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Initiative
Denkmal für polnische NS-Opfer gefordert

Rita Süssmuth (CDU), ehemalige Bundestagspräsidentin
Rita Süssmuth (CDU), ehemalige Bundestagspräsidentin © Foto: dpa
dpa / 15.11.2017, 13:41 Uhr
Berlin (dpa) Eine Initiative um die früheren Bundestagspräsidenten Rita Süssmuth (CDU) und Wolfgang Thierse (SPD) hat ein Denkmal für die polnischen Opfer der NS-Gewaltherrschaft gefordert. Es soll in der Mitte Berlins entstehen und an die insgesamt sechs Millionen Polen erinnern, die der deutschen Besatzung von 1939 bis 1945 zum Opfer fielen.

Mehr als 80 prominente Vertreter des öffentlichen Lebens haben den Aufruf inzwischen unterschrieben, darunter der Direktor der Topographie des Terrors, Andreas Nachama, Berlins katholischer Erzbischof Heiner Koch und der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Köln, Aiman A. Mazyek.

Thierse sagte bei der Vorstellung des Aufrufs in Berlin: "Es ist nicht ein Denkmal, das die Polen einfordern oder die polnischen Nachbarn verlangen, sondern wir erinnern daran, dass es die Verpflichtung der Deutschen ist, an eines der schlimmsten Verbrechen der Nazizeit zu erinnern."

Süssmuth sagte, gerade angesichts rechtsgerichteter und nationalistischer Tendenzen in Polen halte sie ein Zeichen für Versöhnung und Verständigung für sinnvoll. Bisher sei es trotz aller Versuche nicht gelungen, mit den polnischen Nachbarn - ähnlich wie mit Frankreich - eine Freundschaft auf gleicher Augenhöhe aufzubauen.

Das Denkmal soll auf dem Askanischen Platz gegenüber dem künftigen Dokumentationszentrum der Bundesstiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung im Deutschlandhaus entstehen - nicht weit vom Holocaust-Mahnmal entfernt. Er wünsche sich eine ähnlich breite öffentliche Debatte wie damals und eine Verwirklichung "in nicht allzu weiter Ferne", sagte Thierse.

Mit dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939 hatte Hitler den Zweiten Weltkrieg entfesselt. Der Aufruf erinnert daran, dass bis 1945 in deutschen Vernichtungslagern auf polnischem Boden sechs Millionen Juden ermordet wurden - zur Hälfte polnische Staatsbürger. Weitere drei Millionen nichtjüdischer Polen seien ebenfalls Opfer deutscher Verbrechen geworden.

Der Initiator und frühere Bundesbauamts-Präsident Florian Mausbach sagte: "Es ist seit Jahrtausenden so: Es gibt ein Bedürfnis, nicht nur über Dinge zu wissen mit dem Kopf, sondern sich ihrer auch zu erinnern und zu gedenken mit dem Herzen."

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