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Einrichtung in Wandlitz braucht finanzielle Unterstützung, um ambulante Betreuung der Patienten abzusichern

Geldmangel
Krebsberatung droht das Aus

Sabine Rakitin / 16.11.2017, 18:53 Uhr
Wandlitz (MOZ) Die psychoonkologische Beratungsstelle in Wandlitz steht wegen fehlender Finanzierung vor dem Aus. Die vor zehn Jahren gegründete ambulante Einrichtung, die Krebspatienten und deren Angehörigen zur Seite steht, ist die einzige ihrer Art im Nordosten Brandenburgs.

Die Klienten kommen von überall her - aus dem Barnim und der Uckermark, aus Oberhavel und Märkisch-Oderland. Teilweise nehmen sie stundenlange Anfahrten auf sich, um mit Elvira Muffler, Manuel Teterra oder einem der anderen ehrenamtlich tätigen Berater zu reden. Ambulante psychoonkologische und psychosoziale Krebsberatungen, wie sie der 2007 gegründete Krebsverein Berlin-Brandenburg anbietet, gibt es lediglich an drei Standorten im Land: in Wandlitz, Dahme-Spreewald und Potsdam. Die Einrichtung im Barnim ist die einzige, die sich bis heute allein durch Spenden finanziert. Die Beratung durch Diplom-Psychologen oder Heilpraktiker für Psychotherapie - alle mit psychoonkologischer Zusatzausbildung - erfolgt ehrenamtlich oder auf Honorarbasis.

An die 500 Beratungen pro Jahr sind es in Wandlitz, Tendenz weiter steigend. Ehrenamtlich sei das nicht mehr zu leisten, sagt Vereinsgründerin Elvira Muffler. Wenigstens eine Vollzeitstelle für die Koordinierung von Einzel,- Paar,- und Familiengesprächen beziehungsweise Gesprächsgruppen sowie für die Organisation der Gruppenangebote wie Musiktherapie, Hypnose, Entspannungsverfahren und therapeutisches Wandern benötige die Beratungsstelle.

Seit sieben Jahren kämpfen sie und ihr Kollege Manuel Teterra um eine verlässliche Finanzierung der Beratungsstelle. "Voraussichtlich Anfang 2019 wird es auf Bundesebene eine Entscheidung zur Finanzierung dieser psychoonkologischen Beratungsstellen geben", erklärt Manuel Teterra. "Bis zur Aufnahme als bundesrechtlich verankerte Regelleistung ist von Seiten des Landes eine überbrückende Finanzierung erforderlich, um die in den vergangenen Jahren aufgebauten bewährten Strukturen der psychoonkologischen Patientenberatung nicht zu verlieren", sagt er. Einen jährlichen Finanzbedarf von rund 50000 Euro hat er für die Beratungsstelle ausgerechnet. Zwei Drittel des Geldes entfielen auf"Personalaufwendungen für psychoonkologische und psychosoziale Beratungsleistungen".

Doch im zuständigen Gesundheitsministerium wird abgewunken: keine Mittel vorhanden. Der berühmte Lotto-Topf, mit dem immer mal wieder bestimmte Projekte im Land bezuschusst werden - wie beispielsweise der Käfigbau für Tiger Diego in Tempelfelde - kommt ebenfalls nicht in Betracht: Personalkosten dürfen daraus nicht bezuschusst werden.

Die Barnimer SPD-Landtagsabgeordnete Britta Müller, die sich dafür stark macht, dass die Beratungsstelle in Wandlitz weiter bestehen bleibt, will, dass im Nachtragshaushalt des Landes eine entsprechende Summe eingestellt wird, um die Einrichtung in Wandlitz am Leben zu erhalten. Doch bis es möglicherweise soweit ist, dauert es noch einige Monate. Um diese zu überbrücken, bat Britta Müller den Vorstand der Sparkasse Barnim um Hilfe - und der reagierte prompt - mit einer einmaligen Spende von 5000 Euro. "Damit kommen wir erst einmal ein kleines Stück weiter", freut sich die SPD-Landtagsabgeordnete. "Doch eine Lösung des Problems ist es nicht", weiß sie nur zu genau.

Spenden für die Krebsberatungsstelle Wandlitz nimmt der Verein Krebsberatung Berlin-Brandenburg e.V. entgegen, Bankverbindung: Sparkasse Barnim, IBAN: DE08 1705 2000 3000 0442 55; Weitere Informationen unter http://krebsberatung-berlin-brandenburg.de

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