ost. Die Mitarbeiter habe man im Vorfeld sorgfältig darauf geschult, sagt er. Nun müsse, abgesehen von der Medikamentengabe, nur noch dokumentiert werden, was "vom Normalen abweicht", erklärt er den Nutzen.

Derweil der Teig für die Plätzchen geknetet wird, dringt aus dem lichtdurchfluteten Speisesaal lautes Poltern. Die Kegelbahn wird aufgebaut und schon versammeln sich Mitglieder der drei Mannschaften. Wilfried Fritz, der einstige Hausmeister, hatte sie zur Freunde der sportbegeisterten Bewohner passgerecht fürs Indoor-Kegeln gebaut. Die Angebote für die Bewohner sind zahlreich. Da wird gemeinsam mit Astrid Assmann getanzt, gemalt und viel Zeit in Geselligkeit verbracht. Das hat unter anderem den Rüdersdorfer Dieter König bewogen, seinen Ruhesitz in Eggersdorf zu nehmen. "Man wohnt mitten im Grünen", sagt er. Und ihm gefällt, dass viel gelacht wird. Auf viele Kleinigkeiten im alltäglichen Zusammenleben achten Gerlinde Wehrmann, Anni Zerkel und Charlotte Burkhardt vom Bewohnerrat und halten den Kontakt zur Chefin. Und: Das Wohnen direkt am Wald wäre perfekt, wenn es bessere Verkehrsverbindungen ins Dorf oder zur S-Bahn gebe. "Wir freuen uns, dass sich viele Nachbarn und Verwandte bei uns ehrenamtlich engagieren", freut sich die Leiterin.

Damit kein Termin vergessen werden kann, gibt es regelmäßig die Heimzeitung "Eggersdorfer Ziegenbock". Neben Rätseln, Geschichten und wichtigen Informationen wird dort auch der Heimbewohner gedacht, die verstorben sind. "Das Sterben in einem solchen Haus gehört dazu", sagt Sieglinde Rödl. Man verabschiede sich immer würdig von jedem einstigen Mitbewohner. Auf dem Flur gebe es eine "Stille Ecke", in der ein Licht angezündet werde, und man gehe, wenn gewünscht, auch mit zur Beisetzung.

Mehr zu diesem Thema: www.moz.de/gutleben

Preise:


■ Betreutes WohnenEin- oder Zwei-Raum-Wohnungen (45 bis 55 Quadratmeter)aktuell Miete: 450 bis 500 Euro (warm)Leistungen wie Essen oder Notruf können zugebucht werden, ebenso wie "Aufwandsentschädigungen" für die Teilnahme an Veranstaltungen
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