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Doppeldorf Kreissieger im Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" vor Passow und Heinersdorf

Wettbewerb
Großer Jubel in Landin

Freudige Überraschung: Landrat Dietmar Schulze (2. v. l.) gratulierte den Vertreter Landins. Zur kleinenn Abordnung gehörten Dr. Dana Stumph (l.), die Dorfvereinsvorsitzende Edelgard Frischmuth, Bürgermeister Wolfgang Säger und Jens Wiese (r.).
Freudige Überraschung: Landrat Dietmar Schulze (2. v. l.) gratulierte den Vertreter Landins. Zur kleinenn Abordnung gehörten Dr. Dana Stumph (l.), die Dorfvereinsvorsitzende Edelgard Frischmuth, Bürgermeister Wolfgang Säger und Jens Wiese (r.). © Foto: MOZ/Kerstin Unger
Kerstn Ungern / 20.11.2017, 20:30 Uhr - Aktualisiert 21.11.2017, 16:47
Schwedt (MOZ) Landin ist ein Dorf mit großem Potenzial. Das hat es jetzt schwarz auf weiß. Im Kreiswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" belegte der Ortsteil der Gemeinde Mark Landin den ersten Platz, dicht gefolgt von Passow und Heinersdorf.

Der Wettbewerb sei in diesem Jahr erstaunlich gut angenommen worden, sagte Landrat Dietmar Schulze am Montag bei der Auswertungsveranstaltung im Haus der Wirtschaft und Technologie in Schwedt. Acht Orte haben sich für den Preis beworben. "Ein Zeichen, dass es sich in der Uckermark gut leben lässt und keine Neuwahlen gefordert werden", meinte er mit Blick auf die Bundespolitik.

Britt Stordeur, Amtsleiterin für Kreisentwicklung, wirtschaftliche Infrastruktur und Tourismus, berichtete über die Besuche der Jury in den Orten sowie über die Bewertungskriterien. In der Jury wirkten unter anderem Vertreter der Kreisarbeitsgemeinschaft des Städte- und Gemeindebundes, des Bauernverbandes, des Tourismusverbandes, des Denkmalschutzes, des Bauordnungsamtes, des Landesamtes für Flurneuordnung und der Sparkasse Uckermark mit. Bewerberorte waren Heinersdorf, Kunow, Hohenfelde, Gatow, Annenwalde, Fürstenwerder, Passow und Landin. "Wir haben viele Anregungen von den Bürgern mitgenommen, auch, wo der Landkreis etwas tun muss", sagte Stordeur.

Die Jury achtete auf verschiedene Kriterien. Jeweils 20 Punkte konnten für die Schwerpunkte Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen, soziale und kulturelle Aktivitäten, Baugeschichte und -entwicklung, Grüngestaltung und Gesamteindruck vergeben werden. Maximal waren also 100 Punkte zu holen. Jeder sei mit eigenen Vorstellungen in die Dörfer gekommen, sodass es schwer war, ein gemeinsames Ergebnis zu finden, gestand Britt Stordeur ein.

Sie stellte alle acht Orte mit ihren Besonderheiten und Vorzügen vor. Auch die Ortsvertreter konnten sich noch einmal zu ihrer Bewerbung äußern.Heinersdorf punktete mit seiner guten Anbindung an Schwedt, den vielen kulturellen Angeboten, fleißigen Vereinen und sehr gepflegten Grünanlagen. Viele Rückkehrer bauen neu oder Altes wieder auf. Besonders beeindruckt waren die Gäste vom Countrydorf. Ortsvorsteher Jürgen Crusius berichtete über viele Anfragen von jungen Leuten, die nach Heinersdorf ziehen wollen, darunter viele Fußballer. Vor allem die junge Generation kurbele auch das kulturelle Leben an.

In Kunow überraschten die intensiven Feuerwehr-Aktivitäten, die Kunow-Hymne und der schiefe Kirchturm die Jurymitglieder. Es sei ein sehr idyllisches, naturnahes Dorf, so die Amtsleiterin. Für das relativ kleine Dorf gelte es, die Einwohnerzahl und das Dorfleben zu erhalten, erklärte Ortsvorsteher Wolfgang Lichtenberg. Kunow habe fast alles, was ein Dorf braucht. Um den Erhalt der Kita und des alten Gutshauses habe man gekämpft.

Hohenfelde punktete mit vielen neuen Häusern und Zuzügler-Familien, regen Vereinen und überwältigender Naturlage. "Wir sind angetreten, um festzustellen, wo wir stehen", sagte Ortsvorsteher Detlev Martens. Es sind viele Fördermittel ins Dorf geflossen. Da gehört es sich, mal am Wettbewerb teilzunehmen. Man muss nicht immer Sieger werden."

Die faszinierenden Tabakscheunen begeisterten die Gäste in Gatow. "Sie sind etwas ganz Besonderes. Man müsste Ideen entwickeln, wie man sie erhalten und nutzen kann", empfahl Britt Stordeur. Hier gebe es ein überlegtes Miteinander von Alt- und Neubau sowie ruhige, aber aktive Einwohner. Das Glasmacherdorf Annenwalde hat eine wunderbare Bauarchitektur, schöne Bauerngärten und eine großartige Singegemeinschaft. Das 118-Seelen-Dorf, so berichtete der Ortsvorsteher über einen beachtlichen Fakt, habe um die 18 000 Touristen im Jahr. Da sei man ganz schön gefordert.

Fürstenwerder mit malerischer Lage hat von der Infrastruktur her viel zu bieten, unter anderem einen Buchladen mit Café, in dem man sich trifft und austauscht.

Mit dieser Infrastruktur kann Passow durchaus mithalten. Hier gebe es wirtschaftlich eine große Allianz, eine sehr gute Planung, rege Vereine und eine beeindruckende Berufsorientierung schon im Kindergarten. Ortsvorsteher Silvio Moritz berichtete von Wartelisten für Krippenplätze. Durch den Umzug des Hortes in die Schule wurde Platz geschaffen. Das zeuge von Flexibilität, auch Dank der Amtsverwaltung. Die letzten Baugebiete seien verkauft. Wir müssen sehen, dass wir weitere erschließen", meinte er.

Landin sei sehr spannend gewesen, sagte Britt Stordeur. Der Ort habe nicht nur weitreichende Traditionen, sondern auch ein ausgeklügeltes Konzept, wie die beiden auseinanderliegenden Dorfkerne zusammengeführt werden. Es gebe viele aktive Vereine und ein gutes Miteinander. Die Verbundenheit der Menschen zeige sich gerade jetzt, wo das Haus einer sechsköpfigen Familie abgebrannt sei, berichtete Jens Wiese vom Dorfverein, der sich für Landin am Wettbewerb beteiligt hat. "Auch in schweren Zeiten steht man zusammen. In dem Moment habe ich gewusst: Das ist meine Zukunft", sagte der Berliner, der in Landin ein altes Bauernhaus ausbaut.

Als Landin als Gewinner bekannt gegeben wurde, kam ein Jauchzer von Dr. Dana Stumph. Die Zahnärztin, die sich in ihrem Wohnort und im Verein engagiert, gehörte zur kleinen Abordnung, die vom Sieg total überwältig war. Jetzt geht die Arbeit weiter, denn Landin wird die Uckermark beim Landeswettbewerb vertreten. Der Ort holte 877 Punkte. Passow belegte Platz 2 (859 Punkte), Heinersdorf wurde Dritter (839) und Fürstenwerder Vierter (824).

Die Sparkasse Uckermark hatte 6000 Euro an Preisgeldern bereitgestellt. 2000 gab es für den Sieger, 1500 für den Zweit-, 1000 Euro für den Dritt- und 500 für den Viertplatzierten. Die drei anderen Bewerber erhielten jeweils 250 Euro.

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