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Forschungsprojekt
Bäume für den Acker

Volkmar Ernst / 20.11.2017, 06:00 Uhr
Großmutz/Gutengermendorf (GZ) Trotz Kälte und Regen herrschte am Wochenende auf einem Acker zwischen Großmutz und Gutengermendorf emsiges Treiben. Studenten der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) pflanzten Bäume.

Nein, die Fläche werde weder aufgeforstet noch würden schnell wachsende Bäume und Sträucher gepflanzt, die später zur Brennstofferzeugung genutzt würden, erklärt Dr. Ralf Bloch vom Fachgebiet für landwirtschaftliche Nutzung der HNEE die Arbeiten. "Das hier ist eine Agroforstfläche, die als Langzeitforschungs- und Modellprojekt der Eberswalder Hochschule im Löwenberger Land angelegt wird", so der Fachmann weiter. Es wird auch nicht die gesamte Fläche mit Bäumen bepflanzt, sonderen Baumreihen in einem Abstand von etwa 30 Metern. Damit kann der Landwirt nach wie vor seine Flächen bestellen, sie werden sozusagen nur parzelliert. In die Erde gebracht werden hochwertige Bäume, darunter Elsbeere, Roteiche, Baumhasel, Traubeneiche sowie Speierling, deren Holz später sehr wohl genutzt werden kann. Auch Aronia und Sanddorn, deren Früchte schmackhaft sind, werden in die Erde gesetzt.

Anliegen des über Jahrzehnte angelegten Projektes (denn bis zu 70 Jahre brauchen die Bäume, um zu stattlichen und bis zu 30 und mehr Meter hohen Exemplaren heranzuwachsen) ist es zu prüfen, wie sich Forst- und Ackerbau gegenseitig beeinflussen, vielleicht sogar ergänzen können. "Wir werden untersuchen, wie sich beispielsweise der Boden durch den Laubeintrag, der Wasserhaushalt oder das Mikroklima auf den Feldern verändert, wenn die Bäume später im Sommer Schatten spenden", sagt Bloch. "Vielleicht können dadurch die Erträge verbessert oder die Erosion des Bodens, also der Abtrag durch Wind, verringert werden. Das kommt den Landwirten zugute."

Bis erste Ergebnisse vorliegen, werden jedoch Jahre vergehen. Denn die Setzlinge der "hochwertigen" Bäume waren gerade einmal 30 bis 40 Zentimeter hoch, die von Aronia und Sanddorn um die zehn Zentimeter. Um diese vor Verbiss durch Wildtiere zu schützen, wurden die Knospen mit Kreppband umhüllt. Am Feldrand entsteht noch eine Wetterstation zur Datensammlung.

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