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Dienstleistungsgewerkschaft ver.di veranstaltet bundesweiten Aktionstag

Aktion
Menschenkette für Pflegestellen

24 Stunden am Tag im Einsatz: In Zepernick haben sich am Mittwoch rund 30 Pflegekräfte versammelt, um sich für eine Aufwertung der Pflegeberufe einzusetzen. Panketals Bürgermeister Rainer Fornell (l.) reihte sich in die Kette ein.
24 Stunden am Tag im Einsatz: In Zepernick haben sich am Mittwoch rund 30 Pflegekräfte versammelt, um sich für eine Aufwertung der Pflegeberufe einzusetzen. Panketals Bürgermeister Rainer Fornell (l.) reihte sich in die Kette ein. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Olav Schröder / 23.11.2017, 08:00 Uhr - Aktualisiert 23.11.2017, 08:21
Panketal (MOZ) Am bundesweiten Aktionstag für die Altenpflege haben sich am Mittwoch in Panketal rund 30 Beschäftigte aus dem Pflegebereich mit einer Menschenkette beteiligt. Ver.di will mit den bundesweiten Aktionen eine größere Wertschätzung der Pflegeberufe und damit eine bessere personelle Ausstattung erreichen.

Das Pflegestärkungsgesetz III, das Anfang dieses Jahres als Bundesgesetz verabschiedet wurde, sieht zwar einen besseren Personalschlüssel sowohl im ambulanten als auch im stationären vor. Doch dass das geplante Instrument zur Personalbemessung erst 2020 zur Verfügung stehen soll, ist den Beschäftigten im Pflegebereich zu spät, kritisieren beispielsweise Katja Wendland und Katharina Mangold vom Betriebsrat der Quercus GmbH, einer Tochter der Führer-Gruppe, die die Seniorenheime Eichenhof und Rotunde in Panketal betreibt. Bundesweit komme im Schnitt eine Pflegekraft auf 13 Bewohner. Bei den Fachkräften für Behandlungspflege könne realistischerweise in Deutschland von einem Verhältnis von 1:40 ausgegangen werden.

Um die Situation zu verdeutlichen, bildeten rund 30 Pflegekräfte am Eichenhof eine Menschenkette. Zwischen ihnen befanden sich einige Figuren aus Pappmaché mit Schildern in der Hand: "Ich bin einer, der fehlt", war auf ihnen zu lesen.

"Wir brauchen in Deutschland mehr Personal in der Pflege", lautet denn auch die zentrale Forderung von Michael Musall, Gewerkschaftssekretär der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di. So habe sich durch die Ausbreitung der Demenz die Arbeitssituation im Pflegebereich verschlechtert. "Die körperliche Belastung ist nach wie vor groß, durch Demenz- und Alsheimererkrankungen nimmt aber auch die psychische Belastung der Pflegekräfte zu", erläutert Musall.

Er vergleicht die Beschäftigungssituation in einem Heim mit 200 Bewohnern mit der in einem kleinen Krankenhaus mit ebenso viel Patienten. Während in dieser Klinik bis zu 400 Vollbeschäftigte arbeiteten, seien es in dem Wohnheim in der Regel 80 oder 90.

Musall erinnert daran, dass immer mehr Bewohner zehn, 20 oder mehr Jahre in einer Senioreneinrichtung leben. Auch sie würden somit über viele Jahre von einer besseren Personalausstattung profitieren.

Mit großer Sympathie verfolgte Angela Matthes, Leiterin der Zepernicker Senioreneinrichtung, die Aktion. "Die Mitarbeiterinnen hier lieben ihren Beruf und leisten eine tolle Arbeit", sagte sie. Die unterschiedlichen Rahmenbedingungen in den verschiedenen Ländern aber müssten unbedingt beseitigt werden. Allgemein verdienten die Pflegeberufe mehr Anerkennung. So aber fehle es an Nachwuchs. Gute Erfahrung habe der Eichenhof mit der Anfang des Jahres begonnenen berufsbegleitenden und vom Arbeitsamt geförderten Ausbildung von derzeit vier Kollegen gemacht.

In die Menschenkette reihte sich auch Panketals Bürgermeister Rainer Fornell (SPD) ein, der von der Aktion in der Zeitung gelesen hatte. "Sie leisten Nacht- und Wochenenddienste und sind sieben Tage lang 24 Stunden da", warb auch er für mehr Anerkennung der Pflegeberufe. "Am Ende landen wir oder Angehörige von uns doch alle bei Ihnen."

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