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Veränderte Kitakosten erfordern vierwöchige Pause der Britzer Einrichtungen

Diskussion
Kita und Hort bald mit Schließzeiten

Sieht ganzjährig Betreuungsbedarf: Geht es nach Susann Kurz, Leiterin der Kita "Britzer Zwergenschloss", sollten keine Schließzeiten für die beiden Britzer Einrichtungen definiert werden.
Sieht ganzjährig Betreuungsbedarf: Geht es nach Susann Kurz, Leiterin der Kita "Britzer Zwergenschloss", sollten keine Schließzeiten für die beiden Britzer Einrichtungen definiert werden. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Julia Lehmann / 21.11.2017, 20:42 Uhr
Britz (jle) 170 Kinder betreuen die Kita "Britzer Zwergenschloss" und der Hort "Britzer Strolche". Bislang waren die Eltern beider Einrichtungen stets daran gewöhnt, dass es keine Schließzeiten gab. Meist wurde über die Weihnachtsfeiertage und Neujahr sowie vereinzelte Brückentage geschlossen. Aber nie länger. Das ändert sich ab dem kommenden Jahr.

Mit der Anpassung der Kostenbeitragssatzung werden den Eltern ab dem 1. Januar 2018 nur noch die Betreuung von 11 Monaten in Rechnung gestellt. Auch die Berechnung der Beiträge erfolgt nun anders: Eltern zahlen 11 Prozent ihres Einkommens für Kita oder Hort. Mit der Änderung der Kostenbeitragssatzung wird auch eine Änderung der Hausordnung notwendig. In einer neuen Fassung, im Schulausschuss in der vergangenen Woche thematisiert, sind erstmalig Schließzeiten von vier Wochen definiert worden. Nun folgte der Aufschrei. Die Einrichtungsleiterinnen sprachen sich während der Sitzung gegen die Festlegung von Schließzeiten aus.

98 Prozent der Eltern gingen arbeiten und würden die Möglichkeit präferieren, ihre Kinder ganzjährig betreuen lassen zu können, hatte Susann Kurz, Leiterin der Kita "Britzer Zwergenschloss", argumentiert. Sie machte deutlich, dass sich die Mitarbeiterinnen übergangen fühlen. "Sonst wurden wir in solche Entscheidungen miteinbezogen." Im Moment hätten die Einrichtungen, die sich in Trägerschaft der Gemeinde Britz befinden, genug Anmeldungen. Das könne sich aber ändern, fürchtet Susann Kurz. Auch von Seiten einzelner Mitglieder im Schulausschuss kam Protest. Als die Kostenbeitragssatzung beschlossen worden war, hätte man nicht von den Schließzeiten gewusst, sagte Reiner Gersdorf. Dass darin nur noch elf Monate berechnet werden, würde aber darauf hindeuten, hielt Hauptamtsleiterin Manuela Stiegler dagegen. Hannelore Gersdorf, ebenfalls Mitglied im Schulausschuss, beantragte noch an diesem Tag die Änderung der Kostenbeitragssatzung. Für das kommende Jahr seien die neuen Änderungen allerdings gültig, so Manuela Stiegler.

Bürgermeister André Guse macht keinen Hehl über die Gründe: Es gehe um Einsparungen zu Zeiten, in denen wenig Kinder Kita und Hort besuchen. Mindestens eine Einrichtung müsse also schließen. Es sei außerdem den Eltern unfair gegenüber, die ihre Kinder tatsächlich nur 11 Monate im Jahr durch Kita oder Hort betreuen lassen. Andere kommen hingegen fast das ganze Jahr über. Die Schließzeiten nun in der Hausordnung anzupassen, sei lediglich der logische Folgeschritt.

Im Sozialausschuss am Montag sollte nun eine konkrete Orientierung für die Gemeindevertretung gegeben werden, die über die Hausordnung - mit Schließzeiten - am Montag entscheiden wird. Genaue Daten dafür wollte man noch nicht festlegen, diese hängen auch vom Umzug der Kita in den Neubau ab. Zukünftig wolle man die aber flexibel gestalten und stets bis zum 30. September bekanntgeben. Der Sozialausschuss wolle der Gemeinde empfehlen, Kostenbeitragssatzung und Hausordnung im nächsten Jahr zu überdenken.

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