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Wirtschaft
Wachstum und Herausforderungen

Im Austausch: Politiker, Unternehmer und Vertreter der Kreisverwaltung suchten erneut den Schulterschluss.
Im Austausch: Politiker, Unternehmer und Vertreter der Kreisverwaltung suchten erneut den Schulterschluss. © Foto: Pasow
Silvia Passow / 22.11.2017, 20:54 Uhr
Wustermark (MOZ) Rund 30 Unternehmer aus der Region nutzen auch diesmal wieder die Chance, mit Politkern ins Gespräch zu kommen, um so den gemeinsamen Austausch weiter zu vertiefen. Gastgeber war diesmal die TRAFÖ GmbH. Das Unternehmen ist im Güterverkehrszentrum (GVZ) Wustermark ansässig.

Es erinnert ein wenig an eine Spirale, keine mit einer bestimmten Richtung, eher als Sinnbild von Ursache und Wirkung. Sie beginnt mit einer positiven Nachricht.

"Das ehemalige Sorgenkind GVZ, hat sich dynamisch entwickelt," verkündet Bürgermeister Holger Schreiber. Die zur Verfügung stehenden Flächen werden nahezu alle genutzt, über eine Erweiterung des Gebietes wird nachgedacht. Viele Arbeitsplätze wurden somit geschaffen. Weitere sollen folgen. Schreiber rechnet nicht grundlos mit wachsenden Einwohnerzahlen für seine Stadt.

Die Spirale?! Arbeitskräfte, der notwendige, bezahlbare Wohnraum, Bildung,- und Betreuungsangebote für Kinder und Jugendliche, öffentlicher Nahverkehr, Straßenbau, Ausbau/ Nutzung des Breitbandes, kurz die Infrastruktur.

"Sozial lastbarer Wohnungsbau" steht für den Bürgermeister im Fokus, wie er versichert. Er verweist auf Elstal, wo im nächsten Jahr mit den Arbeiten an einem Geschoßwohnungsbau begonnen wird. 400 Wohnungen sollen hier entstehen. Und er verspricht in Sachen Wohnungsbau: "Wir werden viel auf den Weg bringen." Damit die geplanten Wohnungen bezahlbar werden, hofft er auf Fördermittel.

Auch im Bereich Schule und Kita ist einiges auf den Weg gebracht oder in Planung, wie das Schulzentrum Elstal.

Was den Straßenbau angeht, gibt Rüdiger Hage, Geschäftsführer der Infrastruktur- und Projektentwicklungsgesellschaft mbH, einen Überblick. Straßen im Gewerbegebiet bedürfen der Erneuerung. Zwei Brücken sollen verbreitert werden, ein Kreisverkehr ist geplant. Das wird Zeit brauchen. "Wir wollen hier schließlich nicht innerhalb von zwei Jahren fünf Baustellen haben."

Zeit, die haben die eingeladenen Inverstoren, nahezu alle im GVZ ansässig, nicht.

Die Probleme brennen unter den Nägeln. Oliver Winkler, Chef der benachbarten Firma Wepoba, richtet das Wort inständig an den Bürgermeister: "Bitte Herr Schreiber, setzen sie alles daran Wohnraum zu schaffen. Ich bekomme meine Leute diesbezüglich nicht mehr versorgt." Winkler berichtet, dass seine Geschäfte gut laufen. Er lobt den Standort. Doch: "Der Schuh drückt bei den Arbeitskräften." Er erntet viel Zustimmung. Nicht nur der Mangel an Wohnraum macht es den Unternehmern schwer, Arbeitskräfte zu finden. Die Anbindung des GVZ an den öffentlichen Personennahverkehr wird als nicht ausreichend empfunden. Viele der Unternehmen arbeiten im Rundumbetrieb. 24Sunden täglich, 7Tage die Woche.

Doch selbst Firmen, welche nur zweischichtig fahren, stehen vor den selben Problemen. Am Abend und an den Wochenenden dünnen sich die Fahrpläne aus. Und so fordern sie hier konkrete Pläne von Schreiber, wie er den Umstand beheben möchte. Dieser verweist auf eine für 2018 geplante Bedarfserhebung. Und Jürgen Goulbier (CDU) möchte als Vertreter des Landkreises Mobilitätsstudien in Auftrag geben.

Die Unternehmer hätten sich hier eine kurzfristige Lösung gewünscht. Schreiber versteht und bietet, unabhängig von der Studie, eine Abfrage zum Stand bei allen ansässigen Unternehmen an. Hierzu äußert sich Rüdiger Hage eindeutig: "Die Initiative muss vom Landkreis und der Gemeinde ausgehen."

Roberto Petzold, Geschäftsführer der Firma Offergeld oHG, möchte den Ausbau des schnellen Internets beschleunigt sehen. "Wir sind abhängig von den Möglichkeiten der Breitbandnutzung," erklärt er. Und fügt hinzu: Wenn die technischen Möglichkeiten fehlen, dann fehlt uns die Grundvoraussetzung." Und auch er will wissen: Hat die Gemeinde ein kurzfristiges Konzept zur Lösung?" Schreiber erklärt: "Beim Ausbau des Breitbands darf es keine Verzögerung geben." Er würde das Thema gern mit den Unternehmern gemeinsam angehen.

Zurück zur Spirale. Für den nötigen Schwung nach oben sorgt auch Ursula Borrmann von der Heinz- Sielmann- Oberschule in Elstal. Um den Arbeitsmarkt von Morgen kümmert man sich dort frühzeitig.

Bereits in der siebten Klasse werden die Schüler auf den Berufseinstieg vorbereitet, mit insgesamt sechs Praktika während der Schulzeit. Prima Gelegenheit für den Nachwuchs das GVZ als potenziellen Arbeitsplatz kennenzulernen. Möglicherweise vielleicht auch den Chef von Morgen.

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