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In diesem Jahr ist das 500. Baby im Immanuel Klinikum ein Sonntagskind und hat alle überrascht

500. Baby
Lio hat sich vorgedrängelt

Glücklich zu fünft: Der kleine Lio mit der Löwenmähne bereichert die Patchworkfamilie Sabrina, Peter, Jesper und Pedro Zagorski.
Glücklich zu fünft: Der kleine Lio mit der Löwenmähne bereichert die Patchworkfamilie Sabrina, Peter, Jesper und Pedro Zagorski. © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Jana Reimann-Grohs / 23.11.2017, 20:04 Uhr
Bernau (MOZ) Am 19. November kam Lio Zagorski um 6.54 Uhr etwas früher im Bernauer Immanuel Klinikum zur Welt als geplant. Er ist mit 3318 Gramm Geburtsgewicht und 50 Zentimetern Länge in diesem Jahr auf Station Sieben das 500. geborene Baby.

Um 3.30 Uhr Sonntagfrüh war es soweit - Lio wollte abweichend vom Plan seiner Eltern zur Welt kommen. Die Fruchtblase war bei Sabrina Zagorski geplatzt, es ging gleich liegend mit dem Krankentransport und Blaulicht in die Geburtsklinik nach Bernau. Bald Dreifach-Papa Peter Zagorski wusste sofort, was bei einer festgestellten Beckenendlage zu beachten ist, damit das Kind nicht verkehrt herum ins Becken der werdenden Mutter rutschen kann. Aufgrund Lios besonderer Lage während der letzten Schwangerschaftswochen hatten die 32-Jährige und der 38-Jährige sich für den geplanten Kaiserschnitt am Montag, den 27. November entschieden. Ursprünglich war Lios Geburt für den 8. Dezember berechnet worden. "Mensch, Du bist doch noch gar nicht dran!" soll die Hebamme spontan gerufen haben, als der Jüngste von Sabrina Zagorski das Licht der Welt 19 Tage früher erblicken sollte. Auch Oberärztin Dr. Pustkowski attestierte spaßeshalber, er habe "sich auf die Nummer 500 vorgedrängelt". Bei den Zagorskis gibt es anscheinend keine gewöhnlichen Geburten. Das älteste Kind kam am Freitag, den 13. und der Mittlere genau am errechneten Geburtstermin zur Welt. Für Lio war der 500. Treffer am Sonntag wohl eher Pflicht als Kür. Das Wichtigste war, dass das Kind gesund und komplikationslos geboren wurde. Die frisch gebackene Zweifach-Mutter hält ihren Sohn stolz im Arm und lächelt zufrieden. Ihr war klar, dass es statt Spontangeburt ein Kaiserschnitt werde. Trotzdem sei sie jetzt "froh, dass er selbst entschieden hat, wann er auf die Welt kommt".

Der vierjährige Pedro "war richtig aufgeregt" als er seinen Bruder zum ersten Mal sah und packt gleich beim Windeln wechseln mit an. Auch für den 13-jährigen Jesper gibt es bis auf die Klassenarbeit am nächsten Tag nichts Wichtigeres. Der Patchwork-Sproß ist extra zum Fotografentermin am frühen Abend herbeigeeilt und freut sich über die Verstärkung. Lio ist nun keine Peppa, sondern ein kleiner Junge mit blondem, dichten Haar geworden. Sein Name leitet sich vom altgriechischen "Lion" ab und bedeutet so viel wie "der Löwe". Aber Lio Zagorski möchte nicht schreien, er liegt ganz vorbildlich im Schoß seiner Eltern und zeigt seine blonde Mähne.

Trotz örtlicher Betäubung war es "eine tolle Geburt!", sagt Peter Zagorski. Schon nach sieben Minuten wurde Mama Sabrina das Baby auf die Brust gelegt. Das Nähen im Anschluss habe dagegen dreimal solange gedauert. Davon haben sie aber kaum etwas mitbekommen, erzählen die glücklichen Eltern. Sie hätten erst einmal vor Freude geweint. "An einem Sonntag ein Kind zu bekommen, scheint hier eine gute Zeit zu sein", meint der erfahrene Vater Zagorski, der relativ entspannt in der Hygieneschleuse auf seinen Einsatz wartete und die freundliche Atmosphäre lobt. Ganz in Ruhe habe man ihm alles im Vorfeld erklärt.

Das Immanuel Klinikum Bernau galt 2016 mit dem Picker Award als zweitplatzierte, "elternfreundlichste Geburtsklinik Deutschlands". In enger Kooperation ist die Hebammen-Praxisgemeinschaft Bernau in dem ausgezeichneten Krankenhaus tätig. Sechs Beleghebammen unterstützen schwangere Frauen und Paare dabei, ihre Kinder in familienorientierter Atmosphäre zur Welt zu bringen. Naturheilkundliche Angebote und die Begleitung vor und nach der Geburt ergänzen ihren 24-Stunden-Bereitschaftsdienst. "Viele kennen wir schon mit Namen aus den Geburtsvorbereitungskursen", bestätigt Grit Rademacher, die seit 2013 hier angestellt ist und 30 Jahre Berufserfahrung hat. Bis Jahresende rechnet sie mit bis zu 550 Geburten. So wie Sabrina Zagorski betreut sie die Frauen nach ihrer Aufnahme bis zum Schluss. "Wir merken, dass die Entbindung besser funktioniert, wenn sich die Frauen umsorgt und sicher fühlen." Diese können bereits ab der 32. Schwangerschaftswoche hier entbinden, auch mit oder unter der Spontangeburt bei Beckenendlage.

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