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Umbauarbeiten im Kunersdorfer Musenhof in vollem Gange / 2018 Eröffnung des deutschlandweit einzigen Chamisso-Museums

Chamisso-Museum
Tonnenweise Schutt entsorgt

Nadja Voigt / 21.11.2017, 06:00 Uhr
Kunersdorf (MOZ) Die Bauarbeiten zum bundesweit einzigen Chamisso-Museum im Kunersdorfer Musenhof sind in vollem Gange. Bis Dezember wollen die Tischler, Maurer, Maler und Elektriker ihre Arbeiten beendet haben. Seit Anfang Oktober arbeiten sie Hand in Hand für die Neueröffnung im kommenden Jahr.

Es wird gemalert und geschliffen in den Räumlichkeiten im Untergeschoss des Kunersdorfer Musenhofes. Wo bis vor zwei Jahren noch der Findling-Verlag seine Büroräume hatte und die Damen des Hauses zu Veranstaltungen luden, lag zwischenzeitlich kein Parkettstab mehr am anderen. "Wir haben Durchbrüche verändert, Putzarbeiten erledigt, den Trockenbau, Podeste herausgestemmt, die Türen abgeschliffen, die Türzargen ausgebaut", berichtet Jens Herder aus Wriezen. Mindestens Anderthalb Tonnen Schutt wurden entsorgt.

Gemeinsam mit den Tischlern Hendrik Freier und Marcus Marschner sowie Elektriker Detlef Lange arbeitet er Hand in Hand im Kunersdorfer Musenhof. Seit Oktober und voraussichtlich noch bis Dezember. "Die Absprache und die Arbeit als Team ist das wichtigste hier", berichtet der Fachmann über das Fortschreiten der Bauarbeiten. "Wir mussten uns ins Konzept mit einbringen." Und das ist vollständig überarbeitet. Sowohl baulich als auch inhaltlich, berichtet Margot Prust. Bis vor zwei Jahren saß noch der von ihr geleitete Findling-Verlag in den Räumlichkeiten. Und gemeinsam mit Marion Schulz lud sie zu geselligen, kulturellen Abenden und Lesungen am Kamin ein. Nun will der 2014 gegründete Förderverein Kunersdorfer Musenhof das Untergeschoss in der in den 1920er Jahren erbauten Villa zum interaktiven Chamisso-Museum umbauen. Dem deutschlandweit ersten und einzigen. "Aus eigener Kraft und mit der Hilfe von Förderern und Spendern", wie Margot Prust betont. Denn Finanzierungen aus Fördertöpfen seien fehlgeschlagen. "Damit haben wir zwei Jahre in den Sand gesetzt", berichtet die 71-Jährige. Das hat Kraft und Nerven gekostet. Jetzt also der Neustart in privater Initiative. Im Eingangsbereich soll eine Zeitschleuse den Besucher begrüßen und über die Kulturhistorie des Ortes informieren. Der Salon und Veranstaltungsraum wird unter anderem mit den Werksausgaben der heute zur Weltliteratur gehörenden Novelle "Peter Schlemihls wundersame Geschichte", die 1813 im Cunersdorfer Schloss entstand, eingerichtet. "Einen Raum widmen wir Adelbert von Chamissos Weltreise, einem gesonderten Thema, zu dem es sehr viel Material gibt, und die vorderen beiden Räume dem Thema Botanik", blickt die stellvertretende Vorsitzende und Geschäftsführerin des Fördervereins voraus.

In dem geschichtsträchtigen Haus wird den zukünftigen Besuchern ab dem kommenden Jahr modernste Technik das Leben und Werk Chamissos vermitteln. Mit Audioguides und durch Videobeamer. Die Grundlagen dafür legte Detlef Lange. "Die Veränderungen sollten natürlich am besten nicht sichtbar sein, dafür aber der Charakter des Hauses erhalten bleiben", berichtet der Elektriker über die Herausforderungen bei der Sanierung. Die Ausstellungsbeleuchtung wird flexibel sein und mit LEDs ausgerüstet. "Damit lassen sich verschiedene Beleuchtungsszenen gestalten", so der Fachmann. Besonders schwer hatten es die Tischler auf der Baustelle im Kunersdorfer Musenhof. "Jeder neugestaltete Parkettstab hatte ein anderes Maß", berichtet Hendrik Freier. Er und sein Kollege Marcus Marschner haben die Räume zudem rollstuhlgerecht gestaltet. Den Charme des Hauses zu erhalten und aus dem Alten wieder etwas Neues zu machen, empfanden die beiden Handwerker als besonderes Herausforderung. Zu Beginn des neuen Jahres werden dann Ausstellungsgestalter ihre Arbeit in den dann frisch sanierten Räumlichkeiten übernehmen. Dafür haben Margot Prust und Marion Schulz ebenfalls Fachleute engagiert.

Weitere Informationen unter www.kunersdorfer-musenhof.de sowie unter www.chamisso-gesellschaft.de

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